Kirchenvorstand befindet über Geschicke der Gemeinde

Von der Kratzbürste bis zur Orgelrestaurierung

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Pastor Christoph Maaß und Rolf Helmbrecht werben für die Kirchenvorstandswahlen, die diesmal unter dem Motto „Kirche mit mir“ stehen. 

Achim - Über die „Kratzbürste“ musste der Friedhofsausschuss befinden. Denn das Gerät zur mechanischen Beseitigung von Unkraut, das zeitweise auf den Wegen zwischen den letzten Ruhestätten wuchert, kostete 1300 Euro – und lag damit knapp über der Grenze von 1000 Euro. Ab diesem Betrag müssen Anschaffungen mit dem Kirchenvorstand abgestimmt werden. Am 11. März stehen wieder Wahlen zum Kirchenvorstand an – auch in der St. Laurentius-Gemeinde, eine von drei Achimer Kirchengemeinden.

„Der Kirchenvorstand managt die Gemeinde und das, was in der Gemeinde ansteht“, sagt Christoph Maaß, einer von vier Pastoren der St. Laurentiusgemeinde. Von den 18 Kandidaten, die sich aufgestellt haben, werden 12 in den Kirchenvorstand gewählt. Maaß, der durch sein Amt als Pastor automatisch dem Gremium angehört, hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung in gut zwei Wochen. Gut ist dabei relativ zu sehen: Mit 18,63 Prozent im Jahr 2012 lag die St. Laurentiusgemeinde im Landeskirchen-Durchschnitt.

Mitbestimmen können alle Gemeindemitglieder, die mindestens 14 Jahre alt sind. Nach der letzten Wahl vor sechs Jahren hat die hannoversche Landeskirche das Wahlalter von 16 auf 14 Jahre gesenkt. Für die St. Laurentiuskirche ergeben sich damit 7500 Wahlberechtigte – mit 10 000 Mitgliedern ist sie eine der zahlenmäßig größten Gemeinden der Landeskirche. Die beiden Kirchengemeinde Baden sowie Bollen/Uphusen (St. Nikolai Bremen-Mahndorf) wählen separat (siehe Kasten).

Was die Kandidatenliste betrifft, ist Pastor Maaß bereits mehr als zufrieden: „Viele Kirchengemeinden haben Probleme, Kandidaten zu finden. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass das mit Arbeit verbunden ist.“ Engagement wird dementsprechend im Anforderungsprofil groß geschrieben. Benötigt würden allerdings auch Leute mit Fachkenntnissen in Finanzen, rechtlichen Themen und Bauangelegenheiten.

Zu den zwölf Gewählten kommen in der St. Laurentiusgemeinde noch die vier Pastoren sowie drei Berufene, so dass sich das Gremium letztlich aus 20 Mitgliedern (inklusive dem Vorsitzenden) zusammensetzt.

Die bestimmen in elf Ausschüssen über größere und kleinere Projekte der Gemeinde. In der abgelaufenen Wahlperiode waren das etwa die Außen- und Innenrenovierung der Kirche, die Erweiterung des Gemeindehauses an der Pfarrstraße, die Schließung dreier Gemeindehäuser, sowie aktuell die Orgelrestaurierung. Zudem betreibt die St. Laurentiuskirche eine Kindertagesstätte und zwei Friedhöfe. Die Ausschüsse beschäftigen sich etwa mit Themen wie Personal, Öffentlichkeit und Finanzen sowie den Partnergemeinden Cesis (Lettland) und Shyane (Südafrika). Abgesehen von der Arbeit in den Gremien, die jeweils vier- bis fünfmal im Jahr tagen, kommt der Kirchenvorstand einmal monatlich zu einer Sitzung zusammen.

„Als ich vor zwölf Jahren anfing, sagte man mir, die Versammlung ginge von 19.30 bis Mitternacht – da hätte ich mein Amt beinahe wieder zurückgegeben“, erzählt Rolf Helmbrecht, der selbst zwölf Jahre im Kirchenvorstand war und sich nun informell weiter für die Kirchengemeinde engagieren möchte. Dass dann nicht bis in die Puppen diskutiert wurde, sei letztlich dem ehemaligen Vorsitzenden Gerd Lepczynski zu verdanken, der sich in den Sitzungen auf das Wesentliche konzentrierte. Unter seinem Vorsitz entstanden viele wichtige Projekte, wie etwa das jetzige Laurentius-Haus. Die bürokratischen Hürden hätten den Kirchenvorstand beinahe veranlasst, aufzugeben, erinnert sich Maaß: „Aber Lepczynski hat geduldig weitergemacht.“

In der St. Laurentius-Gemeinde hat jeder Wahlberechtigte bis zu neun Stimmen. Abgeben kann man sie in der Zeit von 9 bis 17 Uhr in den vier Wahllokalen: Laurentius-Haus, Pfarrstraße 3, Bürgerzentrum, Magdeburger Straße 11a, Grundschule Uesen, Alte Dorfstraße 1 und Kindertagesstätte Bierden, Steinweg 39a. Über die Kandidaten informiert der Gemeindebrief. Zudem ist die Kirchengemeinde am Samstag, 3. März, mit einem Stand in der Marktpassage. 

 ldu

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