Unerwartete Ausschussdiskussion um Schuppen, Schuppenflechte und klaffende Wunden

Krank ins Freibad – wo sind die Grenzen?

Achim - Schuppen in den Haaren haben viele Menschen. Das dürfte kein Grund sein, ihnen den Eintritt ins Achimer Freibad zu verwehren. Wie aber sieht es aus bei Schuppenflechten, Geschwüren und vielleicht sogar klaffenden Wunden?

Es müsse eine Handhabe geben, um jemanden abweisen zu können, wenn Ansteckung drohe oder besonders krasse Anblicke andere Besucher stören könnten, verteidigte Dr. Stephan Leenen aus dem Kultur- und Bäderbereich der Stadtverwaltung den entsprechenden Zutrittsverweigerungspassus in der aktuellen, leicht abgeänderten Haus- und Badeordnung für das Frei- und Hallenbad.

„Der Zutritt ist nicht gestattet für Personen, die an einer meldepflichtigen übertragbaren Krankheit im Sinne des Infektionsschutzgesetzes oder an einer Hautveränderung leiden, bei denen sich z.B.. Schuppen oder Schorf ablöst und in das Wasser übergeht.

Soweit äußere Anzeichen für derartige Erkrankungen oder Hautveränderungen vom aufsichtführenden Personal wahrgenommen werden, kann dieses bis zum ärztlichen Nachweis der

Unbedenklichkeit die betreffende Person von der Benutzung ausschließen“, heißt es dort.

Die Grenzen zur Diskriminierung seien fließend, befürchtete Ute Barth-Hajen von den Grünen auf der jüngstenSitzung des Sport- und Kulturausschusses. Auch andere meinten, dass Schuppenflechten nicht automatisch ein Auschlussgrund sein dürften, und es gab den Vorschlag,, die Bestimmung auf infektiöse Krankheiten zu beschränken.

Mit einer größeren, vielleicht noch entzündeten Wunde geht doch ohnehin niemand baden und bekomme das schon vom Arzt verboten, gab Larne Sprenger (CDU) zu bedenken.

Im Übrigen mache auch der Ton die Musik, wurde hervorgehoben. Gemeint war die Art und Weise, wie Menschen mit sichtbaren Wunden oder Hautkrankheiten vom Schwimmbadpersonal angesprochen werden.

Das sollte eben nicht in ruppiger, sondern eher einfühlsamer Form ges chehen. Dies fand auch ein Besucher der Ausschusssitzung,, der eigentlich wegen eines anderen Themas gekommen war . Er habe mal „etws am Arm gehabt“ und sei dann am Eingang eines Bades in ziemlich herablassender Form begutachtet worden, berichtete dieser Bürger.

Insgesamt wurde die leicht geänderte Haus- und Badeordnung nach der unerwarteten Krankheits-Diskriminierungs-Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen.

Dass Besucher mit Tieren nicht eingelassen werden, ist darin ebenso geregelt wie vieles andere – einschließlich der Bestimmung, bei starkem Sturm und Gewitter das Freibad für alle Besucher zu schließen. - la

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