Konzept für „Nördliche Innenstadt“ umstritten

Von Büros im siebten Stock auf Mobilitätsstation blicken

Die Planskizze zeigt unter anderem den neuen Kreisel an der Embser Landstraße und die Mobilitätsstation im Südwesten.

Achim - Auf der Lieken-Brache und den angrenzenden Arealen soll ein neuer, spannender Stadtteil emporwachsen. Direkt am Achimer Bahnhof und unweit der Fußgängerzone sind 170 Wohnungen, ein Kindergarten, eine Mobilitätsstation, Büros und auch Gewerbe geplant. Doch das millionenteure Konzept ist politisch umstritten.

Mit ihren zusammen fünf Stimmen lehnten CDU, FDP und WGA, die lieber ein Einkaufszentrum auf dem Lieken-Gelände hätten, den aktualisierten Entwurf in der Sitzung des Ratsausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am Dienstagabend ab. Die insgesamt vier Vertreter von SPD und Grünen hatten das Nachsehen. Der Verwaltungsausschuss, in dem auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld (parteilos) stimmberechtigt ist, könnte heute jedoch zu einem anderen Ergebnis gelangen und damit das Vorhaben auf den Weg bringen. Für Januar ist eine Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Aufstellung eines Bebauungsplans vorgesehen, im Frühjahr der Abriss der alten Fabrik, und für Herbst 2019 peilen die Stadt und die Firma W&S den Baubeginn an.

Das zu beplanende Gebiet „nördliche Innenstadt“ ist rund zehn Hektar groß, wovon drei Hektar auf das Lieken-Quartier entfallen. Letztere Fläche befindet sich nach Angaben von Stadtplanerin Angelika Steinbach inzwischen im Eigentum von W&S. Eine Hälfte davon sei nun aber wiederum an die Stadt veräußert worden.

Grund und Boden, der für Verkehrsflächen, eine Mobilitätsstation und einen Kindergarten benötigt wird. Wie Steinbach im Ausschuss darlegte, soll südlich des Aldi-Markts eine neue Straße das Quartier erschließen und sich Richtung Gaswerkstraße schlängeln, aber auch mit „Spielstraßencharakter“ in nördlicher Richtung verlaufen und in Höhe der Stadtwerke- und Steinmetzbetriebsgrundstücke in einem Wendehammer enden. Zudem ist zwischen Auf dem Wehrfelde und dem Bahnhof eine durchgehende Fuß- und Radwegverbindung geplant.

Zehn Euro Tagesgebühr im Parkhaus

Die im südwestlichen Zipfel des Lieken-Areals beabsichtigte Mobilitätsstation, an die im Norden die Kita angrenzt, soll aus einem Zentralen Omnibusbahnhof und einem Parkhaus bestehen. Der Entwurf sieht 150 Park-and-Ride-Plätze sowie 100 Stellplätze für Bewohner des Quartiers vor. Sein Unternehmen sei auf der Suche nach einem Investor für den Bau des Parkhauses, berichtete W&S-Geschäftsführer Peter Skrabs. Nutzer der Stellflächen müssten mit zehn Euro Tagesgebühr rechnen, fügte er hinzu.

Gewerbe soll es auf dem Gelände nur in dosierter Form geben. Drive-In-Schnellrestaurants, Spielhallen, Sexshops und Tankstellen seien ausgeschlossen, informierte Frank Schlegelmilch vom Bremer Planungsbüro Baumgart und Partner. Ein 800 Quadratmeter großer Fachmarkt ist ihm zufolge auf der Fläche zwischen dem Aldi-Parkplatz und dem Bahnhof geplant. Weitere kleine Läden mit höchstens 100 Quadratmetern, etwa ein Bistro, ein Café oder ein Kiosk, könnten entlang der Gaswerkstraße entstehen „und damit das Bahnhofsviertel beleben“.

In der Ecke, wo jetzt noch der abrissreife Lieken-Turm steht, schwebt Schlegelmilch ein neuer „Turmbau“ vor. Das fünf- bis siebengeschossige Gebäude könnte Büros beherbergen. Auf dem übrigen Gelände, das zum Teil ein Gefälle von vier bis fünf Metern aufweist, seien Häuser mit zwei bis vier Geschossen konzipiert, „maximal zwölf Meter hoch“.

mm

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fünf Verletzte bei Messerstecherei im Zug - Polizei stoppt Eurobahn im Bahnhof

Fünf Verletzte bei Messerstecherei im Zug - Polizei stoppt Eurobahn im Bahnhof

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Selbstversuch: Reporterin fällt ihre erste Buche

Selbstversuch: Reporterin fällt ihre erste Buche

Verabschiedung des Verdener Redaktionsleiters Volkmar Koy in den Ruhestand

Verabschiedung des Verdener Redaktionsleiters Volkmar Koy in den Ruhestand

Meistgelesene Artikel

Für VAZ-Redaktionsleiter Volkmar Koy beginnt der Ruhestand

Für VAZ-Redaktionsleiter Volkmar Koy beginnt der Ruhestand

Weihnachtskonzert des Domgymnasiums mit allen musikalischen Gruppen

Weihnachtskonzert des Domgymnasiums mit allen musikalischen Gruppen

Schmerzhaft und belastend: Der tägliche Kampf mit Lipödem

Schmerzhaft und belastend: Der tägliche Kampf mit Lipödem

Auszug droht: 96-jährige Demenzkranke kann Heimkosten nicht mehr bezahlen

Auszug droht: 96-jährige Demenzkranke kann Heimkosten nicht mehr bezahlen

Kommentare