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Konzept „Jugend und Bildung in Achim“ setzt auf Treffpunkte

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Von: Sandra Bischoff

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Genug Platz bietet die Fläche neben der Skateranlage Baden für einen Jugendtreff.
Genug Platz bietet die Fläche neben der Skateranlage Baden für einen Jugendtreff. © sp

Achim – Die Stadt Achim wächst und mit ihr auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, wie die Belegungen in den Kindertagesstätten zeigen. „Aus fachlicher Sicht ist es nötig, das Angebot der Kinder- und Jugendarbeit kontinuierlich auszubauen, mit dem Ziel Bildungs- und Präventionsangebote zu schaffen“, schreibt Till Bräkling, im Rathaus zuständig für den Bereich Kinder und Jugend, im zweiten Teil des Konzepts „Jugend und Bildung in Achim“, das er dem Rat am Donnerstag, 17.

Februar, vorstellen will. Das Konzept besteht seit 2017 und wurde vom Koordinationsteam Achimer Jugendarbeit erstellt, zu dem neben Ratsmitgliedern auch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit gehören. Alle zwei Jahre werde es aktualisiert und dem veränderten Bedarf angepasst, sagt Bräkling.

Dass das notwendig ist, zeigten die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die mittlerweile deutlich zutage treten würden: Fehlende soziale Kontakte hätten bei Kindern und Jugendlichen zu mehr Kommunikation über die sozialen Medien geführt. Daraus resultierten in vielen Fällen Bewegungsmangel, weniger analoge und soziale Kontakte sowie mitunter suchtähnliches Verhalten. „Es gibt also weiterhin eine Menge Herausforderungen“, sagt Bräkling. Das Konzept zeige ihm zufolge auf, was Kommunalpolitikerinnen und -politiker, Verwaltung und Fachkräfte vor Ort zusammen tun müssten und könnten, um die Verantwortung der öffentlichen Hand ernst- und anzunehmen. Der Rathausmitarbeiter macht keinen Hehl daraus, dass die genanten Maßnahmen zum größten Teil kostenintensiv seien, aber gleichzeitig eine Investition bedeute, die dazu beitrage, dass Kinder und Jugendliche zu gesunden Erwachsenen heranreifen.

Eine Idee ist der Neubau eines Jugendplatzes, der als Ersatz für die abgerissene Skateranlage dienen soll, die dem Allwetterplatz auf dem Gelände des TSV Achim gewichen ist. „Nur attraktive Angebote können präventiv wirksame Alternativen sein und den Erwerb verschiedenster Kompetenzen ermöglichen“, so Bräkling. Begegnung und Bewegung seien dabei Schlüsselfaktoren. Der Platz soll Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich zu treffen und Sport zu treiben – auch am späteren Abend. Auf Spielplätzen, öffentlichen Flächen oder Sportplätzen ist das entweder verboten oder unerwünscht.

Etwa 3 300 junge Menschen zwischen 11 und 21 Jahren leben in Achim, wie dem Konzept zu entnehmen ist. Aktuell gebe es rund 3 700 Kinder bis 10 Jahre, die die potenzielle Zielgruppe und zukünftigen Nutzer des Jugendplatzes seien. „Selbstverständlich werden nicht alle den Jugendplatz nutzen. Eine Vielfalt von möglichst unterschiedlichen Angeboten in Achim ist zielführend“, so Bräkling.

Im vergangenen Konzeptzeitraum 2020/21 wurde bereits mit den Planungen begonnen. Zusammen mit dem Koordinationsteam Achimer Jugendarbeit und dem Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung wurden potenzielle Grundstücke ermittelt und bewertet. Dementsprechend soll der Jugendplatz auf dem Gelände der ehemaligen Umkleidekabinen/Kiosk des Freibades errichtet und vom Freibadbetrieb baulich getrennt werden. Die Politik hatte daraufhin gefordert, ein Gesamtkonzept erstellen zu lassen, das auch die Entwicklungsbedarfe der Sport- und Freizeitanlage nördlich der Straße „Am Freibad“ berücksichtigt.

Der Container an der Lahofhalle, in dem der Verein „SoFa“ seine Kinder- und Jugendarbeit anbietet, ist in die Jahre gekommen.
Der Container an der Lahofhalle, in dem der Verein „SoFa“ seine Kinder- und Jugendarbeit anbietet, ist in die Jahre gekommen. © -

Auch im Ortsteil Baden sollen adäquate Räume für die Kinder- und Jugendarbeit geschaffen werden. Seit 2012 nutzt der Verein „SoFa“ den Container hinter der Lahofhalle als Standort für die Kinder- und Jugendarbeit in Baden. „Der Container ist nicht nur baulich in einem sehr schlechten Zustand: Er entspricht nicht den Anforderungen, um moderne und attraktive offene Kinder- und Jugendarbeit anbieten zu können“, sagt Bräkling. Die abgeschiedene Lage auf dem Parkplatz zwischen Sporthalle und Kita trage außerdem dazu bei, dass der Container schlecht wahrgenommen und mehr wie ein Abstellplatz wirke. Als Standort der Kinder- und Jugendarbeit in Baden eignet sich laut Konzept die Fläche neben der Skateranlage auf dem Lahof-Gelände gut, da sich dort Kinder, Jugendliche und deren Familien aufhielten. „Die Jugendarbeit dockt an einem Ort an, an denen sich Jugendliche bereits aufhalten“, erklärt Bräkling die Vorteile. Ein anderer Standort müsste sich durch breite Angebotsvielfalt und -zeiten mit höherem Ressourcenaufwand etablieren. Das wäre eine ebenso mögliche und gute Variante, wäre aber mit höheren Kosten für die Erstellung der Räume und das pädagogische Personal verbunden. Mit den Kollegen von „SoFa“ sei bereits 2020 ein Nutzungskonzept erarbeitet worden, das ein Gebäude beschreibt, welches eine Thekensituation schafft sowie ein WC, eine Küchenzeile und Lagermöglichkeit für Sportutensilien enthält. Die Überdachung und Sitzgelegenheiten könnten unabhängig von der Anwesenheit des pädagogischen Personals genutzt werden, das würde die Aufenthaltsqualität der Skateranlage ganzjährig steigern.

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