Ehepaar Heuer betreibt Boxerzucht

Hui Buh kommt in die Schweiz

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Monika Heuer hält den kleinen Boxerrüden Hannibal in die Höhe. Er ist übrigens nach dem Feldherrn, nicht nach dem mordlustigen Psychopathen aus „Schweigen der Lämmer“, benannt.

Achim - Honorine hat Monika Heuer viel Sorge bereitet. Der weibliche Boxer-Welpe, benannt nach dem Dichter Honoré de Balzac, kam per Kaiserschnitt, als Letzte aus dem H-Wurf der Hündin Déjà Vu, zur Welt. „Wir haben ihr in den ersten Wochen die Welpenmilch Tröpfchen für Tröpchen verabreicht“, erzählt die Züchterin. Weil es das Kleinste ist, wirkt das sechs Wochen alte Tier noch zerbrechlich, bringt aber mit 2600 Gramm ein stolzes Gewicht auf die Waage. Für die Achimer Eheleute Georg und Monika Heuer eine der Glücksmomente, die sie in ihrem 20 Jahre währenden Züchterdasein erleben durften.

Und die Heuers haben schon bei vielen Würfen mitgefiebert und -gelitten: Insgesamt acht an der Zahl, denn Züchter zählen nach dem Alphabet. Wenn alles unkompliziert verläuft, ist die 64-Jährige auch Hebamme, während Georg Heuer den Wurf filmt. Für Honorine mussten sie allerdings ihren Tierarzt, Erik Biehler aus Fischerhude, als Geburtshelfer aufsuchen.

Honorine und ihre Geschwister stammen von der Hündin Déjà Vu und einem spanischen Rüden (Multi Champion Hispano de Almina de Daimalos) ab. Sie ist das einzige Welpenmädchen unter vier männlichen Geschwistern: Hannibal, hirschrot mit weißem Abzeichen, Hop Sing (wie der Koch aus „Bonanza“), rotgold mit weißem Abzeichen, der weiße Hui Buh (benannt nach den Hörspielen über das Schlossgespenst) und Huschke (wie Rennfahrer Huschke von Hanstein). Abgesehen von Hundemama Déjà Vu leben noch Halbbruder Hidalgo und Hunde-Oma Cocoline vom Brömchen im Haushalt. Dazu ein dritter „Zweibeiner“: Der freche Graupapagei Gizmo.

Kleine Hunde müssen sich auch mal ausruhen.

Monika Heuer kommt ursprünglich aus Wolfenbüttel. Sie zog nach eigener Aussage „der Liebe und der Boxer wegen“ nach Achim. Als sie ihren Mann Georg, der in Uphusen aufwuchs, kennenlernte, züchtete sie noch Perserkatzen. Es passte und so taten sich die beiden nicht nur privat zusammen. Monika trat ebenfalls dem Boxerclub Osnabrück bei und half beim Zuchtbetrieb. Das ging, denn als examinierte Altenpflegerin arbeitete sie im Schichtbetrieb und so konnten sich die beiden zeitlich ablösen. Jetzt sind sie Rentner – als Zubrot trägt Georg Heuer noch Zeitungen aus – und bezeichnen ihre Boxerzucht als „teures Hobby“. „Es ist eine Full-Time-Job, der aber Riesenspaß macht.“ Das Paar grenzt seinen Zuchtbetrieb klar zu sogenannten „Wühltisch-Welpen“ ab, die in Zoohandlungen unter dem Ladentisch verkauft werden. „Wir betreiben eine kleine, aber feine Zucht.“

Wenn der Käufer seinen Hund abholt, ist er geimpft und gechippt – und natürlich stubenrein: „Unsere Welpen kommen sauber in ihrem neuen Zuhause an“, betont Monika Heuer. Dann sind sie etwa zehn bis zwölf Wochen alt. Bereits mit acht Wochen werden sie eingehend vom Zuchtwart des Vereins geprüft. Kritierien wie Aussehen, Befinden, Verlauf der Geburt und sonstige körperliche Konstitution spielen dabei eine Rolle.

Woher die Liebe gerade zu Boxern? „Sie sind kinderlieb, haben einen sehr guten Charakter und können als Schutz für die Familie eingesetzt werden“, zählt Georg Heuer die Vorzüge auf. „Und ein Boxer wird dir mit seiner Mimik zeigen, was bei ihm los ist, da erlebt man keine bösen Überraschungen“, fügt Monika Heuer hinzu. Aufgrund seines guten Gedächtnisses könne ein Boxer nachtragend sein, aber dafür sei er leicht erziehbar. Veranlagung sei die eine Sache, die richtige Erziehung durch die „Hundeeltern“ die andere.

Darum suchen die Züchter ihre Käufer auch wirklich vorsichtig aus. Gezeigt werden sie „Fremden“ erst vier Wochen nach der Geburt. Mit Kaufinteressenten werde man sich erst nach mehreren Besuchen einig. Verkauft werden die Hundewelpen nicht nur in die nähere Umgebung, sondern auch ins Ausland. Am weitesten wird diesmal Hui-Buh reisen: Er wird künftig in einem Ärztehaushalt in der Schweiz „herumspuken“. Auch wenn es zum Geschäft gehört – wenn man die ersten Wochen im Leben der Hunde miterlebt hat, fällt der Abschied schwer: „Man hat immer einen kleinen Liebling, so ist das nun mal“, gibt Georg Heuer zu.

Für den nächsten Wurf gibt es schon Vorbestellungen, doch die Heuers werden damit wohl noch zwei Jahre warten. Dann wollen sie nämlich Hidalgo als Zuchtrüden einsetzen. Und, abgesehen von etlichen Prüfungen des Boxerverbands, die das erfordert, fehlt dafür noch ein wesentliches Element: Die passende Hündin. J ldu

Weitere Infos im Internet: www.boxer-von-achtern-diek.de

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