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Kommt eine Mülldeponie? Bürger in Völkersen entsetzt über Pläne der Firma Specht

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Von: Marvin Wennhold

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Seit vielen Jahren wird auf der Fläche am Düvelshagen Sand abgebaut. Nun will die zuständige Firma dort eine Mülldeponie errichten.
Seit vielen Jahren wird auf der Fläche am Düvelshagen Sand abgebaut. Nun will die zuständige Firma dort eine Mülldeponie errichten. © WENCK

Völkersen/Langwedel – Es ist ein Thema, das die Gemüter in Langwedel ordentlich in Wallung bringt: die Folgenutzung der Sandabbaufläche in Völkersen, genauer gesagt am Düvelshagen. Denn die dort tätige Firma, die Specht Baustoffhandel, Transport und Entsorgung GmbH & Co. KG, möchte in der dort entstandenen Grube in absehbarer Zeit eine Deponie für schwach belastete Böden und mineralische Abfälle errichten – also dort in Zukunft eine Mülldeponie unterhalten.

Zur Konkretisierung dieses Vorhabens hat die Firma am 16. Februar dieses Jahres einen Antrag zur Planfeststellung gestellt. Dieses Vorhaben stößt natürlich auf Unverständnis bei den Bewohnern in Völkersen – und auch beim Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer.

Insgesamt plane die Firma Specht, die zur Matthäi-Gruppe gehört, in der Bauschuttdeponie „Geestland“ die Ablagerung von 1,4 Millionen Kubikmetern Bauschutt auf einer Gesamtfläche von circa zehn Hektar, so heißt es in der Mittelung aus dem Langwedeler Rathaus zur öffentlichen Auslegung des Antrages im Zuge des Genehmigungsverfahrens. Die Firma beantragt demnach die Ablagerung von mineralischen Abfällen vorwiegend aus dem Baubereich und produzierendem Gewerbe.

Dieser Antrag, beziehungsweise die damit verbundenen Unterlagen, liegen noch bis einschließlich 22. April im Langwedeler Rathaus, Große Straße 1, zur Einsicht aus (nur zu den bekannten Öffnungszeiten und im Zuge der Pandemie nur nach vorheriger Anmeldung). Im Zuge dieses Verfahrens haben die Bürger dann die Möglichkeit, „Bedenken, Anregungen und Einwendungen geltend zu machen“ – bis vier Wochen nach dem Ende der Auslegungsfrist.

Bis Ende Mai kann somit noch gegen das geplante Vorhaben angegangen werden – diese Möglichkeit wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt schon in Form einer Unterschriftenaktion im Ort umgesetzt. „Wir haben bis jetzt schon rund 750 bis 800 Unterschriften gesammelt. Das ist für Völkersen, wir haben derzeit rund 1500 Einwohner, schon eine beachtliche Zahl“, sagt Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer. Wenn am Ende dann so um die 900 bis 1000 Unterschriften erzielt werden könnten, sei das schon eine gute Sache. Diese Unterschriftenaktion sei bei einem ersten Treffen von Bürgern ins Leben gerufen worden. Nun soll es demnach am Freitag, 22. April, ein weiteres Treffen geben, um erneut über das Deponie-Vorhaben zu informieren.

„Bei dem Treffen wollen wir die Bewohner in erster Linie einnorden in die Thematik. Viele wissen nämlich noch gar nichts von diesem Vorhaben“, sagt der Ortsbürgermeister. Dann müsse man bei dem Treffen auch erste Punkte sammeln, die gegen die Deponie sprechen. „Das grundlegende Ziel ist es dann, die Deponie zu verhindern“, sagt Noltemeyer.

Besonders störe ihn an der Sache, dass offensichtlich von Anfang an „nicht mit offenen Karten gespielt wurde“. Damals, als der Vergrößerung des Sandabbaugebiets zugestimmt wurde, habe sich Völkersen in der Verantwortung gesehen, denn „wer schon einmal ein Haus gebaut hat, weiß, dass dieser Rohstoff gebraucht wird“.

Doch dann sei schnell klar gewesen, wohin die Reise gehe. „Uns wurde damals suggeriert, dass eine Renaturierung nach dem Abbau stattfinden wird, dort ist auch ein Naturschutzgebiet in der Nähe“, sagt Noltemeyer. Darüber sei auch abgestimmt worden. Doch schnell sei klar gewesen, dass es in naher Zukunft als Bauschuttdeponie genutzt werden solle: „Man hat uns damals einfach an der Nase herumgeführt.“ Mittlerweile sei das im ersten Schritt gepachtete Grundstück an die Firma verkauft worden. Der Handlungsspielraum sei somit auch geringer. Doch der Kauf des Grundstücks von der Firma zeige laut dem Ortsbürgermeister auch, dass das übliche Verfahren, also die Option einer Rückgabe an den Grundstückseigentümer nach einer Renaturierung, bei den Verantwortlichen der Firma nie im Raum gestanden habe.

Nun wird sich zeigen, wie viele Bürger zur Bürgerversammlung gegen die Bauschuttdeponie „Geestland“ in Völkersen erscheinen und welche Argumente gegen die geplante Deponie aufgebracht werden können.

„Am Ende braucht es einfach Öffentlichkeit. Demonstration vor Ort oder andere Aktionen“, so Noltemeyer. Da sei viel möglich. „Da ist dann Kreativität gefragt – viele Menschen, viele Ideen“, hofft der Ortsbürgermeister. Die Veranstaltung am Freitag soll dann, wenn es nach Noltemeyer geht, möglichst viele Anwohner mobilisieren, die sich dann im Anschluss an Aktionen gegen die geplante Bauschuttdeponie beteiligen.

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