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Achim ehrt weiterhin

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Diese und weitere Achimer Bürger haben sich für die Umbenennung der Brinkmannstraße eingesetzt.

Achim ehrt einen Mann, der während der gesamten nationalsozialistischen Terrorherrschaft hier als Bürgermeister die Verantwortung getragen hat?

Seit fast einem halben Jahrhundert ist das der Fall und bis auf weiteres bleibt das auch so.

Dass der Stadtrat 1970, als andernorts längst eine Aufarbeitung der „braunen Vergangenheit“ eingesetzt hatte, eine Straße nach Johann Brinkmann benannte, war ein Fehler und ist aus heutiger Sicht kaum nachzuvollziehen. Eine Bürgerinitiative machte sich 1988 dafür stark, diesen Makel zu beseitigen. Doch eine breite Mehrheit des Rates lehnte es ab, die Straße umzubenennen. 30 Jahre später unternahm die Initiative um Bernd Potyka erneut einen Vorstoß in dieser Richtung. Und was passiert?

Es gibt eine sachliche, würdige Debatte im Rat zu dem Thema. Vertreter der Fraktionen wägen das Für und Wider einer Umbenennung ab. Am Ende stimmen immerhin alle Grünen, ein Großteil der Sozialdemokraten und der Vertreter der Linken dafür, die kleine Sackgasse künftig nach der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek zu benennen. Bemerkenswert ist, dass viele in der SPD-Fraktion, die früher nahezu geschlossen keine Probleme mit der Person und dem Namen Brinkmann hatte, den Mut und die Courage aufbringen, die Haltung von Parteifreunden in dieser Frage zu korrigieren.

Die Mehrheit im Rat sieht jedoch weiterhin keine Notwendigkeit, eine nach einem Amtsträger in der Nazi-Zeit und einem NSDAP-Mitglied bezeichnete Straße aus dem Stadtbild und aus Adressen zu entfernen. Beschämend ist vor allem, dass kein einziger Christdemokrat – anders als beim Beschluss zu Amazon – Flagge gegenüber derartiger Geschichtsvergessenheit zeigt. Und das kurz nachdem der Musikpreis „Echo“ wegen unseliger Auschwitz-Textzeilen von Preisträgern beerdigt werden musste und obwohl Hetzer von der AfD immer wieder ein Loblied auf das menschenverachtende System des Dritten Reichs anstimmen.

Nach allem, was Lokalhistoriker über Bürgermeister Brinkmann in Erfahrung bringen konnten, war dieser zwar kein „schlimmer Nazi“, sondern, wie es verharmlosend heißt, „nur ein Mitläufer“. Doch ohne die zahllosen Brinkmänner und ihre Frauen hätte Hitlers Mordmaschinerie nicht funktioniert.

Vor diesem Hintergrund anfallenden Verwaltungs- und Kostenaufwand für eine Straßenumbenennung anzuführen, ist armselig und lächerlich. Insbesondere dann, wenn die Verwaltung und ein Grünen-Ratsherr anbieten, zu ändernde Ausweisdokumente und Adressen kostenlos auszustellen beziehungsweise zu drucken.

Zudem haben keineswegs die Anwohner über eine Straßenbezeichnung zu entscheiden. In unserer repräsentativen Demokratie ist das die Aufgabe der gewählten Bürgervertreter.

Die haben nun zum dritten Mal einen Beschluss gefasst, der nicht gerade den Geist einer Gesellschaft atmet, die sich aufschwingt, diktatorischem, rassistischen Gedankengut entschlossen entgegen zu treten. Dennoch sei an dieser Stelle die Prognose gewagt: Der Name Brinkmannstraße wird in Achim nicht ewig Bestand haben.

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