Streitfall in Thedinghausen bleibt unaufgeklärt: Amtsgericht stellt Verfahren ein

Körperverletzung und Betrug: Angeklagte kontra Ex-Partner

Achim - Einen Strafantrag wegen Körperverletzung und Betrugs hatte ein Mann gegen seine Ex-Partnerin gestellt. In der gestrigen Verhandlung vor dem Amtsgericht Achim beschuldigte die Angeklagte (41) aus Thedinghausen dagegen umgekehrt den 47-Jährigen, ihr Unrecht angetan zu haben. Beide Parteien und Sichtweisen prallten unversöhnlich aufeinander. Richter Andreas Minge sah sich am Schluss außerstande, zu einem Urteil zu gelangen.

Die Frau schilderte, dass ihr damaliger Partner Anfang April vergangenen Jahres nach einer Trennungsphase zu ihr in die Wohnung nach Thedinghausen zurückgekehrt sei. Er und sie hätten es mit der Beziehung noch mal probieren wollen. Doch schon kurz nach dem Wiedereinzug des Mannes habe dieser sie nach verbalen Auseinandersetzungen an einem Abend zweimal in der Küche heftig gegen die Wand und die Fensterbank gedrückt. „Da trat ich ihm aus Notwehr gegen das Schienbein.“

Auch habe er ihr mit den Worten gedroht: „Ich haue dir in die Fresse.“ Wutentbrant habe der 47-Jährige zudem eine Wohnungstür aus den Angeln gehoben. Auch den zweiten Anklagevorwurf, dass sie Hundefutter auf seinen Namen bei einer Firma über das Internet bestellt habe, wies die Beschuldigte von sich und drehte den Spieß um. Er habe das Futter hinter ihrem Rücken geordert und sie habe dann die vom Paketdienst angelieferte Ware entgegen genommen und bezahlt.

Der als Zeuge gehörte Mann blieb bei seiner Darstellung und bezichtigte die frühere Partnerin weiterhin des Betrugs. „Sie hat die Bestellung online in meinem Namen aufgegeben.“

Und auch den Vorwurf, dass sie an ihm Körperverletzung begangen habe und nicht umgekehrt, hielt er aufrecht. Nach einem Streitgespräch in der Wohnung sei die 41-Jährige total ausgerastet. „Sie schlug mich mit der Faust mehrmals ins Gesicht, kratzte und biss mich, trat mir gegen das Schienbein“, sagte der inzwischen in Blender wohnende Mann. In der Folge habe er auch einen psychischen Zusammenbruch erlitten und sei deshalb in der Klinik in Rotenburg behandelt worden.

Richter Minge zeigte sich nach diesen unerquicklichen Einlassungen am Ende der Beweisaufnahme etwas ratlos. Er hielt der Angeklagten bereits sechs Verurteilungen wegen Betrugs vor. In Absprache mit dem Verteidiger und der Staatsanwaltschaft stellte der Vorsitzende schließlich das Verfahren ein. - mm

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