Tupperware-Händlerin Schmidt zieht in Fußgängerzone um

Kochevents mitten in Achimer City

Die Tupperware-Bezirkshandlung an der Max-Planck-Straße steht zum Verkauf.
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Die Tupperware-Bezirkshandlung an der Max-Planck-Straße steht zum Verkauf.

Achim – Nahezu jeder Haushalt hat sie im Schrank – Tupperware. Maria Schmidt betreibt damit ein großes Geschäft. „Ich leite aktuell 600 Partymanager an“, erzählt die 57-Jährige, die an der Max-Planck-Straße 15 im Industriegebiet Achim-Ost eine sogenannte Tupperware-Bezirkshandlung führt. Doch Schmidt zieht es nun in die Innenstadt. Am 2. Februar will die Achimerin an der Obernstraße 30 in der ehemaligen Filiale von Gerry Weber einen Tupperware-Shop eröffnen.

„Dort gibt es dann nicht nur die gesamte Produktpalette zu kaufen, sondern wir wollen auch Kochevents veranstalten“, berichtet Maria Schmidt im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Immobilie an der Max-Planck-Straße steht zum Verkauf. Die 2009 im ehemaligen Möbelhaus Grischow von ihr auf 2 500 Quadratmetern eingerichtete Bezirkshandlung mit großer Lagerfläche und Meetingräumen werde in dieser Form nicht mehr benötigt. Auch die meisten der 13 Mitarbeiterinnen müssten nun leider gehen. Denn es gebe ein neues Vertriebssystem. Die für das europäische Tupperware-Geschäft in Belgien, Griechenland und Portugal hergestellten Produkte werden nach Angaben von Schmidt jetzt direkt zu den Partymanagerinnen und wenigen -managern geliefert.

Früher hätten die überwiegend nebenberuflich tätigen Geschäftspartnerinnen „in einem Radius von etwa 150 Kilometern rund um Achim“ die Vorratsbehälter und anderen Artikel aus dem Lager abgeholt, um dann damit meist in Wohnzimmern mit etwa zehn Gästen die berühmten Tupper-Partys steigen lassen zu können. Heutzutage, gerade in Corona-Zeiten, laufe das kaum noch so ab. Online-Handel sei angesagt. „Die Partygäste, bisweilen 200 Frauen und mehr, loggen sich jetzt virtuell ein. Nur die Gastgeberin sitzt noch zu Hause auf dem Sofa, berät und begeistert.“

Etwa 250 Produkte „rund um die Küche“ umfasse das Angebot. „Zum Vorbereiten, Kochen, Einfrieren, Frischhalten. Von Messern, Mikrofasertüchern über Töpfe und Pfannen bis hin zu Schüsseln“, listet Schmidt auf. Zwei Mal im Jahr bringe das vom US-Amerikaner Earl Silas Tupper gegründete Unternehmen, der von 1951 an seine vom ihm hergestellten Kunststoffprodukte nur noch im Direktvertrieb veräußerte, einen Katalog heraus.

Präsentiert Tupperware und mehr künftig mitten in der Stadt: Bezirkshändlerin Maria Schmidt.

Maria Schmidt bewirbt das Sortiment rund um die bunten Schüsseln längst im Internet, wird bei der Mediagestaltung von ihrem Sohn Jonas unterstützt. Tupperware bestimmt ihr Berufsleben. Aber lange war das für die aus dem Saterland stammende Einzelhandelskauffrau eher nur ein Hobby. „Ich war vor 34 Jahren das erste Mal bei einer Tupperware-Party eingeladen.“ 2005 sei sie dann gefragt worden, ob sie nicht den Posten der Bezirkshändlerin in Achim übernehmen wolle. Schmidt stieg hauptberuflich in das Tupperware-Geschäft ein, anfangs noch in der Niederlassung an der Bremer Straße 70.

Ein Geschäftsmodell mit Zukunft? Plastik ist wegen des Umweltproblems doch erheblich in Verruf geraten? „Beim Material der Ware handelt es sich um hochwertigen Kunststoff, der aus der Raumfahrt kommt“, antwortet Schmidt. „Es ist zu 100 Prozent weichmacherfrei.“

Die Produkte sollen schon in gut einem Monat im neuen Shop mitten in der Fußgängerzone zu haben sein. Auf der Geschäftsfläche von 260 Quadratmetern will Maria Schmidt zusammen mit ihrer Tochter Jana Reinert und einer weiteren Mitarbeiterin aber auch „verschiedene Events“ anbieten, „eventuell auch Tupper-Partys“.

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