Abends gut besucht, die frühen Veranstaltungen aber nur schlecht gebucht

Knasttöne: Durchwachsene Bilanz

Die Musiker der Band „Koala“ verarbeiten in ihren deutschen Texten persönliche Erfahrungen und erreichen dadurch ein hohes Maß an Authentizität.
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Die Musiker der Band „Koala“ verarbeiten in ihren deutschen Texten persönliche Erfahrungen und erreichen dadurch ein hohes Maß an Authentizität.

Achim – Zur Begeisterung zahlreicher Musikfreunde hatte das Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) unter dem Titel „Knasttöne“ von Freitag bis in den frühen Sonntagabend hinein zu einem Mini-Festival eingeladen. Am Donnerstag hatte sich das Kasch-Team noch kurzfristig dazu entschlossen, statt der Wiese am Amtsgericht den Saal zu nutzen.

„Schnell haben wir ein entsprechendes Konzept entwickelt, um jenen Besuchern ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen, die bereits Tickets gebucht hatten“, beschreibt Luca Tietje notwendige Veränderungen. Mit einem Zollstock habe er Zonen abgemessen und mit Klebeband Einbahnstraßenpfeile und Abstandsmarken gesetzt.

Für die Gäste galt Registrierungspflicht, bei Eintritt Handdesinfektion und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bis zum Sitzplatz. Die Personenzahl in den Toilettenräumen wurde begrenzt und eine gute Belüftung des Saals wurde sichergestellt. „Für unsere Hygienemaßnahmen haben wir sehr viel positives Feedback bekommen“, bilanziert Silke Thomas am Sonntag.

Dennoch waren die Programmpunkte zum Teil sehr schlecht besucht. Der Freitagabend verlief zunächst sehr erfolgreich, auch wenn nur 76 Besucher im Zuschauerraum vor der Bühne sitzen konnten. „Das war sehr schön, das ausgehungerte Kulturpublikum bespielen zu können“, resümierte Till Simon nach seinem Konzert, „und für mich als Musiker war das schon ziemlich klasse, mal wieder auf der Bühne zu stehen.“ Sehr viel Spaß verbreiteten im Anschluss William und Marco mit ihrer besonderen und unterhaltsamen Präsentation irischer Folk-Klassiker. Zweieinhalb Stunden lang donnerten die „Monsters of Folk“ impulsiv und mit instrumentaler Vielfalt mitreißende Trinklieder von der Bühne.

Der Samstag startete mit einem „Schmetternachmittag“. Lediglich 17 Freizeit-Sänger hatten sich auf den Plätzen eingefunden, aber Moderatorin Sabine Müller, Sängerin Janina Illing, Till Simon an der Gitarre und Matthias Büsseler am Cajón vermittelten trotzdem nach Kräften ordentliche Schmetter-Stimmung. Insgesamt 17 Titel hatte das Quartett vorbereitet, und die Stücke, deren Texte in Druckform auf den Tischen auslagen, reichten von Crowded House über Elvis bis zu Cutting Crew.

Sehr viel besser verlief wiederum der Abend: „Wir sind wieder da!“. Mit diesen Worten eröffnete Dennis Meinken vom Kasch das Konzertspektakel vor nun 80 Zuschauern. Den Auftakt markierte die Band „Koala“ mit eingängigem Synthesizer gestützten Pop- und Gitarrenrock. Ihre tiefsinnigen deutschen Texte handeln von Sehnsucht und Liebe, vom Frieden und Gelassenheit. Nach einer halbstündigen Pause und erneutem Soundcheck folgte mit dem Quartett Don Mendo eine musikalische Reise von Spanien über Portugal bis in die Karibik. Die Gitarren-Virtuosen José Ribeiro dos Santos, Tim Schikoré und Andreas Stodte präsentierten unterstützt von Maximilian Suhr (Percussion) iberische Folklore. Zum Abschluss führte das Akustik-Cover-Duo Pure Invention mit Klassikern durch das Rock- und Pop-Genre.

Pünktlich um 11 Uhr begrüßten am Sonntag die drei Mitglieder der Zauberkofferband ihre rund 20 Zuschauer persönlich an den Sitzplätzen, bevor sie von der Bühne ihren multikulturellen Trip durch die Weltmusik starteten. Die folgenden Konzertpunkte mit Benedikt Vermeer und Wolfgang Loock sowie später das Frauenquartett Northern Life und Frank Grischek waren bis zum Sonntagmittag ebenfalls schlecht gebucht.

Silke Thomas zog dennoch eine versöhnliche Bilanz und blickte optimistisch noch vorn: „Die Konzerte zeigen, dass es endlich wieder losgeht, und wir haben bei den Besuchern eine sehr angenehme Stimmung wahrgenommen.“

Von Ingo Schmidt

Die Zauberkofferband führte beim Familienkonzert am Sonntag mit unterschiedlichen Instrumenten und energiegeladen durch die musikalische Vielfalt dieser Welt.
Der Mitsing-Nachmittag am Samstag war eher schlecht besucht. Moderatorin Sabine Müller, Sängerin Janina Illing und die Musiker Till Simon und Matthias Büsseler (v.l.) forderten trotzdem zum „Schmettern“ auf.

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