Was Covid-19 für Krankenhäuser bedeutet

Vorbereitung für den Ernstfall: Ist die Aller-Weser-Klinik in Achim gerüstet?

Auf der Intensivstation gibt es auch Beatmungsgeräte. Fotos: mix (2), AWK (3)
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Auf der Intensivstation gibt es auch Beatmungsgeräte.

Erstmals gibt es im Landkreis Verden keine neuen Coronavirus-Infektionsfälle. Bis gestern Nachmittag blieb es bei 37 positiv getesteten Personen. Drei weitere Leute konnten aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden. Sechs Personen, und damit zwei mehr als am Dienstag, befinden sich laut Pressemitteilung des Landkreises in stationärer Behandlung. Wenn allerdings die Zahl der Patienten nach oben schnellen sollte, gibt es dann überhaupt genug Intensivbetten in der Aller-Weser-Klinik? Eine Nachfrage bei Dr. Stephan Sehrt, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Achim.

Achim/Verden – „Alle planbaren Operationen sind verschoben worden. Deshalb verfügen wir derzeit sowohl räumlich als auch personell über genügend Kapazitäten“, beruhigt Sehrt. Ein Teil der Corona-Patienten liege im Achimer Krankenhaus, die übrigen in Verden. Aber selbstverständlich würden auch Menschen mit anderen akuten Erkrankungen als dem Covid-19-Virus weiterhin an den beiden Standorten der Aller-Weser-Klinik (AWK) behandelt werden.

Das Verdener Krankenhaus hat laut Sehrt aufgrund der dort angesiedelten Bauchchirurgie und dem Herzkathetermessplatz im Vergleich eine etwas bessere „Grundausstattung“. Für schwere Erkrankungen wie Corona gibt es in der Kreisstadtneun Intensivbetten mit fünf Beatmungsgeräten und ein weiteres für den Notfall. Die Intensivstation in Achim verfügt über sechs Überwachungsbetten mit zwei Beatmungsgeräten plus eins in Reserve.

Chefarzt Dr. Stephan Sehrt.

„Wir befürchten natürlich erhöhten Bedarf“, sagt der Chefarzt. Mit Hilfe des Katastrophenschutzes des Landkreises könnten im Notfall zusätzliche Beatmungsgeräte beschafft werden, und Narkosevorrichtungen könne die Klinik gegebenenfalls aus OP-Sälen „ausleihen“.

Desinfektion ist in der Klinik und auch sonst sehr wichtig.

Das Notfallszenario besteht bei der AWK nach Angaben von Sehrt aus zwei Stufen. In einem ersten Schritt würde die Zahl der Überwachungsbetten in Achim um vier auf zehn erhöht werden, bei dann sechs Beatmungsgeräten. „In der zweiten Stufe hätten wir 14 Intensivbetten, davon zehn mit Beatmungsgerät.“ Die Räumlichkeiten wären in jedem Fall auf der Intensivstation mit angrenzendem OP-Trakt und Aufwachraum im Erdgeschoss vorhanden. „Dort gibt es regulär eine gemischte Belegung mit Urologie, Chirurgie und Innere“, merkt Dr. Sehrt an. Entsprechend würde die Klinikleitung auch die Kapazitäten in Verden aufstocken.

Eine Security-Kraft überwacht das Besuchsverbot.

Sollte das alles nicht ausreichen, haben die AWK und der Landkreis weitergehende Notfallpläne in der Schublade. Wie aus gut unterrichteter Quelle zu hören war, könnten bei einem rasanten Anwachsen der Corona-Fälle auch Betten in Sporthallen aufgestellt werden.

Materiallage in den Aller-Weser-Kliniken unsicher

Für „unsicher“ hält Sehrt die b. „Hoffentlich bekommen wir für den Notfall auch Nachschub für die Schutzausrüstung.“

Personell sorge die AWK für eine etwaige Krisensituation vor. „Wir schulen zum Beispiel medizinische Fachangestellte für den Einsatz im Notfalllabor und Mitarbeiter der OP-Abteilung für die zentrale Notaufnahme.“

Im Achimer Krankenhaus stünden bei einem Anwachsen der Corona-Fälle 14 Intensivbetten zur Verfügung.

Darüber hinaus hätten nach einem Aufruf der Klinik 160 Freiwillige ihre Hilfe angeboten, freut sich Katharina Tretzmüller, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit bei der AWK. „Ganz viele verschiedene Qualifikationen sind dabei: Diplom-Biologin, ehemalige Alten- und Krankenpfleger, Leute, die für Hol- und Bringdienste gearbeitet haben.“ Das sei toll. „Wir sind dankbar dafür. Diese Unterstützung brauchen wir jetzt aber noch nicht.“

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