Verein Dorfgemeinschaft Badenermoor feiert zehnjähriges Bestehen / Zwei Tage Programm

Ein kleines bisschen mehr als klein

Wie viele Zelte brauchen wir und wo kommen die hin? Solche Fragen besprach eine Arbeitsgruppe am Montag, unter anderem Vorsitzende Gerlinde Elmers (links), Stellvertreterin Angelika Nixdorf (4.v.l.) sowie Rolf-Dieter Kuhn (sitzend rechts), der von 2009 bis 2017 Vorsitzender war. Foto: Duncan

Badenermoor – Alles begann damit, dass sich Nachbarn und Freunde aus Badenermoor bei Familie Elmers in der Scheune trafen. Am 17. und 18. August feiert der daraus entstandene Verein Dorfgemeinschaft Badenermoor mit einem zweitägigen Fest sein inzwischen zehnjähriges Bestehen.

Dabei entstand der Verein quasi aus der Not heraus. Die Fußballer vom FC Badenermoor, die sonst das Osterfeuer organisierten, verkündeten beim Erntefest 2008, dass sie diese Aufgabe nicht mehr übernehmen konnten und wollten. Also war die Dorfgemeinschaft gefragt. „Da war uns schnell klar: Wir müssen einen Verein gründen“, sagt die heutige Vorsitzende Gerlinde Elmers. Eile war geboten, da der Termin für das Osterfeuer näherrückte: Am 11. April war Karsamstag. Gerade noch rechtzeitig, am 17. März 2009, wurde die Dorfgemeinschaft Badenermoor mit 103 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben.

Mit dem Osterfeuer knüpfte der Verein an die vom Fußballverein begründete Tradition nahtlos an. „Das war nicht nur gut, das war supergut“, stellt die zweite Vorsitzende Angelika Nixdorf rückblickend fest. Gar nicht so einfach, erinnert sich der langjährige Vorsitzende Rolf-Dieter Kuhn: „Wenn man einen Verein gründet, rüttelt es erstmal, weil die Menschen unterschiedliche Interessen haben.“ Die Teamarbeit musste sich erst entwickeln. Als Ziel setzte sich der Verein, die Dorfgemeinschaft zu fördern. „Das wollen wir beibehalten“, sagt Gerlinde Elmers und lacht, „denn was anderes können wir nicht.“

Aber wie sollte es weitergehen? Feste und Geselligkeit sind eine Sache, doch der Verein wollte mehr. So verband bald eine Idee die Gruppe: 2014 stand der 100. Geburtstag der jüngsten Ortschaft im Landkreis an. Und die Dorfgemeinschaft Badenermoor wollte eine würdige 100-Jahr-Feier ausrichten. Ein Dorfplatz sollte her.

Dazu braucht man Geld, viel Geld. 546 Euro hatte die Gruppe vor der Gründung eingesammelt, die nun in die Vereinskasse flossen. Die Mitglieder bewarben ihr Vorhaben über das Dorf hinaus und aktivierten ihre Beziehungen. So mühsam das Klinkenputzen war, es brachte eine Erkenntnis: „Ich hab’ vorher gar nicht gewusst, was für tolle Menschen wir hier haben“, so Kuhn. Einer war Manfred Huhs, Planer der Neubausiedlung an der Steubenallee. 2011 wurde der Armee-Stützpunkt in Uesen aufgelöst und alle zugehörigen Gebäude und Straßen abgerissen. Kuhn fragte Huhs, ob er ein paar Steine übrig hätte, um den Treffpunkt beim Sportplatz zu pflastern. Der hatte nichts für den Hausgebrauch, aber wertvollen, jedoch nicht barrierefreien Naturstein. „Wir nahmen ihn trotzdem. Um den abzuholen, haben wir vier 40-Tonner organisiert. Die fuhren durch die Bergstraße zur Steubenallee“, erinnert sich Kuhn. 1 000 Euro brachte der Verkauf an einen Bremer Händler dem Verein. Gepflastert wurde mit anderen Restbeständen. Ebenfalls von der Bundeswehr stammen Holzbalken, die der Verein nutzte, um seinen Unterstand zu errichten – den „Klönschuur“. „Das ist hier aus dem Nichts entstanden“, freut sich Angelika Nixdorf. Dort am Waldrand gab es vor zehn Jahren nur den Sportplatz und einige Spielgeräte. Von „Dekorationsfee“ Gisela Blanke liebevoll mit altem Porzellan und Fensterläden verschönert, atmet der Ort nun Gemütlichkeit. Das Engagement für die 100-Jahr-Feier nebst Jubiläumsschrift wurde übrigens belohnt – 2014 mit dem Ehrenpreis der Stadt Achim.

Doch da machte der Verein nicht halt. Bald kam eine Wasserleitung hinzu, und seit einer Woche verfügt der Dorfplatz über einen Stromanschluss, für den gerade Steckdosen gelegt werden. Das ermöglichten die Stadt Achim und der FCB. Als die Sportler eine neue Flutlichtanlage erhielten, fragte die Dorfgemeinschaft, ob sie auch eine Stromleitung bekommen durfte. Sie durfte! Die neueste Errungenschaft ist eine Boulebahn. Die hat der Verein innerhalb weniger Wochen, wiederum in Eigenleistung, angelegt und hofft auch über den Verein hinaus auf viele Mitspieler.

Neben jährlichen Aktionen und Festen wie „Badenermoor räumt auf“, Osterfeuer sowie Sommerfest, im Wechsel mit dem Erntefest alle zwei Jahre, will der Verein den Platz mit regelmäßigen Angeboten füllen. Montags trifft sich dort die Fahrradgruppe, es gibt einen „Klönschnack mit Hunden“ und gerade wird eine Spielgruppe für Kinder gegründet. Auch Ausflüge, etwa zum Wolfcenter Dörverden oder Bunker Valentin in Bremen-Farge, liefen erfolgreich.

Neuland betritt der Verein, in dem 170 Mitglieder aller Generationen aktiv sind, mit dem zweitägigen Fest. „Wir wollen gucken, wie das angenommen wird. Das wird ein kleines bisschen mehr als klein“, verspricht Elmers. ldu

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