Kleine Umfrage: Schüler und Lehrer aus Achim äußern sich

Reizthema: Handys an Schulen verbieten?

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Verzichten auch in der Schule ungern auf ihr Handy: (von links) Alina Willm, Sinja Pohlmann, Christoph Blome, Lennart Kohlscheen und Michael Papazoglu vom Marktgymnasium.

Und Sarah Röpke - Von Timon Müller. Ob erlaubt oder nicht, Jugendliche verzichten auch in der Schule ungern auf den Gebrauch ihres Handys. „Wir halten uns nicht an das Handyverbot“, sagten Schüler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums in Achim bei einer kleinen Umfrage von zwei Praktikanten des Achimer Kreisblatts zu dem Thema.

Immer mehr Schulen im Stadtgebiet haben es den Pennälern untersagt, ihr Mobilgerät während der Unterrichtszeit zu benutzen. Dabei stellen sich oft Schüler gegen die Lehrer, die das Verbot aussprechen. Deswegen kommt es immer häufiger zu Diskussionen rund um die Beschränkungen, die an jeder der befragten Lernstätten ähnlich sind.

„Ein komplettes Handyverbot ist an unserer Schule nicht möglich“, äußerte ein Lehrer des Cato-Gymnasiums, an dem das Verbot nach seinen Worten in sogenannten Handyzonen aufgehoben ist. Die elektronischen Geräte dürften in Freistunden verwendet werden, auf dem Schulgelände jedoch nicht, erklärte ein anderer Lehrer des „Cato“.

Wer im Gebäude oder auf dem Hof beim unbefugten Gebrauch erwischt werde, müsse das Teil dem Lehrer aushändigen, der es dann an den Schulleiter weitergebe. Bei ihm könnten es dann die Eltern abholen.

„Die Schüler dürfen sich nicht beschweren“, findet der Gymnasiallehrer. Ihnen müsse beigebracht werden, sich auf die Schule zu konzentrieren.

Schüler jeglicher Altersgruppe fühlen sich dennoch eingeschränkt. „Man wird ja wohl mal auf das Handy gucken dürfen“, klagt ein Schüler des Gymnasiums am Markt (Gamma).

Viele Schüler protestieren, wenn ihr Smartphone einkassiert wird. „Ich würde mit dem Lehrer diskutieren und wütend sein“, bekundet ein Schüler des Gamma hinter vorgehaltener Hand.

Einige Jugendliche aus den beiden Achimer Gymnasien finden, dass ein Handy mit Internetzugang „effektiv zum Lernen“ sei. Achimer Realschüler meinten dagegen, dass im Unterricht darauf verzichtet werden könne.

Von zu Hause mitgebrachtes digitales Gerät in der Schule einzusetzen, halten Pädagogen „nur punktuell“ für sinnvoll. „Schüler sollen sich Wissen aneignen und nicht im Internet recherchieren“, betonte ein Lehrer des „Cato“.

Aber auch einige der befragten Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren zeigten sich einsichtig. „Wenn jeder an seinem Handy sitzt, geht die Kommunikation zwischen uns verloren“, hieß es.

Und natürlich kann es die Mitschüler vom Unterricht ablenken. „Das Handy“, räumte ein 16-jähriger Marktgymnasiast ein, „ist teilweise spannender als das Unterrichtsgeschehen“.

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