Kleine Themen für die große Masse

Bürgermeister mit 28? Marcel Dominic Bandowski traut es sich zu

Will Bürgermeister in Achim werden: Der 28 Jahre alte Student Marcel Dominic Bandowski aus Uphusen.
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Will Bürgermeister in Achim werden: Der 28 Jahre alte Student Marcel Dominic Bandowski aus Uphusen.

Am 12. September wird in Achim der Bürgermeister gewählt. Dann kandidiert auch ein nur 28 Jahre alter Bewerber. Einer mit einem entsprechend anderen Blick auf die Dinge.

Achim – Marcel Dominic Bandowski ist ein unbeschriebenes Blatt. Zumindest, was seine politische Laufbahn angeht. Einen Nachteil sieht der Uphuser darin nicht. „Ein unbeschriebenes Blatt ist erst mal weiß, es hat aber auch keine Flecken“, sagt der Student der Medieninformatik. Der 28-Jährige ist der jüngste Kandidat, der sich um das Amt des Bürgermeisters in Achim bemüht.

Aber auch sein Alter ist für ihn eher Vor- als Nachteil. „Ich habe dadurch eine ganz andere Sicht auf die Dinge und ich möchte behaupten, das fehlende Gewürz der Kandidaten zu sein“, sagt er.

Marcel Dominic Bandowski ist Mitglied der Freien Wähler

Seit Herbst 2018 ist Marcel Dominic Bandowski Mitglied der Freien Wähler im Kreisverband Verden und dort auch im Vorstand aktiv. Sollte es mit dem Bürgermeisteramt nicht klappen, hofft er, zumindest in den Stadtrat einzuziehen. Aufgewachsen ist Bandowski in Uphusen, wo er auch heute noch wohnt. Nach dem Hauptschulabschluss erlangte er die Fachhochschulreife an den Berufsbildenden Schulen Verden und ließ sich im Anschluss zum Einzelhandelskaufmann ausbilden. Danach folgte das Studium an der Bremer Hochschule.

Schon früh habe er sich für Politik interessiert, berichtet er. Aber kein Wahlprogramm habe ihn so richtig überzeugt. Über einen Kommilitonen sei er schließlich zu den Freien Wählern gekommen. Deren Wunsch sei es schon länger gewesen, einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl aufzustellen. „Wir haben Gespräche mit Bewerbern geführt, aber nichts passte. Und je länger es dauerte, umso mehr dachte ich mir: Ich kann das auch.“

Bandowski will mehr Jüngere für die Wahl begeistern

Er ließ sich aufstellen und machte sich auf den Weg, die geforderten 79 Unterschriften für die Kandidatur zusammenzubekommen. Viel mehr seien es am Ende geworden, sagt der 28-Jährige. Nun versuche er, seine Altersgruppe für die Wahl zu begeistern. „Bislang kann man nicht davon reden, dass Achim für Menschen in meinem Alter attraktiv ist.“  Das will der Student ändern. Sein Ziel: Attraktionen und Orte schaffen, an denen man sich gerne aufhält. So würde er die Innenstadt attraktiver machen, indem er dort mehr Gastronomie und Kultur ansiedelt. „Die Möglichkeiten, die sich dort bieten, sind nicht richtig ausgenutzt.“ Ein Freizeitbereich würde für einen besseren Durchlauf an Besuchern sorgen.

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Dem Mammut-Projekt Achim-West steht er positiv gegenüber, „weil wir in Achim keine Gewerbeflächen mehr haben, diese aber brauchen“. Die starke Bebauung dort sieht er allerdings als Problem. Deshalb müsse die Planung seiner Ansicht nach so gestaltet werden, dass möglichst wenig Fläche versiegelt werde. „Da gibt es Möglichkeiten.“ Zudem setzt er auf klimaneutrales Bauen („Fotovoltaik dort, wo es sich lohnt“), kleine Windkraftanlagen und viele Grünflächen.

Fokus auch auf kleine Themen – und den Nahverkehr

Aber es sind vor allem die kleineren Themen, die ihm wichtig sind, denn „die können der großen Masse oft helfen“, sagt er und nennt als Beispiel Leihschläger für Federball auf Grünflächen oder Spielplätzen.

Auch das Thema Verkehr hat der Student auf der Agenda. Man könnte gut mit dem Bus von Bremen-Mahndorf über Achim bis nach Verden fahren – „wenn er denn besser getaktet wäre“. Der Individualverkehr müsse weg aus der Innenstadt, findet Bandowski. „Das Problem sind die Lastwagen, die von der Autobahn kommen und durch die Stadt müssen. Um das zu ändern, wäre Achim-West gut.“

Ein Bürgermeister müsse Organisationstalent haben, findet der Uphuser, damit er alle Stellen koordinieren kann. „Er sollte sich auch gut mit den Prozessen auskennen und glaubwürdig sein.“

„Will Dinge machen, die der Gesellschaft weiterhelfen“

Bandowski beschreibt sich selbst als wissbegierig. „Ich versuche, mich in jedes Thema reinzudenken, um mitreden zu können.“ So schreibt er Einträge für das Internet-Lexikon Wikipedia und hat kurzzeitig als zweiter Vorsitzender seines Partei-Kreisverbands und als jetziger Schriftführer Erfahrungen gesammelt, was die Regularien von Sitzungen angeht. Zudem habe er während seiner Schulzeit zwei Praktika in der Achimer Stadtverwaltung absolviert. „Ich will in meiner Freizeit Dinge machen, die der Gesellschaft weiterhelfen“, beschreibt der Student seinen Antrieb.

Und wenn er mal abschalten will, dann jubelt er für Werder Bremen. Aber auch Holstein-Kiel hat es ihm angetan, weil dort Freunde aus Kindheitstagen wohnen, bei denen er viel Zeit verbracht hat.

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