Millionenprojekt wird allerdings erst 2025 fertig

Achimer Kläranlage als Energiezentrum

Das Klärwerk in Clüverswerder soll zum Teil neu gebaut werden, um die Anlage weitgehend energieautark betreiben zu können. archiv
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Das Klärwerk in Clüverswerder soll zum Teil neu gebaut werden, um die Anlage weitgehend energieautark betreiben zu können. archiv

Achim – Die Kläranlage in Clüverswerder soll künftig nicht nur Schadstoffe aus dem Abwasser der Haushalte und von Betrieben filtern, sondern auch zum weitgehend sich selbst mit Strom und Wärme versorgenden Energiezentrum werden. Allerdings dauert dieser millionenteure Wandel länger als ursprünglich geplant. Voraussichtlich erst 2025 wird das „Energiezentrum Kläranlage Achim“ stehen.

„Wir müssen ein neues Betriebsgebäude bauen, in das ein Blockheizkraftwerk und ein leistungsfähiges Notstromaggregat integriert werden sollen. Zudem ist der Faulgasspeicher abgängig und zu ersetzen“, informierte Uwe Schmoecker, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung, am Montag in der ersten Sitzung des nach der Wahl im September neu zusammengesetzten Betriebsausschusses Abwasserbeseitigung. Der Neubau an leicht versetzter Stelle gegenüber dem bisherigen Standort solle multifunktional werden. Dort will der Eigenbetrieb „jene technischen Anlagen bündeln, die der Erzeugung oder Verwertung von Energieträgern dienen“.

„Neben dem Gebäude wird ein Speicher für auf dem Klärwerksgelände selbst erzeugtes Faulgas errichtet“, führte Schmoecker aus. Das Blockheizkraftwerk werde das Faulgas aufbereiten und verwerten. Zusätzlich ist beabsichtigt, eine Ausbaureserve für künftige Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien vorzuhalten.

An einem neuen Notstromaggregat führt laut dem Betriebsleiter kein Weg vorbei. „Wir haben inzwischen viel mehr Strombedarf als zu Beginn der 80er-Jahre, als das alte Aggregat in Betrieb genommen wurde.“

Das gesamte Projekt hinke aus verschiedenen Gründen hinter dem Zeitplan her. Die „Vorplanung“ durch ein Ingenieurbüro habe eigentlich schon in diesem Jahr vorliegen sollen. Vor allem der Weggang von Frank Berlage, Projektingenieur des Eigenbetriebs, und die ein Jahr andauernde Vakanz der Stelle hätten sich negativ ausgewirkt. „Hinzu kommt der durch die EU-weite Ausschreibung erforderliche Mehraufwand bei der Vergabe der Planungsleistungen“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Ausschuss. Nachdem im Mai Dr. Christof Heußner die Stelle als Produktgruppenleiter Abwasserbeseitigung und Projektingenieur übernommen habe, gehe es nun aber voran. Im Laufe des kommenden Jahres sollen die Planungsleistungen vergeben werden und die Entwurfsplanung erfolgen.

„Wenn alles gut läuft, können 2023 die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Die Inbetriebnahme des Energiezentrums ist für 2025 geplant“, sagte Schmoecker.

Als Lieferant für CO2-freien Strom käme vornehmlich Windkraft in Betracht. „Aber Energieautarkie werden wir auf der Anlage wohl nicht erreichen“, merkte der Betriebsleiter an.

„Eventuell ist ja auch der Einsatz von Wasserstofftechnologie möglich“, hakte Hans Baum (FDP), alter und neuer Vorsitzender des Ausschusses, ein. Die Ratsfraktionen, regte er an, sollten sich mit diesem Thema mal befassen.

Zu den Kosten für das Energiezentrum könne er noch nichts Genaues sagen, antwortete Uwe Schmoecker auf eine entsprechende Frage von Petra Geisler (SPD). Der Haushalt für den Eigenbetrieb weist für 2022 und 2023 immerhin insgesamt 2,5 Millionen Euro an Investitionen für das Vorhaben aus. Auf längere Sicht rechne sich das Energiezentrum, zeigte sich Schmoecker überzeugt. „Die neue, energiesparende Anlage wird sich nach 10 bis 15 Jahren auszahlen.“

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