Kita-Verpflegung: Konzept verlangt viel

Backfisch mit Gräten stößt Eltern auf

Achim - Erschrocken waren Eltern beim Testessen in städtischen Achimer Kindertagesstätten, als sie wieder Gräten im Backfisch fanden. Im Essen für kleine Kinder hätten Gräten wirklich nichts zu suchen, wurde moniert und vorgeschlagen, „dieses Produkt aus dem Programm zu nehmen“.

Es gab aber auch positive Bewertungen. An der Gemüsefrikadelle mit Kartoffegratin und Rohkost in der Kita Baden etwa hatte die Testesserin „nichts auszusetzen. Schien alles frisch zu sein“.

Dass jeweils zwei bis drei Eltern in allen städtischen Kitas an einem oder zwei Tagen das Mittagessen verkosteten, liegt nun schon einige Zeit zurück.

Es geht jetzt darum, das von der Kita-Fachberaterin, Verwaltung und Eltern entwickelte Konzept zur künftigen Verpflegung in städtischen Kindertagesstätten zu beschließen und den Markt nach jemandem abzusuchen, der die Qualitätsanforderungen ans Kita-Essen erfüllt und zugleich eine annehmbare „Preisgestaltung“ bietet. Diese Suche sprich Ausschreibung übernimmt die Stadtverwaltung.

Zunächst berät jetzt der Achimer Sozialausschuss auf seiner Sitzung am kommenden Montag, 8. Februar, über das Verpflegungskonzept.

Die bestehenden Lieferanten-Verträge für die Kitas und die Astrid-Lindgren-Grundschule werden fristgerecht zum neuen Kita-Jahr gekündigt. Sie von vornherein zu befristen und dann wieder neu auszuschreiben, entspreche den Vorgaben des Vergaberechts, betont die Stadtverwaltung.

Das neue Verpflegungskonzept, in das Ergebnisse von Elternbefragungen mit einflossen, enthält hohe Qualitätsansprüche für das favorisierte „Warmanlieferungsverfahren mit Frischeergänzung“. So gibt es die vom Stadtelternrat auf Grundlage von Elternbefragungen entwickelte Liste unverzichtbarer Standards, die Achimer Kita-Menüs erfüllen sollten.

Dazu zählen etwa folgende Punkte: Verzicht auf Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker und Farbstoffe, kein Geflügel aus Massentierhaltung, sondern Bio-Fleisch, bei jedem Essen frisches Gemüse oder Salat, weniger Würstchen und billiges, sondern hochwertiges Fleisch, keine Fertigprodukte, kein Fisch aus Aquakultur wie etwa Pangasius, Verzicht auf Soßen an dem Gemüse, so dass der Geschmack des Gemüses in den Vordergrund tritt und nicht die Soße.

Darüber hinaus schlägt die Arbeitsgruppe Kita 2000+ namens der Eltern vor, „dass es auch eine verantwortliche Person der Stadt Achim geben muss, die die Einhaltung der vorgegebenen Standards überprüft und sich stichprobenartig in regelmäßigen Abständen ein eigenes Bild vom Essen macht“.

Auf Grundlage all der Qualitätvorgaben müsste sich also die Verwaltung nach geeigneten Anbietern umschauen. Dabei wird ziemlich bald aber wohl auch die Frage der zu erwartenden Kosten und ihrer Verteilung eine bedeutende Rolle spielen.

la

Rubriklistenbild: © dpa

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