56. Pfingstwiese zieht auch bei Wind und Regen Besucher / Montags-Flohmarkt überschaubar

Kirmes mit idyllischem Ambiente

Aus dem Nostalgie-Kettenflieger konnten sich Gäste einen herrlichen Überblick über das diesjährige Pfingstwiesen-Angebot verschaffen. Foto: Schmidt

Baden – Von Freitag bis einschließlich gestern Abend lockte wieder die Badener Pfingstwiese an den Weserbogen. Der kleine Jahrmarkt ist nach wie vor ein fester Bestandteil im Wochenendprogramm vieler Familien. Dass die Tage vor Pfingsten oft nicht so richtig gut frequentiert werden, stört die Initiatoren nicht. Sie fühlen sich der Tradition verpflichtet und möchten ihren Gästen vor allem am Sonntag und Montag ein Angebot machen.

„Die Badener Pfingstwiese muss unbedingt als Treffpunkt für Badener Familien und deren Gäste erhalten bleiben“, erklärt Michael Hempen, Betreiber des Elektronischen Fadenziehers (Greifer). Und weiter fragt der Vorsitzende des Oldenburger Schaustellerverbandes: „In welchem Stadtteil gibt es denn heute noch eine eigene Kirmes?“ Das Ambiente sei zudem traumhaft und einzigartig – idyllisch auf einer Wiese gelegen, direkt am Flussufer mitten in der Natur.

Aber tatsächlich regte sich am Freitag buntes Treiben auf der Festwiese: Einige Familien aus den nahegelegenen Wohngebieten nutzten das Angebot: Kinder ließen sich im Nostalgie-Kettenflieger ordentlich durchpusten oder tollten zwischen Schießwagen und Huckel-Piste umher, während die Erwachsenen ein Schwätzchen am rustikalen Biertisch hielten. Und auch am Samstag, bei wenig freundlichem und windigem Wetter, fanden sogar Familien aus Uesen und Achim den Weg zur Badener Pfingstwiese.

Bei fast durchweg angenehmem, frühsommerlichem Wetter fanden sich die meisten Besucher am Sonntag und Montag auf dem Festplatz in Baden ein. Der Verkauf von Eis und kühlen Getränken dürfte sich da ebenfalls gelohnt haben.

Ein wesentlicher Anziehungspunkt für Besucher ist am Pfingstsonntag immer auch der Flohmarkt mit ausschließlich privaten Händlern, den die Arbeitsgemeinschaft Badener Vereine veranstaltet. Der Versuch, einen Trödelmarkt mit Hilfe des professionellen Oldenburger Veranstalters „Schlossfloh“ erstmals auch am Montag anzubieten, fand aber offenbar aufgrund von Kommunikationsfehlern nicht das erhoffte Echo. Während die Stände am Sonntag bis abends geöffnet hatten, bevölkerten am Montag gerade mal vier Händler die Festwiese. „Es gab zu wenig Werbung und es wurde zu spät bekanntgegeben“, glaubt ein Badener, der hauptsächlich Bücher, Filme und Tonträger im Angebot hatte und sonst auf der Bürgerweide in Bremen präsent ist. „Aber es ist total nett hier mit Blick auf die Weser“, fand er. Besonders enttäuscht zeigte sich Andreas Sander, der extra aus Hannover angereist war. Aufgrund des Regenwetters am frühen Morgen hätten Helfer der Pfingstwiese „in Absprache mit dem Veranstalter vor Ort“ voreilig Hinweisschilder entfernt und sogar Händler teilweise wieder nach Hause geschickt. Mit Oganisator Frank Walde, der regelmäßig Flohmärkte auf dem Oldenburger Schlossplatz veranstaltet, habe er bisher gute Erfahrungen gemacht. „Darüber werde ich nächstes Mal mit ihm sprechen, ansonsten war’s das für mich.“ Das sieht ein Standnachbar aus Ottersberg nicht so eng: „Ich würde nochmal herkommen.“ Der Sonntag habe sich zwar deutlich mehr gelohnt. Aber immerhin habe der Organisator für Montag keine Standgebühr berechnet.

Karsten Burock und Tochter Johanna (9) wurden dennoch fündig – mit der DVD „Conni & Co.“. Der Achimer setzt noch auf analoge statt digitale Wiedergabe-Methoden: „Außer dem Flohmarkt nutzen wir oft die Angebote der Bibliothek“, erzählte er auf dem Sprung zum Festvergnügen. Zwei Besucher aus Uesen interessierten sich für Bildbände mit Motiven aus Süditalien. „Meine Schwiegertochter kommt daher“, erklärte die Dame. Die Enkelkinder, die in der Region wohnten, seien den Pfingstwiesen-Attraktionen schon entwachsen.  ldu/sch

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