Beschluss im Verwaltungsausschuss

Kindergartengruppe in der Uphuser Grundschule: Leitung überrascht und fassungslos

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Beim „Basteltag“ in der Grundschule Uphusen war am Donnerstag auch das Foyer voller Leben. Mitten unter den Kindern: Schulleiterin Bärbel Haverkamp (hockend) und Konrektorin Astrid Degenhardt (rechts zwischen zwei Schülerinnen).

„Wir müssen dringend ein Gespräch führen“, bat am Telefon eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung am Montag, 18. März. Einen Tag später informierte sie die Leitung der Uphuser Grundschulleitung darüber, dass eine Kindergartengruppe mit einquartiert werden soll.

Uphusen – Dafür werden Teile des Foyers, der Bibliothek sowie ein von der Hortgruppe genutzter Raum in der Schule mit benötigt. Am Donnerstag wurde es dann schon so im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss beschlossen. Fassungslos zeigten sich die Uphuser Schulleiterin Bärbel Haverkamp und Konrektorin Astrid Degenhardt jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung über ein solches Verhalten. „So kann man doch nicht miteinander umgehen“, betont Bärbel Haverkamp.

Ihre Nachfragen bei Schulausschussmitgliedern hätten ergeben, dass auch dieses Gremium in die Planungen für die Uphuser Grundschule vorher nicht eingeweiht worden sei. Nur beim Hausmeister der Schule war offenbar vorgefühlt worden, ob der oder der Raum zur Verfügung stehe. Drei Erzieherinnenstellen hatte die Verwaltung schon für die neue Kita-Gruppe ausschreiben lassen.

Störungen des alltäglichen Schulbetriebs

Der Schulvorstand und auch die Uphuser Gesamtkonferenz haben sich bereits eindeutig gegen die Unterbringung der Kita-Gruppe ausgesprochen. Auch Schulleiterin und Konrektorin weisen darauf hin, dass die erst seit rund einem Jahr bestehende Hortgruppe ihren Aktions- und den großen Ruheraum weiterhin braucht. Außerdem gebe es Bedarf nach einer zweiten Hortgruppe mit Platzsharing-Möglichkeiten. Räume wie Bücherei und Aula sind zudem „ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags und des pädagogischen Schulkonzeptes“ wie es zur Erläuterung des Schulvorstands-Beschlusses heißt. In der Bibliothek etwa laufe ein Leselern-Projekt, das sogar aus dem Stadthaushalt finanziert werde.

Alternativen anscheinend nicht geprüft

Wenn in den Raum Toiletten, also Nassräume, eingebaut würden, wäre er auch später nach Auszug der Kita-Gruppe nie mehr als Bibliothek nutzbar. Außerdem seien Störungen des alltäglichen Schulbetriebs zu erwarten, wenn Kita-Kinder durch das halbe Gebäude zu den Toilettenräumen unterwegs sind.

Alternativen zur Einquartierung in der Grundschule seien anscheinend nicht geprüft worden, moniert die Uphuser Schulleiterin. So könnten Containerbauten auf dem Kindergarten-Grundstück aufgestellt werden. Dort gebe es im Gegensatz zur Grundschule auch ein weitläufiges Außengelände zum Spielen. Der „Morgenland“-Spielplatz mit Containerlösung biete sich ebenfalls an. Auch die Awo-Räume mit separatem Eingang direkt neben der Grundschule könnten genutzt werden.

Der Büchereiraum soll laut Plan der Stadt halbiert und eine Toilettenanlage hier installiert werden.

Im Übrigen sei doch seit etwa drei Jahren klar, dass die Kindergartenkapazitäten bald erschöpft seien, stellt Bärbel Haverkamp fest. Da habe es Zeit genug gegeben, überlegtere Lösungen zu finde als die jetzt offenbar unter großem Zeitdruck entwickelte. Ebenso wie die Konrektorin hofft die Schulleiterin, dass die Einquartierung in der Grundschule noch einmal überdacht wird.

Wiltrud Ysker, die Leiterin des Fachbereichs Bildung, Soziales und Kultur in der Stadtverwaltung, war am Donnerstag für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen überstürzten Handelns ohne Abstimmung mit Betroffenen sowie eine Beurteilung der Alternativ-Vorschläge aus der Uphuser Schulleitung noch nicht erreichbar. 

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