Neue Kita neben Grundschule Bierden

Kindergarten-Betrieb soll keine Kostenfalle werden

Bürgermeister Rainer Ditzfeld (links) und Michael Grashorn vom Vorstand der Lebenshilfe unterzeichneten gestern den Vertrag.

Achim - Wenn am kommenden Montag der neue Kindergarten der Lebenshilfe im Landkreis Verden neben der Grundschule Bierden am Steinweg startet, wird damit ein Betreuungsengpass in dem Ortsteil beseitigt. Der zwischen der Stadt und dem freien Träger der Einrichtung geschlossene Vertrag über den Betrieb der Kita stellt aber auch eine Premiere für Achim dar. Die anfallenden Betriebskosten werden zum Großteil im Vorhinein berechnet und bezahlt und nicht erst hinterher.

Deshalb war auch die örtliche Presse zur gestrigen Vertragsunterzeichnung im Rathaus eingeladen. Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Michael Grashorn vom Vorstand der Lebenshilfe setzten dort ihre Unterschriften unter die zunächst für zwei Jahre geschlossene Vereinbarung.

„Damit gibt es nun erstmals eine pauschalierte Abrechnung statt der üblichen Defizitverträge“, stellte Wiltrud Ysker, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung, fest. „Wir wollen damit eine bessere, verlässlichere Planbarkeit bekommen.“

Antje Jordan, die den Bereich Finanzen und Controlling bei der Lebenshilfe leitet, nickte zustimmend. „Wir erbringen eine Betreuungsleistung, die Personal- und Sachkosten verursacht. Letztere werden vorab erhoben“, erläuterte sie.

Der Lebenshilfe-Kindergarten neben der Bierdener Grundschule ist fertiggestellt. Bis zum Einzug der Kinder und Erzieherinnen am Montag wird noch das Außengelände hergerichtet. - Fotos: Mix

Vor der Abfassung des Vertragswerks hätten viele betriebswirtschaftliche und auch juristische Fragen, wie zum Beispiel das Finden von rechtssicheren Formulierungen, geklärt werden müssen, merkte Ysker an. Ihre Mitarbeiterin Christin Ogonowski und Elisabeth Hennies, die bei der Lebenshilfe den Geschäftsbereich Elementarpädagogik verantwortet, seien dabei eine wesentliche Hilfe gewesen. All das ging dem Vernehmen nach in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens über die Bühne. Die Stadt und die Lebenshilfe seien „Vertragspartner, die sich seit langem kennen und schätzen“, betonte Bürgermeister Ditzfeld. Schließlich betreibe der Verein bereits seit Jahrzehnten die Kindertagesstätte an der Bremer Straße. 

Die Kita am Steinweg, wo eine Krippen-, eine heilpädagogische und eine Regelgruppe sowie zwei Hortgruppen beherbergt werden, kommt nun noch dazu. „Insgesamt ist dort Platz für 73 Kinder“, informierte Jordan.

Und in einem Jahr soll die Kita am Badener Lahof, die ebenfalls von der Lebenshilfe betrieben wird, startklar sein. Für die dortige Einrichtung, schob Ditzfeld hinterher, sei der Vertrag eine Blaupause.

Bei dem handele es sich um „mehr als ein Stück Papier“, unterstrich Grashorn. „Da geht es um Menschen.“ Auch wenn die Teilhabe von Behinderten gesellschaftlich gewollt sei, so habe die Lebenshilfe „nach wie vor eine besondere Kompetenz für Integration und Inklusion“. 

mm

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