Kinderarbeit in der Textilindustrie

Margot Käßmann spricht als Botschafterin für Terre des Hommes im Kasch

Porträt von Margot Käßmann
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Margot Käßmann hält am 22. Januar einen Vortrag im Kasch.

Achim – Seit Anfang 2019 ist Margot Käßmann Botschafterin für Terre des Hommes. Damit hat das weltweit tätige Kinderhilfswerk eine profilierte Streiterin für Menschen- und Kinderrechte gewonnen. Auf Einladung der Arbeitsgruppe Achim von Terre des Hommes kommt die bekannte frühere Bischöfin am Mittwoch, 22. Januar, ins Kasch.

Im November 2019 war Käßmann in Indien. Sie hat sich dort einen persönlichen Eindruck über die Lebenssituationen der jungen Menschen in der Textilindustrie und die Projekte von Terre des Hommes verschafft, heißt es in einer Pressemitteilung der Achimer AG. Darüber wird Käßmann in ihrem Vortrag berichten.

Im südindischen Tirupur, einem der größten Textilstandorte der Welt, arbeiten etwa 500 000 Menschen in der Textilindustrie. Etwa 260 000 junge Mädchen und Frauen werden nach Angaben von Terre des Hommes in der Region wie Sklavinnen gehalten und ausgebeutet.

Der Lärm der Maschinen sei ohrenbetäubend, und die Luft sei angefüllt mit Baumwollfasern, sagte Käßmann. Die Arbeiterinnen liefen barfuß, trügen weder Gehör- noch Mundschutz. Sie wohnten und schliefen in Räumen direkt neben den Fabriken.

„Die Arbeitsbedingungen, die Arbeitssicherheit, die Unterbringung sind in einem dramatischen Zustand. Dort kann Terre des Hommes noch sehr, sehr viel tun, um die Lebenssituation dieser Mädchen und Frauen zu verbessern“, sagt Käßmann. „Ich halte das für dringend notwendig, damit die Frauen und Mädchen der Fabrikhölle entkommen.“

In diesem Zusammenhang wird Margot Käßmann auch auf die Frage eingehen, ob und wie sich das Verhalten der Konsumenten in Europa auf die Situation in den Textilstandorten in Indien auswirken kann. Die langjährige Bischöfin der Evangelischen Landeskirche Hannover und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands ist bekannt für ihre offenen, klaren Worte.

Bei ihrem Besuch in Achim wird sie sich auch über die Arbeit der örtlichen Gruppe informieren und den Kleidermarkt von Terre des Hommes an der Achimer Brückenstraße besuchen. Die heimische AG sammelt seit Jahrzehnten durch Aktivitäten wie den Weihnachtsbasar, den Pflanzenmarkt oder den ehrenamtlichen Verkauf von gespendeten Kleidungsstücken im Kleidermarkt Spendengelder für Kinderprojekte in aller Welt.

Das Ziel von Terre des Hommes ist, wie es der lateinische Name schon sagt, eine „Erde der Menschlichkeit“. Die Organisation schützt Kinder vor Sklaverei und Ausbeutung, hilft Flüchtlingskindern, kümmert sich um die Opfer von Krieg, Gewalt und Missbrauch und sorgt für die Erziehung und Ausbildung von Kindern. Es werden Mädchen und Jungen unterstützt, deren Familien an Aids gestorben sind. Außerdem setzt sich Terre des Hommes für das Recht von Kindern auf eine gesunde Umwelt und für den Schutz diskriminierter Bevölkerungsgruppen ein.

Das Hilfswerk schickt nach eigenen Angaben keine Helferinnen und Helfer aus Deutschland, sondern unterstützt einheimische Initiativen mit Spenden und durch Beratung. Die Projektpartner vor Ort organisieren Selbsthilfeprojekte und betreuen Kinder in Kinderschutzzentren.

Um die Arbeit zu finanzieren ist Terre des Hommes auf Spenden angewiesen. So werden die Besucher auch beim Vortrag von Margot Käßmann um Spenden gebeten.

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 22. Januar, um 19 Uhr im großen Saal im Kasch, Bergstraße 2. Zur Begrüßung singt die Achimerin Mayura Datta. Einlasskarten sind erhältlich im Kasch, in der Buchhandlung Bücherwurm, Herbergstraße 12, und im Kleidermarkt von Terre des Hommes, Achimer Brückenstraße 5.

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