Kinder der Astrid-Lindgren-Schule mittendrin bei Projekt der Bremer Philharmoniker

Tanzende Elefanten und streitsüchtige Meerestiere

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Vom schweren Klang des Kontrabass begleitet, marschieren die kleinen Elefanten.

Achim - Wie kann man Kindern klassische Musik nahe bringen? Diese Frage beschäftigte schon viele Musiker und Komponisten, darunter Camille Saint-Saëns. Er schuf mit seinem „Karneval der Tiere“ in dieser Hinsicht auch gleich einen musikalischen Meilenstein. Auf den Spuren des französischen Komponisten touren die Bremer Philharmoniker derzeit durch die Schulen der Region. So tanzten zu Saint-Saëns Soundtrack gestern Elefanten, Schwäne, Schildkröten und Meerestiere durch die Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule in Achim.

Jede der insgesamt zwölf Klassen beschäftigte sich mit einem bestimmten Tier aus dem Werk und erarbeitete dazu eine Choreographie, die gesanglich, schauspielerisch oder auch mit Orffschen Instrumentarium erweitert werden konnte. Bei der Aufführung stellten die Kinder dann zu der live gespielten Musik ihre jeweiligen Tiere vor. Zuvor hatten die 176 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften mit einfachen Mitteln fantasievolle Kostüme gebastelt. So konnten sie authentisch in die Rollen von Löwen, Fossilien und Hühnern schlüpfen. Dazu gab es ein Bühnenbild aus selbst gemalten Bildern, so dass jede Klasse der Aufführung eine persönliche Note hinzufügte.

„Der König aller Tiere ist er, manchmal schläft er, meistens frisst er“, lautete eine der einleitenden Gedichtzeilen. Zur Musik reckten die Schüler dann ihre mit farbenfrohen Löwenkopf-Hüten geschmückten Köpfe empor und fuhren ihre Pranken aus. Mit einem Gitarrenlied erfolgte der Einmarsch der Elefanten, den Saint-Saëns im schweren Walzertakt mit Kontrabass vertonte. Eher ätherische Klänge kennzeichneten den Karneval der Fische. Der Streit der Meerestiere, wer zuerst mit der Fütterung dran sei, von den Schülern mit viel Spielfreude umgesetzt, war mit einem gemeinsamen Tanz schnell beigelegt.

„Das war schon zum Vorzeigen, was die Kinder hier mit den Musikern aufgeführt haben“, freute sich Jutta Hilgenboecker. Der Dank der Schulleiterin galt besonders der Achimer Bürgerstiftung, die das Projekt mit einer großzügigen Spende erst möglich gemacht hatte. „Toll, dass wir diese Unterstützung haben. Die können wir als sogenannte Brennpunktschule, mit vielen Kindern unterschiedlicher Herkunft, gut gebrauchen“, so die Schulleiterin. Eine Kooperation mit der Bürgerstiftung besteht schon seit längerer Zeit: So hilft die Organisation etwa, den Schwimmunterricht zu finanzieren.

Mit dem klassischen Orchester steht die Schule übrigens nicht zum ersten Mal in Kontakt. Einmal jährlich unternehmen die dritten oder vierten Klassen eine Fahrt zur „Musikwerkstatt“ der Bremer Philharmoniker, wo die Kinder unter Anleitung selber Instrumente ausprobieren können.

Marko Gartelmann, Projektverantwortlicher und Koordinator für Musikvermittlung bei den Bremer Philharmonikern, ist regelmäßig mit dem Projekt „Karneval der Tiere“, begleitet von bis zu 18 Orchestermusikern, in Grundschulen zu Gast: „Unser Engagement für Kinder und Jugendliche spricht sich immer mehr herum und scheint Lehrer und Kinder gleichermaßen zu überzeugen“, so Gartelmann. Dieses Projekt mache es jedem Kind leicht, sich mit einem der Tiere zu identifizieren, so dass die klassischen Klänge nicht als Hürde empfunden würden. „Denn egal ob durch Tanz, Gesang, Percussion oder Streich- und Blasinstrumente – der Alltag der Kinder wird durch Musik bereichert.“

ldu

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