„Kein Verständnis für diese Aktion“

Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld verurteilt Blockade auf Autobahnen

Die Blockade der Klimaaktivisten erhitzte über den Donnerstag hinaus die Gemüter.
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Die Blockade der Klimaaktivisten erhitzte über den Donnerstag hinaus die Gemüter.

Achim/Oyten – Es war der große Aufreger am Donnerstag – und auch am Tag danach noch Thema: Klimaaktivisten hatten mehrere Verkehrsknotenpunkte blockiert, sodass die Autobahnen A 1, A 27 und A 28 teils stundenlang lahmgelegt wurden. In Bremen hatte die Aktion zusätzlich für Wirbel gesorgt: Die Handelskammer Bremen hatte kritisiert, dass sich die Senatorin für Umwelt angeblich zu wenig von der Aktion distanziert hatte.

Ein Mitarbeiter der Feuerwache Oyten postete am Donnerstag via Facebook seine Sicht der Dinge, für die er sehr viel Zuspruch erhielt. Tenor: „Warum gefährden diese Demonstranten so viele Menschen?“ Hunderte Rettungskräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Großraum Bremen seien damit beschäftig gewesen, die Folgen dieser Aktion abzuarbeiten: „Diese Kräfte und Rettungsmittel fehlen bei echten Unglücken.“

Außerdem, so hieß es weiter, bestehe durch diese Aktionen Potenzial für weitere Unfälle. Und alleine in Oyten hätten 20 Kameraden ihren Arbeitsplatz für mehrere Stunden verlassen müssen. Insgesamt hätten die Aktivisten ihrer Sache einen Bärendienst erwiesen. Auch wenn es unter diesem Post heißt, dass alleine der (nicht genannte) Autor für den Text verantwortlich sei, ist offensichtlich, dass er damit vielen anderen Beteiligten aus der Seele gesprochen hat.

Und nicht nur denen. Rainer Ditzfeld, Bürgermeister der Stadt Achim, äußerte sich ebenfalls deutlich, was aus seiner Sicht die Sinnhaftigkeit und Folgen der Aktion betrifft: „Es ist ganz wichtig, dass es bei uns die Möglichkeit gibt, zu demonstrieren – aber ich habe keinerlei Verständnis dafür, wenn dabei das eigene Leben aufs Spiel gesetzt und auch das Leben von anderen gefährdet wird.“ Noch dazu in Zeiten, in denen es für die Feuerwehren kaum Übungsabende geben könne. „Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, wenn man mit der Klimapolitik nicht einverstanden ist – aber um das zu zeigen, gibt es genug andere Möglichkeiten, da muss man sich nicht an Autobahnschilder hängen.“ Das passe einfach nicht in die heutige Zeit, so der Bürgermeister weiter.

Ganz zu schweigen von den betriebswirtschaftlichen Folgen: „Viele Lastwagen hingen im Stau fest, konnten nicht pünktlich liefern, andere kamen nicht zu ihrem Arbeitsplatz.“ Und weiter: „Wir hatten Kontakt zu den von uns beauftragten Unternehmen am Bremer Kreuz, die hatten auch alle einen Hals“, so Ditzfeld.

Ingo Freitag, Vorsitzender der Unternehmergemeinschaft Achim (Uga), äußert sich ähnlich: „Solche Aktionen sind für den Umweltschutz ganz sicher nicht hilfreich.“ Im Gegenteil, er glaube, dass die Blockade der Sache eher geschadet habe.

Für die beteiligten Umweltaktivisten könnte die Aktion noch ein teures Nachspiel haben: „Es gibt die Verpflichtung, solche Einsätze zu berechnen“, sagt Ditzfeld, „da kommt sicherlich einiges zusammen.“

Von den Aktivisten wurden im Laufe des Donnerstags auf den jeweiligen Wachen die Personaldaten genommen, anschließend durften sie wieder gehen. Wie die Sprecherin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Imke Burhop, auf Anfrage mitteilte, werde ein Strafverfahren auf „Verdacht der gemeinschädlichen Sachbeschädigung“ eingeleitet.

Von Frank Schümann

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