Stadtwerke: Stromtankstellen insgesamt noch wenig genutzt / Falschparker bei der AWK

Kaum einer lädt am Krankenhaus auf

Bei der Einweihung der Ladesäule im Februar: Sven Feht (Stadtwerke) und Marianne Baehr (AWK). aRCHIVFoto: bischoff

Achim - Von Lisa Duncan. Eine E-Ladestation stellt die Aller-Weser-Klinik (AWK) – in Kooperation mit den Stadtwerken Achim – seit etwa drei Monaten Patienten und Besuchern zur Verfügung. Dazu zwei Parkplätze für Ladevorgänge. Unser Leser Jens Nissen war zunächst begeistert von dem Service: „Ich besitze zwar kein E-Auto, aber ich war drauf und dran, mir eins zuzulegen.“ Doch wie viele klimabewusste Autofahrer nutzen die Stromtankstelle überhaupt? Nissen, der wöchentlich die Wassergymnastik in der AWK besucht, hat beobachtet, dass andere Autos den Parkplatz bisweilen blockieren. „Kürzlich hat ein Mercedes Diesel über eine Stunde da geparkt“, ärgert er sich.

Da es ein Privatgrundstück ist, darf das Ordnungsamt auf dem Klinikparkplatz keine „Knöllchen“ verteilen.

Marianne Baehr, Geschäftsführerin der AWK Achim und Verden, hat von Fremdparkern bisher nichts bemerkt: „Beschwerden von Patienten oder Besuchern sind mir nicht bekannt. Das gilt ebenso für Falsch- oder Dauerparker.“ Die Inanspruchnahme der Elektrotankstelle sei allerdings noch „übersichtlich“. Seit dem 22. Februar steht die Stromtankstelle Kunden zur Verfügung.

Auch Elektroautos sollen laut Stefan Miebach, Bereichsleiter Handel der Stadtwerke, maximal drei Stunden neben der E-Ladesäule bei der AWK parken. Obgleich die Ladedauer je nach Ladeleistung und Akkukapazität variieren kann, „sollte ein Auto in drei Stunden voll sein“, erläutert Stadtwerke-Vorstandssprecher Sven Feht. Das sei bisher nicht überschritten worden: „So hoch ist der Andrang noch nicht“, weiß Miebach. Zwar wolle man noch keine Zahlen nennen, jedoch stelle das Unternehmen fest, dass die Stromtankstellen am Baumplatz in der Innenstadt sowie am Café SAM zwischen Achim und Oyten durchaus frequentiert werden, sagt Feht.

Bei der Elektromobilität herrsche derzeit das Henne-Ei-Problem vor: In Achim sei bereits eine gute Infrastruktur an Ladesäulen vorhanden, „aber wenn keine Elektroautos da sind, nützt das auch nichts“, so Feht.

Als Hemmschuh wirken derzeit die Lieferzeiten, vermutet Feht: „Vor etwa einem Jahr haben wir als Firmenauto einen Smart mit Elektroantrieb bestellt. Der soll demnächst kommen, hieß es.“ Dies sei kein Einzelfall: Zuvor hatten die Stadtwerke bei acht Autohäusern angefragt, die ähnliche Lieferzeiten angaben.

Doch nicht umsonst wollen die Stadtwerke ihre Stromtankstellen-Infrastruktur in der Region weiter ausbauen. Als nächstes soll, wie berichtet, im Bereich des Langwedeler Rathauses eine Ladestation aufgestellt werden. Weitere Standorte seien zudem an den Autobahnausfahrten angedacht.

Weitere Vermarktungsstrategien der Stadtwerke: der Verkauf von Kleinladegeräten („Wallboxen“) an Privatkunden und die Vermietung von Ladesäulen an Gewerbekunden. Hier liefen derzeit Verhandlungen mit einem namhaften Achimer Unternehmen, berichtet Stefan Miebach. Obgleich E-Autobesitzer ihre Fahrzeuge auch an der Steckdose laden können, eigneten sich diese nicht für ständige Ladevorgänge; das Laden mit Wallboxen sei sicherer und besser, wirbt Feht. Die Stückzahl der verkauften Kleinladegeräte sei derzeit aber noch überschaubar.

In Sachen E-Mobilität ist Sven Feht zuversichtlich: „Das ist ein Segment, das wächst. Wir glauben nicht, dass wir auf dem falschen Weg sind“, sagt er, und wagt einen Vergleich mit der Akzeptanz der Gasversorgung: „Das hat auch etwa 15 Jahre gedauert.“

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