Im Katerkostüm ins Ziel

Erster Katzenöhrchenlauf für wohltätige Zwecke in Achim

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Der Start zum 4,8 Kilometer langen „Kätzchenlauf“.

Achim - Von Inka Sommerfeld. Es herrschte optimales Laufwetter: Sonne und Wolken im Wechsel, dazu wehte ein leichter Wind. Alles bei angenehmen Temperaturen. Ins Schwitzen kamen die Läufer dennoch: beim ersten „Katzenöhrchenlauf“, der am Sonntag in der Achimer Innenstadt stattfand. Passend zwei Tage vor dem Weltkatzentag, der am heutigen Dienstag begangen wird.

Mehr als 100 Läufer hatten sich angemeldet, dazu kamen einige Kurzentschlossene. Lauftreffs, Vereine und Firmen, aber auch Privatpersonen aus Achim und Umgebung – Teilnehmer im Alter von fünf bis 61 Jahren. Alle bekamen einen Stirnreif mit Katzenöhrchen in die Hand gedrückt. Vor allem Kinder setzten ihn auf, einige Frauen malten sich zusätzlich Schnurrhaare ins Gesicht – es soll schließlich Spaß machen.

Batman malt fehlende Kreidepfeile auf die Straße

Die Organisatoren, Thomas Gebauer aus Langwedel und Dennis Dormuth aus Sottrum, sind mit der Resonanz zufrieden: „Für den ersten Katzenöhrchenlauf ist es eine gute Beteiligung.“

Start und Ziel war auf dem Bibliotheksplatz – das Ziel markierte ein großer hellbrauner Kratzbaum. Ja, Kratzbäume waren ebenso zu gewinnen wie Karten für das Musical „Cats“. Verteilt wurden sie aber erst bei der Siegerehrung am Nachmittag. Die sollte Sarah Patzer, gewandet in wunderschönem goldfarbenem Kleid, übernehmen, doch sie beschränkte ihren Auftritt darauf, Kinder zu bezaubern. Grund: Sie kam zur Veranstaltung, obwohl eine Verletzung sie plagte.

Sarah Patzer posiert neben dem Logo, bevor sie die Kinder am Rande des „Katzenöhrchenlaufs“ bezaubert.

Doch vor der Siegerehrung standen die Läufe, vier an der Zahl. Es begann mit dem „Kittenlauf“ über 2,4 Kilometer, der für Schüler bestimmt war. Kurz darauf startete der ebenso lange Lauf „Walking Cats and Dogs“. Gebauer lief gleich zu Beginn mit. Die Strecke führte einmal durch die Innenstadt. Lange brauchte das Publikum nicht zu warten – schnell tauchten Nils Brinker und Jakob Gari auf und flitzten durch die Fußgängerzone ins Ziel. „Habt ihr eine Abkürzung entdeckt?“, fragte Dennis Dormuth scherzhaft.

Lange dauerte es, bis die übrigen Läufer ankamen. Vor allem der kostümierte Thomas Gebauer blieb verschwunden. „Wir vermissen eine große schwarze Katze. Sie sieht eher wie ein Panther aus. Wer sie gesehen hat, bitte melden“, rief Dormuth ins Mikrofon. Nach und nach trudelten die Läufer ein, und auch Gebauer hatte den Weg gefunden. „An einigen Stellen fehlen die Markierungen der Strecke“, schnaufte er, schälte sich aus seinem Batmankostüm und wetzte wieder los, um die Kreidepfeile auf die Straße zu zeichnen.

Läufer bringen Fanclubs und Familien mit

Die Zeit des Wartens verkürzte die Band „Modern Walking“, die – nein, keine schmalzigen 80er-Jahre-Songs spielte, sondern mit peppig gecoverten Hits unterhielt. Außerdem informierten der Bremer Tierschutzverein und die Tierhilfe Achim, es gab Snacks und Getränke, ja, der Katzenöhrchenlauf hatte den Charakter eines kleinen Fests.

Fanclubs und Familien feuerten die Läufer an. Erst zaghaft, dann immer mutiger und lauter. Applaus gab es für alle. Als der mal nach Meinung des Moderators Gebauer nicht laut genug ausfiel, provozierte er das Publikum: „Buht den folgenden Läufer mal richtig aus.“ Sofort hagelte es Protest, und der folgende Läufer wurde mit richtig kräftigem Beifall bedacht.

„Der Lauf ist eine gute Sache, denn es bekommen Projekte Aufmerksamkeit, die man sonst kaum wahrnimmt“, findet Saskia Zwilling (18). Die Schülerin des Gymnasiums am Markt treibt gern Sport an frischer Luft – am liebsten fährt sie Inliner – und hatte für den guten Zweck ihre Laufschuhe angezogen.

Dennis Dormuth geht als Alex der Löwe an den Start.

Wie kam es zum Katzenöhrchenlauf? Gebauer und Dormuth laufen gern längere Strecken und nahmen auch an einigen Läufen teil. Dabei kam ihnen die Idee, solch eine Veranstaltung auch in Achim zu organisieren. „Dort gab es bislang keinen Innenstadtlauf“, sagte Gebauer. Für einen guten Zweck sollte das Ganze auch noch sein, und schnell waren die beiden Katzenbesitzer beim Tierschutz angelangt. Demzufolge kommt der Gewinn dem Bremer Tierschutzverein in Kooperation mit dem Deutschen Tierschutzbund und der Tierhilfe Achim zugute. Gefördert wird ein Projekt des Tierschutzbundes: die Kastration wilder, streunender und oft krank und elend lebender Katzen.

Auch Dennis Dormuth ging an den Start. Verkleidet als Alex der Löwe lief er den „Katerlauf“, also 9,6 Kilometer. Das bedeutet, vier Runden durch die Innenstadt.

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