Eltern empört über dauernde Ausfälle

„Katastrophale Zustände in der Schulbusbeförderung“

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Die Linie 733 ist oft verspätet unterwegs oder fällt ganz aus.

Achim - Von Michael Mix. Es ist Schule, aber viele Fahrschüler haben Probleme, dorthin zu gelangen und wieder nach Hause zu kommen. Seit dem Wiederbeginn des Unterrichts am 3. August funktioniert der Busverkehr, wie berichtet, in Achim und benachbarten Gemeinden nur mangelhaft. Eltern sind empört und fordern das verantwortliche Bremer Unternehmen Weser-Ems-Bus und den für den Schülertransport zuständigen Landkreis Verden zu raschem Handeln auf.

„Katastrophale Zustände in der Schulbusbeförderung“ beklagt Corinna Thalies-Feht aus Embsen. Elterntaxis oder, wenn es gar nicht anders geht, auch „richtige“ Taxis seien seit dem vorigen Donnerstag auf dem Weg zur oder von der Unterrichtsstätte an der Tagesordnung. Dienstagmittag habe sie ihren Sohn von der Schule in Achim abholen müssen und gleich noch einige weitere Kinder mitgenommen. „Heute wird das wohl mein Mann übernehmen müssen.“

Ortsunkundige Busfahrer in Uphusen beklagt 

Thalies-Feht listet bei dem Thema gleich eine ganze Reihe von Missständen auf, die sie selbst beobachtet hat oder die ihr zugetragen worden sind. Offenbar ortskundige Busfahrer seien am Montag mit ihren Fahrzeugen durch Uphusen geirrt und hätten die Kinder gefragt, wo sie halten müssen. Überhaupt würden nicht immer die vorgesehenen Haltestellen angefahren, „und mitunter sind Busse auch ganz ohne Kinder losgefahren“. Dazu seien die Wagen oft nicht ausgeschildert, so dass die Kinder etwa am Achimer Schulzentrum gar nicht wüssten, in welchen Bus sie steigen müssen. Zudem hätten einzelne Fahrer überhöhtes Beförderungsentgelt kassiert und Kinder „angepampt“, wenn diese sie auf Fehler hingewiesen haben.

Derlei Chaos gebe es leider auch im Landkreis Osterholz und überall, wo Weser-Ems-Bus die Streckenkonzessionen erlangt habe, weiß Thalies-Feht. Die Tochterfirma der Bahn, fügt sie an, habe „mit Dumping-Preisen jahrzehntelang tätige, zuverlässige Unternehmen aus dem Markt gedrängt“ und das sei nun die Quittung.

Diese drei Schüler mussten Dienstagmorgen in Baden 20 Minuten auf den Bus warten. Immerhin fuhr er.

Erschwerend kommt hinzu, dass Weser-Ems-Bus die Beförderung auf den nicht so lukrativen Strecken abgegeben hat. „Das Angebot an Subunternehmen wurde dreimal gedrückt“, berichtet eine Fahrerin hinter vorgehaltener Hand.

Landrat hat Unternehmen aufgefordert Fahrplan sicherzustellen

Einen Großteil des Schülertransports in der Region hat die Firma Enders mit Hauptsitz in Hannover übernommen. „Bei uns sind Fahrer abgesprungen“, räumte ein Mitarbeiter auf Nachfrage ein. Mit einem Kleinbus „sammelte“ er Dienstagmorgen Kinder in Baden „ein“, damit diese noch rechtzeitig zur Schule kommen konnten.

Die Eltern würden indes von den Verantwortlichen im Regen stehen gelassen, kritisiert Corinna Thalies-Feht. „Der Landkreis und Weser-Ems-Bus haben die Pflicht, unsere Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause zu bringen und kommen dieser Pflicht in keinster Weise nach.“

Landrat Peter Bohlmann hat das Unternehmen, wie Dienstag berichtet, aufgefordert, den Schülerverkehr nach Fahrplan sicherzustellen. Und was sagt Weser-Ems-Bus zu den ganzen Problemen?

Unternehmen: Auftragnehmer kurzfristig abgesprungen

„Einer unserer Auftragnehmer ist kurzfristig abgesprungen, so dass wir zum Schulstart nicht für alle geplanten Fahrten ausreichend ortskundiges Fahrpersonal zur Verfügung hatten“, teilte Sabine Brunkhorst, für Kommunikation bei der Bahn-Tochter zuständig, auf Nachfrage mit. Zudem führten Straßenbauarbeiten zu Verspätungen im Busverkehr.

„Dies ist nicht nur für unsere Fahrgäste sehr ärgerlich, sondern auch für uns. Als neuer Partner in der Region bedauern wir unser eingeschränktes und unzuverlässiges Angebot sehr. Leider rechnen wir auch in den nächsten Wochen mit vereinzelten Fahrtenausfällen und Verspätungen.“

Kunden können sich auf der Internetseite der Weser-Ems Bus oder unter der Rufnummer 0421/308970 informieren. Eventuell zusätzlich entstehende Kosten können beim Kundendialog der Firma Weser-Ems-Bus eingereicht werden.

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