Angehender Diplom-Finanzwirt kandidiert

„Karteileiche möchte ich nicht sein“

Philip Nürnberg (CDU). - Foto: Mix

Achim - „Ich habe gleich zu Herrn Dürr gesagt, ich möchte keine Karteileiche sein.“ Forsch trat Philip Nürnberg nach seinem Umzug nach Achim und dem Eintritt in die CDU zum Jahreswechsel 2014/15 dem örtlichen Parteivorsitzenden gegenüber und unterstrich seine Ambition, am neuen Wohnort politisch ein Wörtchen mitreden zu wollen. Ein Etappenziel hat der 22-jährige Student bereits erreicht. Bei der Wahl zum Achimer Stadtrat ist er einer der jüngsten Bewerber.

Und Philip Nürnberg besitzt eine realistische Chance, am 1. November in das oberste Entscheidungsgremium der Stadt einzuziehen. Genau das hatte der junge Mann nach eigenen Angaben von Rüdiger Dürr und der CDU Achim auch gefordert. „Wenn ich kandidiere, möchte ich einen guten Platz auf der Liste haben“, lautete sein Anspruch.

Bei der Wahlversammlung der CDU Achim im April klappte das. „In Urwahl bin ich auf Platz 4 der Liste für den Wahlbezirk Achim-Ost gewählt worden“, sagt der an der Brückenstraße in Uesen wohnende Nürnberg bei noch einem weiteren Wahlbezirk mit Blick auf die derzeit elf Christdemokraten im Stadtrat zufrieden und weiß: „Die CDU ist doch auch froh über Nachwuchs.“

Aber wieso ist er überhaupt bei dieser Partei gelandet? Er sei schon in seiner Heimat im Osten von Mecklenburg-Vorpommern politisiert worden. „Das ist ja eine unheimlich braune Ecke dort“, sagt Nürnberg. In Ueckermünde, wo er sein Abitur gemacht hat, habe die NPD „fast die Mehrheit“. Für den jungen Mann ein Graus. Die von ihm schon länger empfundene Nähe zur CDU sei bei einem Test am Wahlomaten dann nochmal bestätigt worden, erzählt er.

Nun mischt Philip Nürnberg also bei den Christdemokraten mit. Inzwischen ist er auch stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis Verden.

Und was will der „Newcomer“ für Achim erreichen? Von der Entwicklung des Lieken-Geländes als Einkaufszentrum samt einem großen Verbrauchermarkt würde die Stadt profitieren, ist er überzeugt. Auf dem Areal sollte seiner Meinung nach aber auch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, „vor allem für junge Leute“. Denn daran hapere es hier nämlich, hat der in Bremen Steuerrecht Studierende bei seinem Umzug festgestellt.

Darüber hinaus will er sich dafür einsetzen, in Achim Wlan-Hotspots in der Fußgängerzone zu schaffen, um das Internet auch außerhalb von Wohnung und Büro nutzen zu können. Aber auch zum Beispiel im Bürgerbus oder später mal auf dem Lieken-Gelände sollte es seiner Ansicht nach diese Möglichkeit geben.

Als dritten Punkt nennt Philip Nürnberg, die Gewerbesteuern „nicht weiter zu erhöhen, um Unternehmen nicht vor einer Ansiedlung in Achim abzuschrecken“. Das Vorhaben „Achim-West“ hält er in diesem Zusammenhang für erstrebenswert.

Sollte der 22-Jährige, der auch für den Kreistag kandidiert, bei der Wahl ein Mandat ergattern, würde er wahrscheinlich als frisch gebackener Diplom-Finanzwirt der neuen CDU-Fraktion angehören. Denn beim dualen Studium stehe er kurz vor dem Abschluss, anschließend werde er voraussichtlich beim Finanzamt Bremen eine Stelle bekommen, sagt Nürnberg.

Für Hobbys hat er kaum Zeit. „Politik ist sehr zeitintensiv“, erklärt der Kandidat. Wenn er an Sitzungen des CDU-Ortsverbandes Baden/Uesen oder des Stadtverbandes teilnehme, dauerten die meist bis spätabends.

Entspannung findet Philip Nürnberg beim Kochen. Er esse gerne gut und hole sich Anregungen beim Besuch von Sterne-Restaurants. Weihnachten habe er für Freunde und sich selbst ein Sieben-Gänge-Menü zubereitet – „italienisch, mit Lammkarree und so. Ich koche leidenschaftlich gern.“ - mm

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