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Karnevalisten des TSV Bierden wollen nach zwei Jahren Pause 2023 endlich wieder feiern

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Von: Dennis Bartz

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Larissa Buschmann spricht über die Stimmungslage der Karnevalisten.
Larissa Buschmann spricht über die Stimmungslage der Karnevalisten. © Bartz

Achim – Sang- und klanglos, und von der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt, endete für die Karnevalisten des TSV Bierden die Saison. Denn coronabedingt mussten sie die große Prunksitzung Ende Februar genauso absagen wie den Kinderkarneval. „Im Jahr zuvor auch schon. Es ist eine schwierige Zeit für uns“, bestätigt Pressesprecherin Larissa Buschmann. Etwa 30 Mitglieder gehören der Gruppe derzeit an, zum festen Kern der Aktiven zählen etwa 20.

Karneval habe beim TSV Bierden eine lange Tradition, berichtet die 34-Jährige: „2016 haben wir unser 60-jähriges Jubiläum gefeiert. Zwei Jahre später, 2018, sind wir zum Feiern ins Kasch gezogen, das auf Anhieb mit fast 300 Gästen ausverkauft war.“ An diesen Erfolg wollen die Mitglieder nach zwei Jahren Pause 2023 anknüpfen.

Wir wollen das Kasch im Frühjahr 2023 vollmachen – ganz Achim soll dann wieder auf den Beinen sein.

Larissa Buschmann

Darin waren sich die Karnevalisten einig, als sie sich kürzlich zum Abschluss der Saison in kleiner Runde zum Grillen getroffen hatten. Statt Lethargie herrschte dort Aufbruchstimmung: „Wir wollen das Kasch im Frühjahr 2023 vollmachen – ganz Achim soll dann wieder auf den Beinen sein“, sagt Buschmann.

Ans Aufhören hätten die Karnevalisten während ihrer langen Durststrecke niemals gedacht: „Wenige Wochen nach unserer großen Feier saßen wir 2020 plötzlich im Lockdown, nur noch Online-Sitzungen waren damals möglich. Darum konnten wir uns lange nicht sehen. Unser Verein liegt uns allen sehr am Herzen und es war uns wichtig, im Austausch zu bleiben.“ Was macht Karneval für sie aus? „Er hat einen besonderen Zauber: Jeder kann dann sein, was er schon immer sein wollte“, so Buschmann.

Das Vereinsleben sei viel mehr als nur das gemeinsame Feiern: „Es geht für uns nicht nur um den Spaß. Wir betreiben ernsthafte Planungen, die uns alle viel Zeit kosten. Wir wollen unseren Gästen eine tolle Zeit bieten.“

Und dafür lassen sich die Karnevalisten immer etwas Neues einfallen: Seit 2016 loben sie das beste Kostüm aus, seit 2018 muss Bürgermeister Rainer Ditzfeld an Weiberfastnacht um seine Krawatte bangen und seit 2019 gehen Mitglieder verkleidet zum Blutspenden des DRK. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, damit etwas Gutes zu tun“, so Buschmann weiter.

Nachdem frühzeitig klar gewesen sei, dass aufgrund der hohen Inzidenzzahlen keine Feiern im Frühjahr 2021 möglich sein werden, hätten die Organisatoren frühzeitig sämtliche Planungen gestoppt. „Im September des vergangenen Jahres hatten wir größere Hoffnungen, dass es dieses Mal klappen könnte. Wir haben uns zusammengesetzt, das vergangene Jahr rekapituliert und über das neue Programm gesprochen“, so Buschmann.

Den meisten Menschen, die zum Karneval kommen, sei nicht bewusst, wie viele Stunden Arbeit die Mitglieder im Vorfeld aufwenden. „Steht die Location? Hat der DJ Zeit? Sollten wir am Vorverkauf etwas verändern und künftig mit einer App arbeiten?“ All das seien Fragen, die zunächst geklärt werden müssten. Zusätzlich müssten Plakate, Schilder und das Programm entworfen und gedruckt werden. „Um das zu finanzieren, begeben wir uns frühzeitig auf Sponsorensuche“, berichtet Buschmann.

Damit beim Auftritt alles klappt, beginnen die Akteure bereits Monate vorher mit ihren Proben: beispielsweise die Garde, das Besen-Ballett der Herren-Riege sowie die Gruppe Déjà-vu, aber die Sportler der Jazz-Dance- und Akrobatikgruppen des TSV Bierden. „Wir sprechen uns auch mit dem befreundeten Karnevalsverein in Riede ab, ob die zu uns kommen und wir eine Delegation dorthin schicken“, berichtet Larissa Buschmann.

Eine schwere Entscheidung, aber mit Tanzverbot, Abstandsregeln, 2G und Maskenpflicht lässt sich kein Karneval feiern.

Larissa Buschmann begründet die Absage

Alles war geplant, aber dann machte im Winter 2021 erneut die Pandemie den Karnevalisten einen Strich durch die Rechnung. Irgendwann im Dezember stand fest: Prunksitzung und Kinderkaneval fallen erneut aus. „Eine schwere Entscheidung, aber mit Tanzverbot, Abstandsregeln, 2G und Maskenpflicht lässt sich kein Karneval feiern“, stellt Buschmann klar und ergänzt: „Die Planungen und Proben waren aber nicht für die Katz, im kommenden Jahr feiern wir umso größer.“

Den Karnevalisten war es wichtig, an den übrigen Terminen festzuhalten. „Wir wollten natürlich auch im Gespräch bleiben“, so die Pressesprecherin. Die Schlüsselübergabe an das Prinzenpaar durch Bürgermeister Rainer Ditzfeld am 11. November war nicht, wie gewohnt, in einer Gaststätte, sondern stattdessen in drei Kindergärten in Bierden. „Eine tolle Aktion, die großen Anklang gefunden hat. Wir werden das in diesem Jahr so wiederholen“, freut sich Buschmann.

Einige hatten dabei so viel Spaß, dass sie gleich geblieben sind.

Larissa Buschmann sucht ein Prinzenpaar

Bis dahin müssten die Karnevalisten jedoch ein neues Prinzenpaar finden, das bereit ist, repräsentative Aufgaben zu übernehmen. „Es wird passend gekleidet und erhält ein Zepter. Die beiden müssen nicht aus unseren Reihen kommen. Die Auswahl dort ist ja irgendwann auch erschöpft. Wir werden bestimmt wieder im Freundes- und Bekanntenkreis fündig“, erklärt Larissa Buschmann. Dies diene auch der Mitgliedergewinnung: „Einige hatten dabei so viel Spaß, dass sie gleich geblieben sind.“

Sollte die Prunksitzung im Februar 2023 stattfinden können, soll es nach Wunsch der Karnevalisten nach mehreren Jahren Pause auch wieder eine Büttenrede geben. Mögliche Themen könnten dann lokale Dauerbrenner wie die Diskussionen um das Gewerbegebiet „Achim-West“ und die Förderung der Innenstadt sein – womöglich sogar über die Pandemie.

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