Ausstellung erfasst Rechtspopulismus auf emotionaler Ebene

Karikaturen gegen Menschenfeindlichkeit

Ausstellungsmacher Kai Thomsen (links), Wabe-Vertreter Rudi Klemm, Elke Twesten, Landtagsabgeordnete der Grünen, und Bürgermeister Rainer Ditzfeld hoffen, dass sich zahlreiche Besucher „Oh, eine Dummel!“ ansehen werden. - Fotos: Schmidt

Achim - „Rund um die Uhr ohne Pause hassen, hassen, hassen. Herr Doktor, ich habe ein Burn-out“, fürchtet ein blasser Neonazi beim Psychiater. „Gelingt das Ausstiegsprogramm für Rechtsextreme?“, bemerken dazu die Zeichner Achim Greser und Heribert Lenz.

Solche und ähnliche Fragen beleuchtet auf satirische Weise die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“, die noch bis zum 26. August im Achimer Rathaus zu sehen ist.

Sie wurde am Freitagabend von Kurator Kai Thomsen gemeinsam mit Rudi Klemm vom Weser-Aller-Bündnis (Wabe) für Demokratie und Zivilcourage eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Stadtrat und -verwaltung, Schulrektoren sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren zu der Vernissage in das Rathausfoyer gekommen und folgten den Redebeiträgen und dem Eröffnungsprogramm, das die Achimer Theatergruppe „Die Schlitzohren“ durch kabarettistische Einlagen erheiternd und kritisch ergänzte.

„Die Schlitzohren“ bereicherten die Vernissage im Rathausfoyer zur Freude des Publikums mit kabarettistischen Einlagen.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld lobte in seiner Ansprache das Konzept der Ausstellung: Es liefere einen jugendgerechten Zugang zum Thema Rechtsextremismus. Die über 60 Karikaturen, Bilder und Filme würden dabei helfen, sich mit den simplen, und vielfach rassistischen, Argumentationsweisen auseinanderzusetzen. „Wir alle sollten genau hinschauen, was in der Stadt passiert“, forderte der Hausherr.

Die Stadt Achim bekenne sich mit dieser Ausstellung zu Toleranz und Mitmenschlichkeit und setze ein Zeichen für Freiheit und Demokratie. Achim sei ein humaner und weltoffener Ort mit einer ausgeprägten Willkommenskultur, erklärte der Bürgermeister.

Initiator der Ausstellung ist das Kulturzentrum CD-Kaserne in Celle. „Wir haben festgestellt, dass eine rein kognitive Auseinandersetzung mit dem Thema wenig bewirkt“, erläuterte Kurator Thomsen. Karikaturen hingegen böten einen erfolgreicheren emotionalen Zugang. Zeichner und Cartoonisten hätten auf Anfrage sofort umfangreiches Material zur Verfügung gestellt.

Eine Auswahl davon zeige nun diese Wanderausstellung, die in Kooperation mit Wabe auch noch in Verden und Nienburg zu sehen sein wird. „Oh, eine Dummel!“ trage dazu bei, dass die vermeintlich gefährlichen Gestalten der rechtsextremen Szene ein wenig entdämonisiert würden, ergänzte Kai Thomsen.

Wabe-Vertreter Rudi Klemm erinnerte an die Gewalt und Bedrohungen, die in den vergangenen Jahren von Rechtsextremisten ausgegangen seien und mahnte Wachsamkeit an. Die Ausstellung ermögliche es jungen Menschen, sich eine eigene Meinung zu bilden, und er hoffe, dass viele Schulklassen in den nächsten Tagen den Weg ins Rathausfoyer finden werden. 

sch

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