„Karate macht stark“ an Paulsbergschule / Erstmals Lebenshilfe-Gruppe dabei

Kinder haben ein Recht darauf, „Nein“ zu sagen

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Dennis Albrecht von der Karate-Schule „Kumadera“ vermittelt den Kindern an der Paulsbergschule weit mehr als Kampftechniken. Mit dem Projekt „Karate macht stark“ gastierte er dort jetzt zum dritten Mal.

Achim - Dennis Albrecht von der Karate-Schule „Kumadera“ vermittelt regelmäßig an Achimer Grundschulen Kampftechniken und Verhaltensweisen, die Kindern dabei helfen können, sich in brenzligen Situationen zu behaupten. „Karate macht stark“ heißt das Projekt an der Paulsbergschule. Dafür war Albrecht dort zum dritten Mal zu Gast.

Die Schülerinnen und Schüler übten in der Schulturnhalle Grundtechniken des Karate oder erfuhren in Rollenspielen, wie sie sich klugerweise verhalten, wenn sie von fremden Menschen angesprochen, bedrängt oder mit falschen Versprechungen gelockt werden. Die Kinder lernten dabei, sich laut, deutlich und unmissverständlich zur Wehr zu setzen.

Seit 2014 kooperiert Albrecht mit der Grundschule am Paulsberg. Neu in diesem Jahr ist, dass auch Kinder der „bunten Gruppe“ der Lebenshilfe am Unterricht teilnehmen. Die Anregung dafür stammt von Rektorin Philine Myburgh, die auch die notwendigen Gespräche mit der Lebenshilfe führte.

„Der erste Unterricht lief super!“, befand Albrecht. Die Kinder der „bunten Gruppe“ seien sofort voll bei der Sache gewesen, und man habe kaum Unterschiede zwischen ihnen und den Kindern der anderen Gruppe bemerkt. „Im Karateanzug sind alle Kinder gleich und werden auch gleich behandelt. Kinder mit Handicap erfahren so oft Erfolge innerhalb der Gruppen mit Kindern ohne Handicap, die sie im normalen Alltag nicht erfahren können.“

Auch Kinder mit Migrationshintergrund, die noch nicht die deutsche Sprache sprechen, würden „auf eine Ebene gebracht, denn im Unterricht sprechen wir nach kurzer Zeit viel auf Japanisch. So bauen wir Berührungsängste ab und helfen dabei, dass man Verständnis füreinander hat“, erklärt der Karatelehrer.

Das Projekt „Karate macht stark“ für Grundschulen geht laut Albrecht weit über einen „Schnupperunterricht“ hinaus. Das für die ersten und zweiten Klassen angelegte Konzept verbindet Basisübungen in Karate mit der Vermittlung von Werten und Sicherheitsübungen. In Rollenspielen werden die Kinder mit verschiedenen Situationen im Umgang mit fremden Menschen vorbereitet.

Die Grundschüler lernen vor allem auch, dass sie ein Recht darauf haben „Nein“ zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen. „Die meisten Kinder wissen sehr genau, dass sie nicht mit fremden Menschen mitgehen sollen, doch wenn man Kinder in eine entsprechende Situation versetzt, sieht es ganz anders aus. Die meisten Kinder gehen am Ende mit mir mit, oder setzen sich nicht zur Wehr, wenn ich sie einfach mitnehme“, schildert Dennis Albrecht.

Im Rollenspiel mit anschließender Besprechung mit allen Kindern werden die Situationen aufgearbeitet. Dabei legt Albrecht nach eigenen Angaben großen Wert darauf, dass die Kinder in Zukunft nicht verängstigt sind, sondern aufmerksam und besonnen reagieren können.

Die größeren Kinder der dritten und vierten Klassen behandeln die Themen Mobbing und Zivilcourage. „Ebenfalls in Rollenspielen werden die Kinder hier sensibilisiert, wie man sich korrekt verhält, wenn beispielsweise ein Kind auf dem Schulhof geärgert wird“, erläutert der versierte Kampfsportler.

Wiederholung ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Aus diesem Grund läuft das Projekt in jedem Schuljahr. „Dass die Wiederholung Früchte trägt, merkt man besonders, wenn man nun die dritten und vierten Klassen unterrichtet“, berichtet Albrecht erfreut. „Die meisten nehmen in diesem Jahr zum dritten Mal teil.“

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