Kabarettistin Tina Teubner über Betriebsblindheit in der Partnerschaft

Männer auch mal durchloben

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Statt ins Bett ins Kabarett: Vor ausverkauften Rängen im Kulturhaus präsentierten Tina Teubner und Pianist Ben Süverkrüp ironisch-satirische Liebeslieder.

Achim - Von Ingo Schmidt. Kabarettistin und Chansonnette Tina Teubner und der Pianist Ben Süverkrüp beleuchteten am Sonntagabend in ihrem Bühnenprogramm „Männer brauchen Grenzen“ humorvoll das partnerschaftliche Miteinander.

Ein Klavier und ein Glas Rotwein auf einem Bistrotisch bei schummriger Kneipenatmosphäre: Mehr Requisite brauchten Tina Teubner und Bühnenpartner Ben Süverkrüp nicht, um ihr Publikum im Kulturhaus Alter Schützenhof restlos zu begeistern.

Die Protagonisten führten ein Bargespräch, in dem die Frau darüber redet, warum Männer lieber schweigen. Sie kann ein Lied davon singen, und der Mann begleitet sie dabei. Tina Teubner und Ben Süverkrüp spiegelten gekonnt die Tücken eingefahrener Partnerkommunikation wie ein altes Ehepaar, aber mit viel Tiefsinn und bissigem Witz.

Warum läuft es mit den Kindern einigermaßen rund und mit Männern komplett eckig? Dieser Frage begegnet die Kabarettistin und Chansonnette mit ihrem Programm „Männer brauchen Grenzen“. Mit gewohnt scharfem Blick erfasst sie die Absurditäten des ehelichen Alltags: Unverblümt belehrt sie die Gefangenen eingefahrener Lebensgemeinschaften, hält ihnen manchmal ihre Dummheit vor und versucht, den Muckern dieser Welt die schlechte Laune abzugewöhnen.

Im Zentrum steht das Chanson. Virtuos nutzt Tina Teubner diese poetische Bildsprache mit gesanglichen Passagen oder komplett gesprochenen Texten, um ihre Aussagen stark konzentriert in wenigen Minuten auf den Punkt zu bringen. Sie berichtet von schrägen Situationen der Ehe mit den Mitteln der Ironie und der Satire. Authentisch loten ihre Lieder die ganze Vielfalt des Lebens aus. Überraschende Momente liefert ihr Spiel auf der Okulele oder Violine, Ben Süverkrüp glänzt dabei auf der Klaviatur.

Rezitativ durchwandert die Rheinländerin den Grenzbereich zwischen Anspruch und Wirklichkeit in einer Beziehung, warnt vor Enttäuschungen durch unerfüllte Erwartungen und vor Hoffnungen, die sich irgendwann in Erinnerungen verwandeln. Gegen Betriebsblindheit in der Partnerschaft fordert sie süffisant die verordnete Scheidung durch Dritte oder sie prangert das verschlagene Schweigen vieler Männer als Mangel kognitiver Hirnleistung an: „Auch verschlossene Schränke sind manchmal leer.“

Tina Teubner sieht sich in der Partnerschaft als Alleinerziehende mit einem Mann als Kind an ihrer Seite, „denn Männer haben sich viel vom Kind bewahrt.“ Inspiriert durch heutige Ratgeberkultur liefert sie eine tongewaltige Fortbildung: „Es gibt Erwachsene und Männer“, unterscheidet die Dozentin und rät ihrem Auditorium, „Männer auch mal richtig durchzuloben“ oder mit wenigen klaren Worten in die Realität eines partnerschaftlichen Miteinanders zurückzuholen. Der Einfachheit halber schreibt Tina Teubner die guten Eigenschaften den Frauen zu und die schlechten den Männern. Wohlwissend, dass die Grenzen stets verschwimmen.

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