Antje Niewisch-Lennartz besucht Amtsgericht

Justizministerin: „Justizversorgung in der Fläche erhalten“

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Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz und Sabine Reinicke, Direktorin des Amtsgerichts, beim Rundgang durch den ehemaligen Gefängnishof.

Achim - Von Lisa Duncan. Dass im Hof des ehemaligen Achimer Gefängnisses einst Inhaftierte ihre Rundgänge machten, ist an den Betonplatten im Boden und der hohen Mauer noch ersichtlich – und auch die Museumszelle vermittelt einen Eindruck der früheren Nutzung.

Davon überzeugte sich am Mittwoch Antje Niewisch-Lennartz (Die Grünen): Anlässlich der geplanten Umbaumaßnahmen am Amtsgericht besuchte die niedersächsische Justizministerin das historische Gemäuer. „Ich freue mich sehr, dass uns die Ministerin in persona bei den Umbauplänen unterstützt“, sagte Amtsgerichtsleiterin Sabine Reinicke. Bei der Unterbringung der Justiz als dritte Gewalt im Staat handle es sich schließlich nicht um irgendein Verwaltungsgebäude, so Niewisch-Lennartz: „Ein bestimmtes Maß an Respekt hat es verdient.“ 

Das baulich verbundene Ensemble aus Amtsgericht und ehemaliger Arrestanstalt nannte Niewisch-Lennartz in dieser Hinsicht eine „Glückssache“. Weil die Rotklinkerbauten an der Obernstraße 45 eines der letzten so erhaltenen Gerichts- und Gefängnisgebäude in der Hannoverschen Bauweise sind, steht es unter Denkmalschutz.

Arbeitsplätze im umgebauten Gefängnis

In dem umgebauten Gefängnis sollen Arbeitsplätze für Richter und Service-Einheiten, Aktenlagerplätze, ein Sozialraum für Mitarbeiter und eventuell ein Kinder-Anhörungsraum untergebracht werden, informierte Reinicke. Außerdem soll die Museumszelle in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben.

Das ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Achimer Gefängnis wird fürs Amtsgericht umgebaut werden.

Niewisch-Lennartz hob hervor: „Es ist mir wichtig, die Justizversorgung in der Fläche zu erhalten.“ Mit insgesamt 43 Mitarbeitern und sieben Richtern, verteilt auf sechs Richterstellen, handle es sich um ein Amtsgericht mittlerer Größe. Dadurch, dass die Landesregierung 530 .000 Euro für Sanierung und Anbau bereitstellt, gibt sie ein positives Signal für den Erhalt des Standorts.

Als Justizministerin beobachte sie, dass es in Niedersachsen zunehmend schwieriger werde, Richter zu finden, die in der Provinz arbeiten möchten. „Die Großstädte ziehen“, bestätigte Sabine Reinicke. Durch den Umbau werde der Standort attraktiver, erklärte die Amtsgerichts-Chefin.

Zudem erleichtere das Arbeiten unter einem Dach die Kommunikation der Mitarbeiter, betonte Reinicke. Trotz der Erweiterungspläne für die Obernstraße 45 sei es zunächst vorgesehen, den Standort im Alten Rathaus (Obernstraße 70) zu erhalten. 

Es braucht auch Sitzungssäle

Zwar böten die Dachräume im Hauptgebäude noch Möglichkeiten für Arbeitsplätze, „aber Sitzungssäle braucht es auch“, so Reinicke. Und mit dem Alten Ratssaal verfüge das Amtsgericht über einen besonders schönen. Dafür zahlt die Landesregierung der Stadt Achim allerdings auch seit Jahren Miete.

Gemäß dem Zeitplan soll der Umbau bis zum Jahresende begonnen werden, die Hauptarbeiten seien für nächstes Frühjahr vorgesehen, erläuterte Reinicke. „Bis sich die Legislaturperiode dem Ende zuneigt, wollen wir das in trockenen Tüchern haben“, pflichtete Antje Niewisch-Lennartz ihr bei.

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