Juristen finden in drei Wochen keinen Termin

Prozess beginnt wieder von vorne

Achim - Von Manfred Brodt. Ein Prozess vor dem Achimer Amtsgericht um eine Körperverletzung mit schweren Folgen ist „ausgesetzt“, sprich zunächst geplatzt.

In dem Verfahren geht es darum, dass der heute 29-jährige, muskulöse Angeklagte aus Verden in der Nacht des 28. September 2013 im Rahmen einer Auseinandersetzung an der Embser Landstraße in Achim einem heute 28-jährigen Achimer einen Faustschlag, einen „Schwinger“, versetzt hatte. Daraufhin war der Achimer gestürzt und hatte sich viele Brüche am Schädel und im Gesicht, Hirnblutungen und andere Verletzungen zugezogen.

Während der Angeklagte in Notwehr gehandelt haben will, weil das spätere Opfer seinen Freund mit einem Messer bedroht habe, streitet der damals Zusammengeschlagene das aber ab. Er will ein Messer bei der Gegenseite gesehen haben. Ein von der Polizei in der Tatnacht entgegengenommenes und dem Gericht übergebenes Messer hatte er nicht als sein eigenes identifiziert.

Bei der gestrigen Gerichtsverhandlung berichtete allerdings der ermittelnde Polizeibeamte, dass der schwer verletzte Achimer bei einer kurzen Befragung in der Bremer Klinik dieses Messer als sein Messer wiedererkannt hätte. Es sei ihm wohl aus der Tasche gefallen. Benutzt habe er es damals nicht, habe er gesagt. Andererseits hatte früher der Freund des Angeklagten nicht berichtet, dass er vor dem fürchterlichen Schlag mit einem Messer bedroht worden sei, die Notwehr des Freundes also nicht bestätigt.

Bis auf eine Verletzung am Hinterkopf kann die Sachverständige sich die Verletzungen durch Schlag und Sturz erklären. Für die Verletzung am Hinterkopf könnten auch ein Tritt oder mehrere in Frage kommen. Dr. Jürgen Meyer als Vertreter des Opfers beantragte so, dass nach der Befragung der Notärztin auch der in der Klinik nachts behandelnde Unfallchirurg dazu gehört wird. Weder seinen, bisher nur elektronisch vorhandenen Bericht noch seinen Namen kennt bisher das Gericht.

Doch der Antrag war dann schon bald nicht mehr aktuell. Da Amtsrichter Matthias Hahn, Verteidiger Michael Brennecke und Anwalt Dr. Jürgen Meyer in den nächsten drei Wochen keinen gemeinsamen Termin finden konnten und sich auch nicht auf Quasi-Termine, „Springtermine“, verständigen konnten, wird der Prozess vorläufig beendet und wieder ganz von vorne begonnen mit der Verlesung der Anklage, Befragung des Angeklagten, von Zeugen und Sachverständigen.

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