Junge Männer verurteilt / Tatort Achim-Nord

Steine-Golfen hat Folgen: Geldstrafe

Achim - Eine ganz spezielle Abart des Golfspiels pflegten der 23-jährige Verdener und sein aus Bremerhaven stammender 22-jähriger Kumpel spätabends am 18. Mai dieses Jahres in Achim-Nord.

Nachdem sie zuvor Kreppbälle mit dem Golfschläger weggeschlagen hatten, wandten sich die beiden Fußgänger den Steinen zu. Gegen 22.45 Uhr krachte es dann. Eines der Geschosse hatte die Seitenscheibe eines an der Leipziger Straße geparkten Firmenwagens durchschlagen und blieb auf dem Armaturenbrett liegen.

Wegen „gemeinschaftlicher Sachbeschädigung“ waren die Steine-Golfer nun vor dem Achimer Amtsgericht angeklagt. Der Fahrer des Firmenwagens erkannte als Zeuge das Duo wieder, da er das Auto damals vor seiner Wohnung abstellte und die umherziehenden jungen Männer vom Haus aus gut habe sehen können. Er meinte sogar, den 23-Jährigen beim entscheidenden „Abschlag“ beobachtet zu haben. Dann hörte er einen lauten Ruf mit „Sch...“, bevor die beiden ins Haus nebenan rannten, wo sie wohnten.

Die Angeklagten machten von ihrem Recht Gebrauch, sich nicht zu äußern. Beide haben zur Zeit keine Arbeit. Schon wiederholt sind sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten – mehrmals wegen Sachbeschädigung, aber auch wegen Diebstahls. Den 23-Jährigen belastet zur Zeit eine Verurteilung zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Körperverletzung unter Einsatz einer Schusswaffe.

Die Vertreterin der Anklage forderte für den Jüngeren wegen Beihilfe zur Sachbeschädigung sechs Monate zur Bewährung und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit. Beim anderen plädierte sie auch aufgrund der Vorstrafen auf sieben Monate Gefängnis ohne Bewährung.

Verteidiger Michael Brennecke sah hingegen schon im erschreckten Aufschrei des einen Täters ein Indiz dafür, dass dieser das Auto nicht absichtlich habe beschädigen wollen. Zudem bezweifelte er, dass es möglich sei, die Tat mit dem Golfschläger kurz vor 23 Uhr bei Dunkelheit wirklich von einem Fenster aus sicher einem der zwei möglichen Täter zuzuordnen. Daher sei im Grunde ein Freispruch angebracht.

Auf 640 Euro Geldstrafe für den Verdener und 320 Euro für den Bremerhavener lautete das Urteil von Richter Andreas Minge. Ein bedingter Vorsatz sei auf jeden Fall gegeben, stellte er fest. Denn wer harte Gegenstände in die Richtung von parkenden Fahrzeugen dresche, müsse immer damit rechnen, dass sie Schaden anrichten.

Trotz „erheblicher Vorbelastung“ beider Angeklagten handele es ich hier aber im Vergleich zu anderen Taten eher um einen „Dumme-Jungen-Streich“. Härtere Strafen seien allerdings in den laufenden, anderen Verfahren gegen die jungen Männer zu erwarten.

Im Falle des zerstörten Autofensters aber könne man es „bei einer Geldstrafe belassen“. Wegen der schlechten Einkommenslage der Verurteilten ist die Summe auch in Raten zahlbar.

la

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