Muslime wollen mit hier gedrehtem Film Vorurteile abbauen

„Jung, gläubig, aktiv“ und in Achim zu Hause

Stellten gestern das Filmprojekt im Rathaus vor: (von links) Hümeyra Gündogan, Büsra Yoldas, Süheda Coban, Hilal Akan und Kübra Özsoy. Die Brüder Halid und Hamza Yorgun, die ebenfalls daran mitgewirkt haben, fehlten beim Pressetermin. - Foto: Mix

Achim - „Jung, gläubig, aktiv – Das Leben junger Muslime in Achim“. Ein Film mit diesem Titel ist am Montag, 30. Mai, im Kasch zu sehen. Junge Leute aus dem Kulturverein Achimer Muslime, die den Streifen mit Hilfe von Kooperationspartnern verwirklicht haben, laden alle Interessierten zu der feierlichen Vorstellung ein. „Wir wollen damit Vorurteile abbauen“, hieß es gestern bei einem Pressegespräch zu dem Filmprojekt.

Fünf Frauen und zwei Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren traten dafür vor die Kameras und Mikrofone. Hilal Akan, Süheda Coban, Hümeyra Gündogan, Kübra Özsoy, Büsra Yoldas sowie die Brüder Halid und Hamza Yorgun sind, wie gestern beim Termin im Rathaus berichtet wurde, allesamt in Achim geboren und aufgewachsen. Die meisten von ihnen besuchten oder besuchen die örtlichen Gymnasien, einige stehen gerade kurz vor dem Abitur.

Trotz dieser weitgehenden Integration in die heimische Gesellschaft fühlen sich die jungen Muslime ein Stück weit ausgegrenzt. Und wollen das ändern.

„In Gesprächen im Alltag hatten wir das Gefühl, dass wir uns in Achim präsentieren und ehrenamtlich engagieren sollten“, sagte Büsra Yoldas beim Pressetermin. Schließlich sei die Idee geboren worden, einen Film zu drehen.

Was mit Hilfe von außen in die Tat umgesetzt wurde. Regula Selbmann vom Weser-Aller-Bündnis für Demokratie und Zivilcourage warb für das Vorhaben eine „hohe vierstellige Summe“ beim Bundesfamilienministerium ein. Die Bewegtbild-Profis von „Crea-Clic“ (Bremen) produzierten den etwa 30-minütigen Film.

Und auch die Stadt Achim unterstützt das Projekt, an dem nach Angaben der Beteiligten rund ein Jahr lang gearbeitet wurde. „Der Film soll auch über die sozialen Medien und nach Möglichkeit an den Schulen der Umgebung zur Aufklärung beitragen“, sagt Timo von den Berg von der Freiwilligenagentur bei der Stadtverwaltung.

Gedreht worden sei im Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium, in der Innenstadt, in einer Bremer Moschee und zu Hause bei den Protagonisten. Herausgekommen ist laut Selbmann eine „Mischung aus Spielfilm und Dokumentation“.

„Uns war wichtig zu zeigen, dass wir als junge Muslime die Gesellschaft hier mitgestalten wollen“, erläutert Hilal Akan die dahinter steckende Motivation. „Die Leute sollen sehen, wie wir unseren Alltag in Achim leben.“

Egal, ob sie nun ein Kopftuch „aus religiöser Überzeugung“ (Büsra Yoldas) tragen oder nicht – für Timo von den Berg steht außer Zweifel: „Es sind Jugendliche wie du und ich.“ - mm

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