Situation für Mädchen schwieriger

Jugendtreff aktuell gefragte Adresse

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Der Jugendtreff an der Langenstraße lockt nicht nur Flüchtlinge an, sondern inzwischen kommen auch viele andere soziale Gruppen. 

Achim - „Der Jugendtreff an der Langenstraße wird zur Zeit super besucht“, berichtete Achim Franz. Auch Mädchen und andere Nutzergruppen, die sich in dieser städtischen Einrichtung sonst eher rar machten, tummelten sich dort inzwischen zahlreich.

„Wir haben eine gute soziale Durchmischung“, stellte der Treff-Leiter und Mitarbeiter des Vereins Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) in der Sitzung des Sozialausschusses des Stadtrates am Montagabend fest. Schranken zwischen verschiedenen Milieus würden durchbrochen. So unternähmen zum Beispiel Gymnasiasten etwas zusammen mit geflüchteten Mädchen.

Zur guten Stimmung trage auch das „tolle Mitarbeiterteam“ bei. Frische, junge Kräfte seien für die Tätigkeit im Jugendtreff gewonnen worden, informierte Franz.

Sofa leistet im Auftrag der Stadt die Jugendarbeit in Achim. Dafür steht dem Verein ein Budget von 225 000 Euro im Jahr zur Verfügung, will Till Bräkling, Leiter des Fachdienstes für Kinder und Jugend bei der Stadt, in der Sitzung anmerkte.

Der Löwenanteil der Summe, 45 Prozent, werde für die Arbeit im Jugendtreff an der Langenstraße verwendet. 21 Stunden pro Woche sei dieses Domizil geöffnet.

27 Prozent des Budgets fließen nach Angaben von Bräkling in die „mobile Arbeit im Stadtgebiet“. Stichworte hierzu sind die Badener „Jugendvilla“ an der Lahofhalle und das Emma-Mädchenmobil.

Weitere 20 Prozent des genannten Betrags gehen laut Bräkling für die Jugendarbeit an den Schulen drauf. „Wir wollen den Fuß in die Tür bekommen, haben aber noch keine Räumlichkeiten“, bekannte der Mitarbeiter der Stadt mit Blick auf den angestrebten „Campus“ im Schulzentrum und der vorgesehenen festen Anlaufstelle in einem Trakt der Realschule. „Sofa hat ein gutes Konzept vorgelegt“, fügte Bräkling lobend hinzu.

Der dreiwöchige Campus zur Probe im vergangenen Sommer sei ein Erfolg gewesen, meinte Jan-Henning Göttsche. „Wir konnten dort viele Jugendliche erreichen, die sonst nicht zur üblichen Klientel gehören“, erläuterte der Sofa-Mitarbeiter.

Ähnliches berichtete seine Kollegin Ulla Hartmann-Eggers über das „Mädchen-Cawia“. Das kleine Café mit Internetanschluss an der Achimer Brückenstraße habe ein breites Altersspektrum, von 8 bis 26, und überhaupt ein buntes Publikum angelockt. „Darunter viele, oft Migrantinnen, die zu Hause über kein eigenes Zimmer und keinen Computer verfügen“, sagte Hartmann-Eggers.

Die Stadt hat der Jugendarbeit im Cawia allerdings seit diesem Jahr bekanntlich einen Riegel vorgeschoben, um den Campus zu pushen. Die Mädchenarbeit an der Langenstraße sei schwieriger, da es dort kaum separate Räume gebe, räumte Franz ein.

Ausschussvorsitzende Silke Thomas (Grüne) regte an, den Jugendtreff auch noch nach 20 Uhr zu öffnen. Denn am Abend hielten sich viele junge Leute in der Marktpassage auf. „Das ist nicht geplant“, erwiderte Achim Franz, denn zur späteren Uhrzeit sei der Treff bei den Jugendlichen nicht gefragt. „Aber es gibt ja zum Glück nebenan das Dröönläänd.“  

mm

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