Neuer Achimer Pfarrer will Akzente setzen

Mit Jugendlichen Radio machen

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Matthias Ziemens beim Interview im Pfarrhaus.

Achim - Von Michael Mix. Matthias Ziemens ist seit drei Wochen neuer Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias in Achim. Als Nachfolger von Propst Bernd Kösling leitet er auch die St.-Josef-Gemeinde in Verden und hat dort seinen Dienstsitz.

Im Interview mit dieser Zeitung erläutert Ziemens (53), Seelsorger und Geistlicher für nahezu 10 000 Katholiken, wie er die Aufgabe angeht, welche Schwerpunkte er setzen will und was er vom Papst hält.

Herr Ziemens, wie sind Ihre ersten Eindrücke von der St.-Matthias-Gemeinde?

Die Leute treten mir sehr offen und freundlich gegenüber. Ich spüre einen großen Vertrauensvorschuss, aber auch eine gewisse Unruhe durch die personellen Wechsel in jüngster Zeit.

Wie wollen Sie denn den Spagat zwischen den beiden Gemeinden hinbekommen? Wann sind Sie in Achim und in der „Filiale“ St. Paulus in Oyten präsent?

Einen Tag pro Woche, immer donnerstags, werde ich den Gemeindemitgliedern in Achim und Oyten für persönliche Begegnungen zur Verfügung stehen. Erster Ansprechpartner vor Ort ist Pastor Sebastian Chencheril, der im Pfarrhaus an der Meislahnstraße wohnt und auch die Alltagsmessen hält. Bei den Sonntagsgottesdiensten in Achim und Verden wechseln wir uns ab. Als kommissarischer Dechant muss ich aber auch noch in anderen Gemeinden präsent sein.

Die Ökumene und die Jugendarbeit haben Sie bereits als Schwerpunkte benannt. Was schwebt Ihnen da konkret vor?

Mit Elke Schölper, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Verden, habe ich bereits über gemeinsame Aktionen zum Reformationstag am 31. Oktober und zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar gesprochen. In Neustadt am Rübenberge, meiner bisherigen Gemeinde, gab es Firmprojekte in Zusammenarbeit mit Altenheimen, und mit den Jugendlichen haben wir sogar eine Radiosendung für NDR 1 Niedersachsen auf die Beine gestellt. So etwas kann ich mir auch hier gut vorstellen.

Auf was dürfen sich die Gottesdienst-Besucher einstellen? Werden Sie auch politisch gefärbte Predigten halten und etwa deutlich mehr Anstrengungen für den Erhalt der Schöpfung fordern?

Ich predige gerne und bringe Sachen gerne auf den Punkt. Da reichen meist sechs, sieben Minuten. Frühere Zeiten, in denen dazu aufgerufen wurde, die Parteien mit dem großen C zu wählen, sind vorbei. Jeder soll die demokratische Richtung nehmen, die er für richtig hält. Wachstum ist gut, aber nicht auf Kosten der Umwelt. Die Zukunft kann nicht in den fossilen Brennstoffen liegen.

Papst Franziskus ist für seine klare Sprache bekannt – besonders in sozialen Fragen, wenn es um Gerechtigkeit und Chancengleichheit geht. Ist er für Sie ein Vorbild?

Die Bescheidenheit, die der aus Argentinien und eben nicht aus Europa stammende Papst lebt, tut der Kirche gut. Und es ist der einzige Weg, an der Seite der Armen und Schwachen zu leben. Wie viele Katholiken bin ich stolz auf diesen Papst.

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