Toby Wichmann fertigt preisgekrönte Miniaturbronzen nun auch in Lebensgröße an

„Jipiieee mit Krone“ und andere Gestalten werden erwachsen

Toby Wichmann fertigt die Skulptur „Jipiieee mit Krone“ limitiert in Lebensgröße. Bei 100 Kilogramm Gewicht und 1,40 Meter Höhe stellt die Figur hohe logistische Anforderungen. - Foto: Schmidt

Achim-Baden - Von Ingo Schmidt. Die Enge einer Drei-Zimmer-Wohnung in Stuttgart führte Toby Wichmann vor vielen Jahren zur Kunst. Sie besuchte einen Laden für Malbedarf in der Nähe und war erschlagen von der Vielzahl der Pinsel, Farben und Werkzeuge. „Ich hatte keine Ahnung, was man mit einem 100-Euro-Dachshaarpinsel anstellen soll“, erinnert sich die heute 43-Jährige. Aber das Interesse war geweckt und mit einer Erstausstattung ausgerüstet, unternahm sie zarte Versuche in Acryl.

Es folgte eine intensive Zeit der Auseinandersetzung mit Technik und Material. Aber Experimentieren alleine reichte ihr bald nicht mehr aus und sie besuchte Lehrgänge an der Kunsthochschule für Holz- und Steinbildhauerei. „Dort habe ich unter anderem mit Kettensägen und Schweißgerät gearbeitet, aber das war nichts für mich“, erklärt die dreifache Mutter.

Inzwischen kennt Toby Wichmann, die längst in Achim-Baden zu Hause ist, die Verwendung eines Dachshaarpinsels, aber eigentlich arbeitet sie sowieso viel lieber mit ihren Händen. In ihrem Atelier am Sonnenhang entstanden strahlende Gemälde in leuchtenden Farben – mystisch, verspielt und surreal, aber mit berührender Tiefe. Mit Leichtigkeit und Witz spiegelt Toby Wichmann darin die Vielfalt unserer Gesellschaft. Ihre Arbeiten hängen in Galerien im Bremer Schnoor-Viertel, in Dötlingen und Emsdetten.

Vor etwa drei Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für Bronze. In ihrer typischen Weise formte die Künstlerin kleine Skulpturen im Taschenformat, die derzeit große Anerkennung finden: Bei der internationalen Kunstausstellung „FormArt“ in Hamburg wurden ihre Bronzen mit dem Publikumspreis geehrt, genauso im vergangenen Jahr beim „Vegesacker Herbst“.

Die Werke kennzeichnen menschliche, selbstverständliche Formen oder Gebärden in ungewöhnlichen Situationen oder Proportionen. In „Nicht hängen lassen“ stützt eine mollige Frau mit Knubbelnase eine ihrer schlaffen Brüste und tritt so aus irrealer Distanz unserer Wirklichkeit entgegen. Die kleinen Wachsgebilde stehen oft in der Küche und im Vorbeigehen erhalten sie eine neue Rundung oder verlieren etwas an anderer Stelle.

Einem Stil sieht sich Toby Wichmann nicht verpflichtet. „Ich modelliere, was mir gerade in den Sinn kommt“, sagt die Künstlerin, „aber wenn ich beginne, habe ich immer bereits eine Idee davon, was am Ende herauskommen soll.“ Grundsätzlich gilt: Ein Objekt ist erst dann fertig, wenn es ihr gefällt.

Als eine Freundin die erste Ausstellung organisierte, konnte Toby Wichmann nicht ahnen, dass die Aufmerksamkeit einmal so wachsen würde. Und wo ihre Kunst einmal hin will, kann sie deshalb auch nicht absehen. Im Moment verwirklicht sie ihren Wunsch: größere Skulpturen zu gestalten.

Ihre kleine „Jipiieee mit Krone“ entsteht zurzeit in limitierter Auflage in Lebensgröße – die ersten zwei wiegen 100 Kilogramm bei 140 Zentimetern Höhe. Bis zur „FineArts“ im Herbst im Kloster Eberbach soll eine weitere, allerdings etwas kleinere Figur fertig werden.

Wer sich ein Bild von ihrem Spektrum machen möchte, findet eine Galerie unter www.ein-koenigreich.de.

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