Weckruf der Populisten

Jantz-Herrmann will Wahlkreis erobern

Bundestagskollege Matthias Miersch (li.) und der SPD-Unterbezirksvorsitzende Bernd Michallik freuen sich mit Christina Jantz-Herrmann über ihre klare Bestätigung als Bundestagskandidatin. - Foto: Brodt

Ritterhude - Mit 107 Stimmen bei vier Gegenstimmen haben die Delegierten der SPD Unterbezirke Verden und Osterholz die 38-jährige Christina Jantz-Herrmann am Donnerstagabend in der Hamme-Halle in Ritterhude erneut zur SPD-Bundestagskandidatin gewählt. Mehrere Redner hatten die Schwanewederin als kompetent, engagiert, bürgernah und umgänglich gelobt. Sie habe frischen Wind gebracht.

Christina Jantz-Herrmann selbst war mit ihrer Bilanz in Berlin und im Wahlkreis recht zufrieden. In der Großen Koalition habe man in den letzten Jahren nicht gemerkt, dass die SPD der kleinere Koalitionspartner ist. Dem Wahlkreis habe die Regierung mit 23 Millionen von 2009 bis 2013 und 33 Millionen Euro von 2013 bis 2015 gut getan. Die über die Landesliste in den Bundestag eingezogene Abgeordnete hat derzeit ihre Schwerpunkte beim Tierschutz, Landwirtschaft, Finanzen und Kultur. Sie will bei der Bundestagswahl 2017 den Wahlkreis direkt gewinnen.

Wie auch andere beschäftigte sich die bestätigte Bundestagsabgeordnete intensiv mit dem internationalen Aufstieg der Rechtspopulisten. Sie versteht deren Wahlerfolge als Weckruf für die etablierten Parteien, über Missstände und ihre Versäumnisse nachzudenken. Es sei keineswegs so, dass nur Personen der Unterschicht und Dumme rechts wählten. Auch gebildete Menschen aus der Mittelschicht, die Verlust- und Abstiegsängste hätten, verirrten sich bei den rechten Heilsversprechern.

Auch die Globalisierung empfänden viele Menschen als Chaos und Bedrohung ihres gewohnten Lebens. Hier sollten die Parteien dafür sorgen, dass die Globalisierung von einer zur Zeit leider schwachen Europäischen Union in geordnete Bahnen gelenkt werde.

Hass, Diffamierung, Hetze und Rassismus erteilte Christina Jantz-Herrmann eine klare Absage und warf der so genannten Alternative für Deutschland vor, die Bevölkerung zu spalten..

Während die heimische SPD-Parlamentarierin zu den „Netzwerkern“ in der SPD-.Bundestagsfraktion gehört, ist das Mitglied des SPD-Bundesvorstandes, der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch, Sprecher des linken Parteiflügels. Er sah bei seiner Rede in Ritterhude bei vielen in Deutschland Krokodilstränen nach der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten, denn der Republikaner habe doch massive Spenden von der Deutschen Bank, deutschen Chemiekonzernen und der führenden Versicherung im Lande erhalten. Miersch warb für mehr soziale Gerechtigkeit bei der Besteuerung wie der Rente. „Wenn jemand, der das ganze Leben den Buckel krumm gemacht hat, nur wenig mehr bekommt als jemand, der nie gearbeitet hat, dann missfällt mir das.“

Den größten Beifall bekam Miersch, als er versprach, „alles zu tun, damit die Große Koalition nicht fortgesetzt wird“. 

mb

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