30 Jahre Besuchsdienst in Achimer Aller-Weser-Klinik / Mitstreiter gesucht

Die Sonnenblume als Symbol

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Seit vielen Jahren haben sie ein offenes Ohr für Patienten der Aller-Weser-Klinik Achim (v.l.): Dorothea Ulbricht, Anke Schulz, Marlies Fichte und Helga Pitzner. Von Pastor Dietrich Hoffmann werden die Ehrenamtlichen seelsorgerisch begleitet.

Achim - Als Patient braucht man Geduld, das steckt schon im Wortsinn. Aber wer ist geduldig mit Patienten? Seit mehr als 40 Jahren gibt es bundesweit die „Grünen Damen“, die in vielen Krankenhäusern ehrenamtlich Patienten betreuen. Auch in Achim in der Aller-Weser-Klinik gibt es seit 30 Jahren einen Besuchsdienst: die Sonnenblumendamen. Über neue Mitstreiter würde sich die derzeit zehnköpfige Gruppe freuen.

„Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist für viele Menschen ein bedeutsamer Einschnitt in ihrem Leben“, sagt Sonnenblumendame Anke Schulz. Dabei fehle es den hauptamtlich im Krankenhaus Tätigen oft an Zeit, sich neben der notwendigen medizinischen und pflegerischen Behandlung um die persönlichen Bedürfnisse der Patienten zu kümmern. „Unser Anliegen als Besuchsdienst ist es, für die Patienten Zeit zu haben, ihnen die Möglichkeit zu geben, das auszusprechen was sie bewegt. Wir sind da und hören zu. Zurück bekommen wir oft die Dankbarkeit der Patienten.“

Zweimal wöchentlich, dienstags und donnerstags, jeweils von 9.30 bis 11.30 Uhr, haben die Achimer Damen ein offenes Ohr für Patienten. Mit dabei ist auch ein Bücherei-Dienst, der Lesestoff frei Haus liefert. Dass die Achimer Damen sich beim Besuchsdienst nicht mithilfe grüner Kittel, sondern mit Sonnenblumen zu erkennen geben, hat Tradition seit ihrer Gründung am 1. Januar 1986.

Anke Schulz engagiert sich seit 2001 bei den Sonnenblumendamen. Zuvor hatte sie in der Zeitung darüber gelesen und sich gedacht: „Wenn ich später mal Zeit habe, würde ich so etwas auch machen.“ Sie möchte andere ermutigen. „Manchmal kommt es im Gespräch mit den Patienten zu einem intensiven Austausch“, weiß sie. Das betreffe zum Teil Erinnerungen von ganz früher: Viele Patienten gehörten der älteren Generation an, die Krieg und Flucht noch miterlebt haben, erzählt sie.

Selbstverständlich besteht für die Sonnenblumendamen eine Schweigepflicht. „Was Patienten uns gegenüber äußern, behandeln wir vertraulich“, betont Schulz.

Auch die Ehrenamtlichen haben ihrerseits die Möglichkeit, sich jemandem anzuvertrauen. „Um über unsere Gefühle, die durch ein Gespräch mit einem Patienten ausgelöst werden können, zu reden, treffen wir uns regelmäßig monatlich, wobei uns ein Supervisor zur Seite steht.“ Zudem begleitet Pastor Dietrich Hoffmann die Ehrenamtlichen als Krankenhaus-Seelsorger.

Darüber hinaus können die Sonnenblumendamen auch Fortbildungen in Anspruch nehmen. Die Organisation der „Grünen Damen“ bietet Schulungen und Vorträge an. Neben Basisseminaren für Einsteiger bieten externe Referenten auch Seminare mit thematischem Schwerpunkt an. Hinzu kommen Regional- und Bundestagungen des Vereins „Evangelische Kranken- und Altenhilfe“ (EKH).

„Die Arbeit im Krankenhaus ist für uns alle eine Bereicherung und hat uns ein Stück weit verändert“, resümiert Anke Schulz. Das wirke sich (im positiven Sinn) auf das private Umfeld aus: „Der Umgang mit Krankheit fällt nun auch in der Familie leichter“, so Schulz.

Aktuell können die Damen Verstärkung gebrauchen. Wer Zeit hat, einfühlsam und emotional belastbar ist, erhält von Anke Schulz nähere Auskünfte. Sie ist unter Tel. 04207/7722 erreichbar.

ldu

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