Liedermacher Bertzbach präsentiert Songs aus Solo-Album 

„Irgendwie auf Kosten anderer“

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Charmant, eloquent und immer mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen lieferte Bertzbach eine beeindruckende Solo-Performance in Achim. 

Achim - Der in Quelkhorn aufgewachsene Schauspieler, Chorsänger, Gitarrist und Schlagzeuger Lennard Bertzbach stellte am Sonnabend in Achim seine aktuelle CD vor. Zahlreiche Gäste, darunter viele Verwandte, Freunde, Nachbarn und Fans, waren der Einladung in den Blauen Saal des Kulturhauses Alter Schützenhof (Kasch) gefolgt. Dort präsentierte der Sänger, der oft mit Vater oder Schwester gemeinsam auf der Bühne steht, Songs aus seinem Solo-Album „Immer weiter“.

Dass seine Texte manchmal seiner schlechten Laune entspringen, kann man dem Künstler nur schwer abnehmen: Charmant, eloquent und immer mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen lieferte er eine beeindruckende Solo-Performance. Mit den zum Teil mit Botschaften überladenen Texten lässt er seine Zuhörer nicht alleine – jeder Song hat seine Geschichte, die der 28-Jährige mit kurzen, heiteren Anekdoten einleitete.

Den Auftakt feierte Bertzbach mit „Wir freuen uns der Sonne, um die wir tanzen können.“ Dann aber, im nächsten Stück, mahnte der Wahl-Berliner seine Zuhörer, ihre Möglichkeiten zu erkennen und wahrzunehmen, „denn die Zukunft ist noch weit.“ Sie sollten nicht enden „wie ein Hamster im Laufrad, der es nicht drauf hat“. Ebenso singt er über den Fluch des Lebens, den man brechen müsse. Ein Lied, das Mut machen und dazu aufmuntern soll, das Leben selbst in die Hand zu nehmen.

„Niemals aufgeben“ lautet die Botschaft des Titelsongs

Im Titelsong „Immer weiter“ sang er dann ein geplantes, aber fehlendes Cello-Solo einfach selbst und forderte seine Zuhörer im Publikum dazu auf, beim späteren Hören der CD im Auto oder anderswo eine ebenso lautstarke Soloimprovisation anzustimmen. „Immer weiter bergauf, ich geb niemals auf.“ – Niemals aufgeben, so lautet denn auch die Botschaft des Titelsongs. Nach zehn Jahren des Liedermachens habe er zum ersten Mal ein Liebeslied komponiert, das den Titel „Ich liebe Dich“ trägt und vom gegenseitigen immer wieder Kennenlernen und Neuentdecken handelt. Im Liebeslied an sich selbst verbreitet er stimmungsvoll die Erkenntnis, dass man sich erst mal selbst lieben müsse, bevor man andere lieben könne.

Nachdem die CD abgeschlossen war, hat Bertzbach erstmals sechs Stücke am Klavier komponiert, die er im Blauen Saal präsentierte. Im Lied „Verlaufen“ kritisiert er die Enge, die der Glauben den Menschen vielfach aufbürdet: „Jesus und Mohammed haben auch getanzt“, heißt es dort. Im „Song für die Welt“ beglückwünscht er die Menschen, die Glück gehabt haben und schuldenfrei geblieben sind, aber immer irgendwie auch auf Kosten anderer.

Seine Themen spiegeln die Welt, wie Bertzbach sie erlebt. „An vielen Ecken ist sie ganz und gar nicht in Ordnung“, schreibt er auf seiner Homepage. Fassungslos und kopfschüttelnd habe er seine Gedanken aufgeschrieben und Lieder daraus entwickelt. „Früher habe ich in meinen Texten viel Kritik geübt“, erklärte der Musiker auf der Bühne. Heute wolle er das gerne vermeiden. Gute Laune, Liebe, Beziehungen und Gesellschaft prägen seine Lieder. Lennard Bertzbach möchte einfach seine Gedanken nach außen tragen und mit anderen teilen – möglichst ohne den erhobenen Zeigefinger, aber das gelingt ihm nicht immer. 

sch

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