Informationsveranstaltungen: Besser IGS oder Oberschule?

Stadt befragt Eltern zur neuen Schulform

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Beim „Chaostag“ an der Realschule bildete das „Hochzeitspaar“ Renee Wacker und Marcel Buchna den Hingucker. Die Realschule und die benachbarte Liesel-Anspacher-Schule unter einen Hut zu bekommen, dürfte etwas schwieriger werden.

Achim - Ob die Hauptschule und die Realschule in Achim zum Schuljahr 2017/18 in einer Integrierten Gesamtschule (IGS) oder aber in einer Oberschule aufgehen sollen, dazu will die Stadt Eltern befragen. Der Schulausschuss des Rates stimmte am Montagabend bei Enthaltungen von Rüdiger Dürr und Dr. Petra Gölz (beide CDU-Fraktion) mit großer Mehrheit für dieses Verfahren.

Der Zeitplan sieht vor, im September zwei Informationsveranstaltungen für die Eltern der Kinder aus dem dann ältesten Kindergarten-Jahrgang und der Klassenstufen eins bis drei aller Grundschulen im Stadtgebiet anzubieten. Dabei werden nach Angaben von Wiltrud Ysker, Leiterin des Bildungsbereichs im Rathaus, Repräsentanten aus Oberschule und IGS die unterschiedlichen Konzepte der beiden Schularten darlegen.

Der Fragebogen soll in der ersten Oktoberhälfte über die Klassenlehrer und Kita-Leitungen verteilt und auch wieder eingesammelt werden. Im November will die Stadtverwaltung die Befragungsergebnisse vorstellen, und für Dezember ist der Ratsbeschluss über die zukünftige Schulform terminiert. Vom Frühjahr 2016 an wird – der Zeitschiene zufolge – eine von der Landesschulbehörde eingesetzte Planungsgruppe, der auch Eltern angehören sollen, sich mit der pädagogischen, inhaltlichen und sonstigen Ausstattung der neuen Schule befassen.

Wie schon bei der missglückten IGS-Umfrage der Stadt 2013 müssten auch diesmal mindestens 96 Interessenbekundungen pro Jahrgang für die Gesamtschule zusammenkommen, damit diese vierzügig geführt werden könne, informierte Ysker auf Nachfrage. Werde diese Vorgabe des niedersächsischen Schulgesetzes verfehlt, liefe es auf eine Oberschule hinaus.

„Wir sind jetzt noch alle von der vorherigen IGS-Umfrage traumatisiert“, warf Gölz ein. Und leider werde jetzt nur über die „Hülle“ für die neue Schule und nicht über die Inhalte diskutiert, beklagte sie.

Bei rund 175 Schülern pro Jahrgang in Achim seien die für eine IGS erforderlichen 96 Kreuze kaum zu schaffen, meinte Silke Thomas (Grüne). Sollte der Landtag, wie geplant, im Herbst die IGS als „ersetzende Schule“ gesetzlich verankern, könnte auf die Umfrage verzichtet werden, merkte sie an.

„Wir sollten die Eltern entscheiden lassen“, entgegnete Petra Geisler (SPD) und warnte, wie auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld, vor parteipolitischem Streit bei dem Thema. Es sollte nicht für Wahlkampfzwecke missbraucht werden, mahnte Geislers Parteifreundin Anne Quillfeldt eindringlich. „Bisher“, sagte die Ausschussvorsitzende, „ist der Entscheidungsprozess von Fairness und Transparenz gekennzeichnet“.

Auf Drängen von Karl-Heinz Lichter (CDU) wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Gestaltung des Fragebogens schließlich noch abgewandelt. Wie auch vom Landkreis empfohlen, sollen nun die beiden Achimer Gymnasien extra als Ankreuzmöglichkeit aufgeführt werden und nicht unter dem Punkt „andere Schulen im Landkreis Verden“ landen.

mm

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