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IGS Achim bekommt Oberstufe

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Von: Michael Mix

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Die Integrierte Gesamtschule an der Waldenburger Straße soll vom Schuljahr 2023/24 an über eine Oberstufe verfügen. archiv
Die Integrierte Gesamtschule an der Waldenburger Straße soll vom Schuljahr 2023/24 an über eine Oberstufe verfügen. archiv © Bartz

Achim – Die Hängepartie hat ein Ende. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Achim bekommt zum 1. August 2023 eine gymnasiale Oberstufe. Die Landesschulbehörde habe nun die Genehmigung dafür erteilt, geht aus einer Pressenotiz der Stadt hervor.

„Wir sind vorab informiert worden und warten jetzt auf die schriftliche Genehmigung, die auf dem Dienstweg über den Landkreis Verden noch ein paar Tage auf sich warten lässt“, teilt Bürgermeister Rainer Ditzfeld mit. Damit können Schülerinnen und Schüler künftig an der IGS Achim ihr Abitur machen, ein Schulwechsel ist dafür nicht mehr notwendig.

„Mit der Oberstufe kann das Konzept der IGS mit allen Bildungsabschlüssen jetzt tatsächlich gelebt und auch umgesetzt werden. Ich freue mich für alle Achimer Schülerinnen und Schüler, deren Bildungsangebot noch einmal erweitert wird“, lässt Kerstin Albes-Bielenberg, Leiterin der IGS Achim, in der Presseerklärung der Stadt verlauten.

Damit die Oberstufe zum Schuljahr 2023/24 mit dem Jahrgang 11 starten kann, ist jedoch noch einiges zu tun. „Um die Schule hierauf bestmöglich vorzubereiten, wird es eine Planungsgruppe an der IGS geben“, teilt die Stadt mit. Wie es dann weiter geht und welche Schritte die nächsten sind, solle nach den Sommerferien in Ruhe besprochen werden.

Gleiches gilt für den Schulträger. „Auch die Stadt Achim wird durch die Genehmigung noch einmal finanziell gefordert, sowohl baulich, aber auch in Bezug auf die Ausstattung der verschiedenen Einrichtungen“, ergänzt Bürgermeister Ditzfeld. Die Kosten für einen Neubau für die Jahrgänge 11, 12 und 13 hatte die Stadt 2021 auf knapp neun Millionen Euro beziffert.

„Gemeinsam werden wir alle offenen Fragen klären und die Zeit für einen guten Start der Oberstufe im nächsten Sommer nutzen“, sind sich Rainer Ditzfeld und Kerstin Albes-Bielenberg gemeinsam sicher. In der nächsten Sitzung des Schulausschusses soll es erste Informationen für die Ratsmitglieder geben.

Die hatten im Juli 2021 mit den Stimmen von SPD, Grünen, WGA und Linkspartei bei der Landesschulbehörde in Lüneburg den Antrag auf eine Oberstufe an der IGS Achim gestellt. Dann war dazu lange nichts zu hören. Nahezu ein Jahr lang herrschte in der Angelegenheit Funkstille und Rätselraten.

„Es gibt bis heute keinen Zwischenstand“, sagte Erster Stadtrat Daniel Moos Ende Mai auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir warten auf die Entscheidung aus Lüneburg.“ Die Stadt und die IGS hätten schon vor Wochen oder sogar Monaten mit einem Ergebnis in dieser Frage gerechnet, merkte der stellvertretende Verwaltungschef an und fügte hinzu: „Bis zu den Sommerferien sollten wir aber Klarheit haben.“ Was nun immerhin fast geklappt hat.

Die Vorgaben der Landesschulbehörde hatte die Stadt nach Angaben von Moos jedenfalls erfüllt. Für zehn Jahre müsse eine Dreizügigkeit in der Oberstufe gewährleistet sein. Das heißt, jeder Jahrgang, egal ob 11, 12 oder 13, hat aus mindestens 54 Schülerinnen und Schülern zu bestehen, was der Stärke von jeweils drei Klassen entspricht.

„In der Mittelstufe der IGS müssen wir jedoch deutlich höhere Zahlen vorweisen, weil ja nicht alle Schülerinnen und Schüler in die Oberstufe überwechseln“, erläuterte Moos. „Diesen Nachweis haben wir erbracht.“

Die meisten Eltern der Kinder und Jugendlichen an der IGS Achim hatten die Schaffung einer gymnasialen Oberstufe dort befürwortet. Eine von der Gruppe SPD / Mindermann sowie den Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und WGA im Rat veranlasste Befragung der Stadt ergab dafür eine Mehrheit von 73,2 Prozent. 358 der 489 stimmberechtigten Eltern der Fünft- bis Achtklässler äußerten den Wunsch, ihr Kind das Abitur oder Fachabi an der IGS Achim machen zu lassen, sollte es den erweiterten Sekundarabschluss I erlangen.

Allerdings hatte der Landkreis im vorigen Sommer eine weitere gymnasiale Oberstufe insbesondere mit Blick auf die „vorhandenen Kapazitäten bei der IGS Oyten“ und bei den beiden Achimer Gymnasien vehement abgelehnt. Landrat Peter Bohlmann (SPD) befürchtete ein „Überangebot“ im Nordkreis.

Der Stadtrat votierte im Juli vergangenen Jahres mit insgesamt 22 Stimmen von SPD, Grünen, WGA und Linkspartei dennoch dafür, bei der Landesschulbehörde für die IGS Achim eine Oberstufe zum Schuljahr 2023/24 zu beantragen. Zusammen 13 Abgeordnete von CDU und FDP waren dagegen, Bürgermeister Rainer Ditzfeld (parteilos) enthielt sich der Stimme.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) unterstützte wenige Tage nach dem Stadtratsbeschluss bei einem Besuch in Achim den Antrag. „Ich finde den eingeschlagenen Weg, dass zur IGS eine Oberstufe gehört, völlig richtig“, bezog der Ressortchef klar Position.

Was allgemein als Fingerzeig dafür gewertet wurde, wie sich die Landesschulbehörde in der Frage entscheiden würde. Die ließ sich dann jedoch überraschend viel Zeit, was bei Beobachtern Spekulationen nährte, dass der Landkreis und andere Gegner einer Oberstufe an der IGS Achim mit ihren Argumenten das Ansinnen vielleicht doch ins Wanken gebracht haben könnten.

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