„Ein bisschen irre“

Musikbühne für Achim erhält eine deutliche Abfuhr

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In der Badener Lahofhalle wird schon seit Jahrzehnten eine einsatzfähige große Bühne in Einzelteilen gelagert. Sie gehört der Stadt Achim, wurde regelmäßig etwa bei früheren „Powerplay“-Partys und zuletzt beim Oldtimertreffen genutzt. Von zwei Personen sei sie auf- und abzubauen und zudem relativ einfach zu transportieren, erläuterte Helmut Masemann, Vorsitzender des TV Baden, jetzt im Kulturausschuss. Hier steht er neben einem Stapel mit Einzelsegmenten. Aus rund 40 solcher Teile wie im Vordergrund wird die Bühne zusammengesetzt. Maximal ergibt das eine Fläche von rund 80 Quadratmetern. Allerdings fehlt ein Bühnendach.

Achim - Eine deutliche Abfuhr gab es im Sport- und Kulturausschuss für die Idee, eine „öffentliche Spielstätte für Musik und Kultur“ in Achim zu schaffen.

Egal, ob nun fest installiert oder als mobile Bühne – sechs von neun Ausschussmitgliedern stimmten grundsätzlich gegen den Vorschlag und nur die SPD-Vertreter dafür.

Auch der Grüne Jürgen Kenning gehörte zu den Ablehnern. Geschätzte 180.000 Euro für einen Transporter, der eine mobile Bühne herumfährt – „wachsen die Bäume schon wieder in den Himmel?“ monierte er und wies auf Riesensummen hin, die etwa für das Vorhaben Anschluss Achim-West noch bereitgestellt werden müssten.

Eine fest installierte Bühne mit Musik-Muschel beim Rathaus auf dem Baumplatz hätte doch sehr viel Charme. Sie lade Passanten zum Verweilen ein, um schönen Klängen zu lauschen wie in manchen italienischen Orten, schwärmte hingegen Wolfgang Mindermann von der SPD-Gruppe.

Auch Schulklassen oder verschiedene Einzelkünstler könnten dort das Publikum begeistern, fand Wolfgang Heckel (WGA), während Ingo Müller (FDP) für die mobile Lösung mit Einsatz einer solchen Bühne etwa auf der Badener Pfingstwiese und in anderen Teilen der Stadt sprach.

Ein fehlendes Nutzungskonzept bemängelte Ute Barth-Hajen (Grüne). Klaus Blauert (Die Linke) fragte ebenfalls, wann und wie oft eine feste Bühne denn genutzt werden solle. Wenn das nur an wenigen schönen Sommertagen der Fall sei, werde sie ansonsten schnell zum „Treffpunkt für diejenigen, die sonst keinen Treffpunkt haben“, befürchtete er.

Bereits Bühnen vorhanden

„Ein bisschen irre“ fand Isabel Gottschewsky (CDU) die Musikbühnen-Idee. Sechs Bürger von 30.000 Achimern hätten diesen Vorschlag mit Kosten von bis zu 180.000 Euro über die online-Plattform „achim dialog“ vertreten, kritisierte sie. Dabei gebe es doch schon Bühnen etwa im Kasch und in mehreren Achimer Schulen.

Auch wenn die Idee von wenigen stamme, sei sie trotzdem toll, fand Paul Brandt (SPD). Eine solche öffentliche Kulturstätte könne Achim sehr gut tun. Er verwies als Vorbild auf die Veranstaltungsbühne beim Erbhof in Thedinghausen.

Über die Alternativen feste oder mobile Bühne musste am Ende dann gar nicht mehr abgestimmt werden, nachdem es schon zur grundsätzlichen Frage „Wollen wir eine Bühne oder nicht?“ das mehrheitliche Nein gegeben hatte.

la

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