Silke Thomas, Grünen-Fraktionschefin, verlässt Stadtrat

„Ich war früher eher konfliktscheu“

Die Zeit von Silke Thomas im Stadtrat ist abgelaufen. Die Kasch-Mitarbeiterin zieht sich aus freien Stücken von der anspruchsvollen ehrenamtlichen Tätigkeit zurück.
+
Die Zeit von Silke Thomas im Stadtrat ist abgelaufen. Die Kasch-Mitarbeiterin zieht sich aus freien Stücken von der anspruchsvollen ehrenamtlichen Tätigkeit zurück.

Achim – Silke Thomas hat sich schon früh ehrenamtlich engagiert. „Ich habe in der evangelischen Kirchengemeinde Jugendgruppen geleitet und Kindergottesdienste vorbereitet“, erzählt die 64-Jährige, die in Reinfeld bei Lübeck geboren und aufgewachsen ist. Der Nährboden für spätere unentgeltliche Aktivitäten zum Wohl der Gemeinschaft war gelegt. 20 Jahre lang hat Thomas in ihrer Freizeit im Achimer Stadtrat an politischen Entscheidungen mitgearbeitet, die letzten acht Jahre leitete sie die Fraktion der Grünen.

Nun aber, mit Ablauf der aktuellen Ratsperiode Ende Oktober, ist Schluss damit. „Das passt, mein Mann Peter Bartram macht ja auch nicht weiter, und in etwa einem Jahr gehe ich in Rente“, erklärt die Angestellte des Kasch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Gleich nach dem Studium der Sozialarbeit in Braunschweig war Silke Thomas 1981 nach Achim gekommen, um im Bürgerzentrum (Büz) an der Magdeburger Straße ins Berufsleben zu starten. Schon bald schloss sich die Zugezogene nach Feierabend der Gruppe „Frauen für den Frieden“ an und mischte im Kulturverein mit, der für die Gründung eines Kulturhauses Alter Schützenhof kämpfte. 1984 hörte Thomas im Büz auf und brachte im Laufe der Jahre einen Sohn und zwei Töchter zur Welt. Neben der Kindererziehung engagierte sie sich im Vorstand des Fördervereins für das 1990 dann tatsächlich nach langen ideologischen Auseinandersetzungen gegründete Kulturhaus, bevor sie dort 1993 in den operativen Bereich wechselte und bis heute eine halbe Stelle innehat. In ihrer Freizeit war die junge Mutter als Elternvertreterin in Kita und Schule tätig. Als die Kinder größer waren, ging Thomas ihrer wohl größten Passion nach.

„Ich hatte in den 80er-Jahren an Anti-Atomkraft- und Friedensdemonstrationen teilgenommen und fand Politik schon immer spannend“, schildert die Sozialarbeiterin einleitend. Das Mentoringprogramm „Frauen in die Kommunalpolitik“ kam ihr wie gerufen. 2001 kandidierte Silke Thomas für die Grünen erstmals für den Stadtrat, und ihr gelang auf Anhieb der Sprung dorthin. Bei den Wahlen 2006, 2011 und 2016 wiederholte sie diesen Erfolg. Zwischendurch, 2014, kandidierte Thomas als erste Frau in Achim für das Bürgermeisteramt und landete hinter Rainer Ditzfeld (parteilos) und Bernd Junker (SPD) auf dem dritten Platz. „Das war trotz der Nichtwahl eine gute Erfahrung“, sagt die Grüne, die im Rat die ganzen 20 Jahre im Sozialausschuss mitwirkte, seit 2011 als Vorsitzende. Zwei Jahre später rückte sie zudem an die Spitze ihrer Fraktion, und zuletzt war sie auch zweite stellvertretende Ratsvorsitzende.

„Vernünftiger Umgang“ habe zwischen allen Gruppierungen im Rat und auch mit der Verwaltung geherrscht, und es gab gegenseitige Wertschätzung“, blickt Silke Thomas zurück. Die 20 Jahre mittendrin in der Achimer Politik seien für sie gewinnbringend gewesen. „Ich habe inhaltlich viel gelernt“, und auch mitunter harte Auseinandersetzungen hätten sie persönlich nach vorne gebracht. „Ich war früher eher konfliktscheu.“

Am liebsten habe sie in Arbeitskreisen, etwa zu den Themen Kita, Schule, Jugend oder nördliche Innenstadt, mitgearbeitet, bekennt Thomas weiter. „Da sind immer vielfältige Erfahrungen, etwa von Eltern oder Architekten, eingeflossen.“

Silke Thomas, die sich auf ihr drittes Enkelkind freut, zieht eine positive Bilanz ihres politischen Schaffens über zwei Jahrzehnte. „Ich bin froh, dass die soziale und bauliche Sanierung des Magdeburger Viertels geklappt hat und die Kita-Versorgung in Achim auf einem guten Weg ist. Und dass auf dem Lieken-Gelände sozialer Wohnungsbau und kein Einkaufszentrum entsteht.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Aller-Weser-Klinik setzt ab Montag auf 2 G-Plus-Regelung

Aller-Weser-Klinik setzt ab Montag auf 2 G-Plus-Regelung

Aller-Weser-Klinik setzt ab Montag auf 2 G-Plus-Regelung
A1-Sperrung nach Unfall: Autobahn bei Posthausen zeitweise dicht

A1-Sperrung nach Unfall: Autobahn bei Posthausen zeitweise dicht

A1-Sperrung nach Unfall: Autobahn bei Posthausen zeitweise dicht
Neue Corona-Regeln: „Und schon wieder wir Friseure“

Neue Corona-Regeln: „Und schon wieder wir Friseure“

Neue Corona-Regeln: „Und schon wieder wir Friseure“
Die großen Steuerzahler in Verden gewinnen in der Coronakrise

Die großen Steuerzahler in Verden gewinnen in der Coronakrise

Die großen Steuerzahler in Verden gewinnen in der Coronakrise

Kommentare