PORTRÄT Rektorin Bärbel Haverkamp geht in den Ruhestand / Sport „Herzensangelegenheit“

„Ich war immer in Bewegung“

Bärbel Haverkamp kehrt der Grundschule Uphusen nach 17 Jahren als deren Leiterin den Rücken. Foto: mix

Achim-Uphusen - Von Michael Mix. „Ich gehe nicht gerne. Aber jetzt ist gut, ich habe genug gearbeitet“, sagt Bärbel Haverkamp. Die 65-Jährige wird morgen als Rektorin der Grundschule Uphusen verabschiedet. Ein Einschnitt im Leben der Pädagogin und für die Bildungseinrichtung. 17 Jahre lang hat Haverkamp diese mit großem Engagement geleitet. Zuvor war sie als Lehrerin an der Grundschule Bierden und auch als Mutter und Ehefrau gefordert. Stillstand kennt Haverkamp nicht.

„Ich war immer in Bewegung“, sagt die Achimerin. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn vor allem den Sportunterricht bezeichnet die scheidende Rektorin als „Herzensangelegenheit“.

Bärbel Haverkamp, die im April 1954 in Berlin geboren wurde, wuchs in Bremerhaven auf, machte dort Abitur und lernte in der Seestadt auch ihren Mann kennen. In Braunschweig studierten beide auf Lehramt. Danach zog das Paar nach Bremen, um eine Familie zu gründen. Zwei Söhne kamen zur Welt. Mit ihnen siedelten die Eltern 1981 nach Achim über. „Wir wollten ein Haus mit Garten haben“, erklärt Haverkamp.

Während ihr Mann die ganze Zeit über in Bremen als Lehrer in der Sekundarstufe eins arbeitete, stieg die zweifache Mutter 1983 in den Schuldienst ein. An der Bierdener Grundschule und bald darauf auch an der am Paulsberg erteilte sie Sportförderunterricht. Aber Bärbel Haverkamp gab sich damit nicht zufrieden. „Nach einer Prüfung durfte ich Mathe, Deutsch und Sport unterrichten.“ Bis 2003 wirkte sie an der Bierdener Schule – und darüber hinaus. Denn die Lehrerin bildete sich zur Fachbereichsleiterin für den Schulsport im Landkreis Verden fort. „In Hannover und an der Bierdener Schule habe ich mit anderen alle möglichen Ball- und Bewegungsspiele erarbeitet und erprobt“, erinnert sich Haverkamp. Und auch an das Inlineskaten mit Kindern entlang des Schleusenkanals in Hagen-Grinden. „Außerdem war die Grundschule Bierden die erste Schule, die eine Kooperation mit dem Achimer Golfclub abgeschlossen hat.“

Doch Bärbel Haverkamp wollte „noch mehr gestalten können“. Nach einer erneuten Prüfung, die zur Leitung einer Grundschule befähigte, übernahm sie am 1. Februar 2003 die unbesetzte Rektorenstelle in Uphusen. „Ich war immer sehr für Weiterentwicklung im Leben.“

Aber es sei ihr auch „wichtig, dass Kinder viele Anregungen bekommen“. Besonders die Bewegungs- und Leseförderung sind Haverkamp ein Anliegen. „Kindern sollte Schule Spaß machen“, sagt sie. Deshalb holte sie auch Anbieter von außen für Arbeitsgemeinschaften und besondere „Events“ ins Haus. Die sportbegeisterte Schulleiterin nennt die Kooperation mit dem Achimer Golfclub und dem Basketball-Bundesligisten Eisbären Bremerhaven. „Nicht zu vergessen der TB Uphusen. Handball-Trainer Helmut Kutz kommt jeden Montag hierher, um mit Dritt- und Viertklässlern zu üben.“ Haverkamp freut sich darüber, dass das Kultusministerium der Grundschule Uphusen schon mehrfach das Prädikat „Sportfreundliche Schule“ verliehen hat.

Stolz sei sie aber auch auf die Sprachförderung. An „ihrer“ Schule mit Migranten aus Osteuropa und „ländlichem Publikum“ könnten die Kinder Russisch und Plattdeutsch lernen.

Darüber hinaus ist Haverkamp der Stadt für den Um- und Erweiterungsbau dankbar. Der sei „wunderschön“ geworden. „Ich gehe gerne durch das lichte Foyer, und wir haben so schöne Fachräume bekommen.“ Die Chefin von 15 Lehrkräften schwärmt zudem von einem „tollen Kollegium“ und einer „offenen Schülerschaft“. Um die Arbeit zu bewältigen, sei sie auch oft samstags und sonntags sowie zwei, drei Wochen in den Sommerferien in der Schule gewesen. „Aber nun sind 17 Jahre rum“, und eine Nachfolgerin „von außerhalb“, deren Namen sie noch nicht verraten dürfe, werde das Zepter übernehmen.

Zusammen mit ihrem Mann, der bereits im vorigen Sommer pensioniert wurde, freue sie sich auf das „neue Leben“, sagt Bärbel Haverkamp. Etwa auf weitere Urlaube, auch mit dem zwölfjährigen Enkelsohn, auf der französischen Insel Oléron. „Und da wir lange Hunde hatten, wollen wir uns im Tierschutz engagieren.“

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