Petra Seydel findet in den Menschen ihre Inspirationsquelle

Künstlerin Petra Seydel findet in den Menschen ihre Inspiration

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Petra Seydels Inspirationsquelle sind die Menschen: Die oft dünngliedrigen Gestalten spiegeln Stimmungen, Emotionen und manchmal die Verletzlichkeit der menschlichen Natur.

Achim - Von Ingo Schmidt. Petra Seydel wechselt derzeit oft ihren Arbeitsort. Ihr Glück dabei: Sie muss nie weit gehen, denn Werkstatt, Atelier und Wohnbereich liegen direkt beieinander und bieten ideale Voraussetzungen für ein vollkommen kunsterfülltes Leben. Voller Energie, Schaffenskraft und Neugierde befasst sich die vielseitige Künstlerin parallel mit vielen Projekten und Techniken.

Das liegt einerseits an ihrer Tätigkeit als Kunstdozentin an der Achimer Kunstschule, wo sie seit mehr als 25 Jahren in ihren jeweiligen Kursen eine breite Vielfalt bietet, aber auch an ihrem Interesse für neue Materialien oder (noch) fremde Ausdrucksmittel.

Ihre Experimentierfreude führte sie beispielsweise im Bereich der Druck- und Fototechniken vor einiger Zeit in die Welt des Alu-Dibond. „Ich gehe gerne einen Schritt weiter“, erklärt die Achimer Künstlerin. So habe sie zum Beispiel Erkenntnisse aus einem Siebdruckseminar dadurch ergänzt, dass sie das Trägermaterial gestalterisch vorbereitet oder das Ergebnis nachbearbeitet – mit beeindruckenden Ergebnissen. Aktuell plant sie eine Serie zum Thema „Menschliche Emotionen“, und in ihrer Werkstatt liegen sechs weiße Specksteinblöcke bereit.

Wie aus den rauen, unbehandelten Rohlingen Steine voller Ästhetik und emotionaler Kraft entstehen sollen, kann sich ein unbedarfter Betrachter kaum ausmalen. Aber die Idee besteht bereits in den Gedanken der Künstlerin. „Wenn ich einen Stein sehe, weiß ich sofort, was ich daraus machen kann“, erklärt die erfahrene Bildhauerin. Sie setzt einige Striche und zeigt, wo welcher Körperteil entsteht und welche Gemütslage er darstellen wird. Ihre Werke bleiben dabei stets gegenständlich, damit die Betrachter die Intention der Künstlerin leichter erfassen können.

Die 74-jährige Künstlerin bleibt weiterhin experimentierfreudig: Erkenntnisse aus einem Siebdruckseminar ergänzt sie durch gestalterische Vorarbeit des Trägermaterials sowie Nachbearbeitung.


Zu ihrer Bildhauerleidenschaft war jüngst zum Porenbeton und Speckstein ein weiteres Material hinzugekommen: „Bronze hat mich sehr interessiert, weil ich an den Wachsvorlagen stundenlang Modellieren und Aufbauen kann, ohne fürchten zu müssen, dass eine Ecke oder Rundung unwiederbringlich abbricht“, erklärt die 74-Jährige. 

Dabei interessiere sie stets auch der Prozess in Theorie und Praxis, der im Gussverfahren zum Endergebnis führt. Die Arbeiten zeigen schlanke, kantige Gestalten. Ihre Inspirationsquelle sind die Menschen, die sie umgeben, aber auch sie selbst. „Sie zeigen, was ich selber brauche“, sagt Petra Seydel und zeigt auf eine Bronzestatue mit dem Titel „Die kleine Pause“. Eine ihrer Bronze-Arbeiten, mit dem Titel „Weißt du noch ...“, wurde bei der 30. Verdener Kunstbörse 2016 mit dem Kunstpreis Verden ausgezeichnet.

Wer Petra Seydels künstlerische Vielfalt und den gestalterischen Reichtum einmal erleben möchte, der benötigt etwas Glück und muss auf eine Einladung in ihren Wohn- und Arbeitsbereich warten, denn die Künstlerin stellt nur noch zu ausgewählten Anlässen aus.

Seydel stellt demnächst im Verdener Rathaus aus

Die nächste Gelegenheit bietet die Preisträger-Ausstellung zur Kunstbörse 2016 im Verdener Rathaus. Diese musste wegen Renovierungs- beziehungsweise Aufbauarbeiten verschoben werden. Im umgestalteten historischen Teil sollen Ausstellungsflächen entstehen, wo Petra Seydel mit Co-Preisträgerin Tine Pockels voraussichtlich 2019 dort die erste Ausstellung feiern wird. Neben Werken der Malerin wird Petra Seydel eine ganze Breite ihres Schaffens präsentieren: Alu-Dibond, Skulpturen in Stein und Bronze sowie Stücke, die bis dahin entstehen werden.

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