Gut besuchter Neujahrsempfang der Achimer SPD mit Festredner Henning Scherf

„Hurra, wir leben noch!“

Der Shanty-Chor Bremen-Mahndorf sorgte für die musikalische Untermalung.

Achim - Von Sandra Bischoff. „Die Leute messen uns nicht an unseren Sprüchen, sondern daran, was wir wirklich umsetzen und wo wir mithelfen, die Bundesrepublik in Schwung zu halten“, erklärte Dr. Henning Scherf am Sonntagvormittag in seiner Festrede beim Neujahrsempfang der Achimer SPD im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch). „Deutschland ist so ein toller Platz, ein Sehnsuchtsort für viele Menschen, und wir haben allen Grund Stolz zu sein auf dieses Land und auf die Entwicklung nach 1945“, führte der ehemalige Bremer Bürgermeister vor Gästen aus Wirtschaft und Politik sowie Vertretern von Vereinen und Verbänden aus.

Auch zum Klimawandel äußerte sich Scherf. Niemand könne das Thema noch ignorieren. Dem entgegenzuwirken schaffe man jedoch nur gemeinsam. „Wir müssen zusammen mit Industrie und Gewerkschaften eine Stabilität schaffen“, forderte er.

Die Entwicklung des Immobilienmarktes bezeichnete er als schrill. „Die Mieter mit kleinen Renten, oft Witwen, fallen da raus. Zum Teil gehen mehr als 50 Prozent ihrer Rente für die Miete weg. Das ist die falsche Entwicklung“, warnte der Sozialdemokrat. Es sei ein Fehler gewesen, den sozialen Wohnungsbau zurückzufahren. Man müsse aber zu seinen Fehlern stehen und die Möglichkeit nutzen, diese zu korrigieren.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Reiner Aucamp die Gäste. „Wir haben den Saal hier heute wirklich voll und können laut rufen: Hurra, wir leben noch!“, rief er in Anspielung auf die Querelen seiner Partei auf Bundesebene.

Der Ortsvereinsvorsitzende Wilfried Hirschmann ließ das vergangene Jahr Revue passieren und zeigte sich beeindruckt von der jüngsten Ratssitzung, als zahlreiche Bürger beim Thema Radschnellweg Einfluss auf die gewählten Vertreter genommen hatten. „Das ist gelebte Demokratie.“

Die Bedeutung der Demokratie unterstrich auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld. „Sie ist die Grundlage unserer Zivilgesellschaft und bedeutet Dialog und Auseinadersetzung.“ Deshalb müsse es das Anliegen aller sein, die Demokratie hochzuhalten und der nachfolgenden Generation nahezubringen. Achim sei eine Stadt, in der es sich gut leben, lernen und arbeiten ließe und stehe, verglichen mit anderen Kommunen, gut da. Die Politik habe 2019 gemeinsam viele Projekte auf den Weg gebracht, erklärte er und dankte den Sozialdemokraten dafür.

„Besser auf neuen Wegen stolpern, als auf alten Pfaden auf der Stelle treten“, zitierte der stellvertretende Landrat Dr. Dirk Fornahl ein chinesisches Sprichwort. Dass die Stadt auf der Stelle trete, könne er jedoch nicht behaupten, „Achim fällt immer wieder etwas Neues ein. Hier bewegt sich was.“ Dazu gehöre auch der Beitritt zur neu gegründeten Klimaschutzagentur des Landkreises. „Sie bietet uns die Chance, voneinander zu lernen und große Projekte in Angriff zu nehmen“, so Fornahl.

Die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth hob die Bedeutung des Ehrenamts für die gesamte Gesellschaft hervor. In Zeiten, in denen Landes- und Kommunalpolitiker zunehmend Drohungen ausgesetzt seien, sei es wichtig, für einen starken sozialen Zusammenhalt zu sorgen.

Für seine 25-jährige Tätigkeit als SPD-Fraktionsvorsitzender erhielt Herfried Meyer den Ehrenbrief mit Medaille. Meyer habe in dieser Zeit nicht nur Mehrheiten für ein Freibad geschaffen, wie man es heute vorfinde, sondern ebenso parteiübergreifend Mehrheiten für die Ansiedlung von Amazon geschaffen, hieß es. Als Dankeschön erhielt auch Meyers Ehefrau Ute ein kleines Präsent.

Für den musikalischen Rahmen des Empfangs sorgte der Shanty-Chor Bremen-Mahndorf.

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