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Hunderte Kriegsflüchtlinge aus Ukraine genießen mit ihren Gastfamilien Maifest im Freibad

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Von: Heinrich Laue

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Sehr begehrt: die frisch gebratenen Sachen an der Grillstation des „Food-Court“.
Sehr begehrt: die frisch gebratenen Sachen an der Grillstation des „Food-Court“. © Laue

Achim – Größer könnte der Kontrast zum aktuellen Geschehen in ihrem Heimatland kaum sein: Dort der Albtraum eines immer heftiger tobenden Krieges und hier auf dem Achimer Freibadgelände ein perfekter, friedlicher Frühlings-Sonntag beim Willkommen- und Kennenlernfest für Flüchtlinge aus der Ukraine und ihre hiesigen Gastfamilien.

Angesichts all der Schrecknisse, die viele Geflohene miterleben mussten, sei es wichtig, mal ein paar schöne Stunden lang abgelenkt zu werden, betonte Torsten Meinecke.

Er ist maßgeblicher Gründer der Organisation Cook & Help und organisierte als Veranstalter mit Unterstützung der Stadt, des Achimer Präventionsrates sowie des Achimer Bürgerbusvereins dieses große Fest auf dem Freibadgelände.

Ein wichtiges Ziel dabei war laut Pressesprecher der Stadtverwaltung, dass sich die Menschen aus der Ukraine neu begegnen beziehungsweise wiedersehen und vernetzen. Letzteres scheint vielfach bereits umgesetzt, wie mehrere der allgemein offenbar sehr online-affinen Ukrainerinnen berichteten.

Rund 250 schriftliche Fest-Anmeldungen gab es schon aus Achim, bevor die Veranstalter das Einladungsgebiet auf den gesamten Landkreis erweiterten, um die Besucherzahlen noch deutlich zu steigern.

Das Festgelände füllte sich denn auch an diesem Muttertagsnachmittag etwa ab 16 Uhr immer schneller. Überwiegend kamen wie zu erwarten Mütter mit Kindern oder auch Großmütter mit Enkeln, die sie vor den Kriegsschrecken in Sicherheit gebracht hatten.

Nicht nur Bratwurst, Steaks, gebratene Champignons, Kuchen, Torten und diverse Getränke lockten an verschiedenen Ständen. Auch Haareschneiden bot die Crew eines Achimer Friseurladens vor allem den jungen Besucherinnen und Besuchern an.

Eine Woche vor Eröffnung der offiziellen Saisoneröffnung des Freibads am 14. Mai waren außerdem die Becken für die Kleinen bereits gefüllt, und das nasse Vergnügen wurde natürlich begeistert wahrgenommen.

Live-Musik steuerte auf der Open-Air-Bühne die Bremer „Knipp Gumbo“ bei, die Texte bekannter Hits wie „Let The Good Times Roll“ auf Plattdeutsch präsentierte, wobei die Gäste aus der Ukraine wohl vor allem die Melodien wiedererkannt haben dürften. Auch die Gruppe „Lenna“ war zu hören. Auf Ballermann-Tanzdisco-Sound verzichteten die Veranstalter bewusst, weil dies zum gesamten Anlass nicht gepasst hätte, hob Torsten Meinecke hervor.

„Wir wollen Ihnen mit diesem Fest im Mai zeigen, dass Sie nicht allein sind, dass wir auf Ihrer Seite stehen und dass wir Ihnen helfen wollen und weiter helfen werden“, wandte sich der Chef von „Cook & Help“ zur Begrüßung von der Musikbühne aus an die Versammelten. „Cook & Help“ hat unter anderem im großen Stil bereits für Obdachlose in Bremen gekocht. „Genießen Sie diesen tollen Tag in einer wundervollen Location“, forderte Meinecke alle Gäste auf.

Auf dem Gelände präsent waren auch Anja Gründel vom Bürgerbüro der Stadt Achim, das Anlaufstelle bei Anmeldungen aller privat untergebrachten Flüchtlinge ist. Zugleich informierte sie als Vertreterin des Opferhilfe-Verbands Weißer Ring über Gefahren, die vor allem jungen weiblichen Geflüchteten nach der Einreise drohen.

Badefreuden schon eine Woche vor Saisonstart.
Badefreuden schon eine Woche vor Saisonstart. © Laue

Polizei-Kontaktbeamtin Katja Brammer gab vor dem Streifenwagen Geflüchteten ebenfalls wichtige Hinweise zum Schutz vor kriminellen Machenschaften und Bedrohungen. Als Mitglied des Achimer Präventionsrates kennt sie sich mit der Thematik besonders aus und ist auch viel in Schulen unterwegs, um vorbeugend über Gefahren zu sprechen.

„Diverse spendable Firmen“ haben laut Mitteilung der städtischen Pressestelle das Kennenlern-Treffen in dieser Form mit ermöglicht, sämtliche kulinarischen und anderen Angebote waren „umsonst“.

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