Hünenburg ist seit 20 Jahren Treffpunkt der Wirtschaft und Kultur in der Region

Auch unsanfte Töne beim Geburtstagsempfang

+
Hünenburg-Chef Günter Treichel (re.) mit gewohnt deutlichen Worten und einem Geschenk zum 43. Geburtstag von Landrat Peter Bohlmann (li); dahinter geschäftsführendes Vorstandsmitglied Adolf Brockmann.

Baden - Von Manfred Brodt. Günter Treichel, Vorsitzender des Vereins Haus Hünenburg, hielt beim gestrigen Frühjahrsempfang zum 20-jährigen Bestehen des Vereins sein Versprechen, diesmal nur sanfte und nicht schroffe Töne anzuschlagen, wohl eher nicht.

Statt eines Leitbildes, wie vom Ratsvorsitzenden Hans-Jürgen Wächter gefordert, brauche Achim eher ein Motto, und Treichel hatte gleich mehrere parat: „Achim, die Stadt der Leerstände, Achim, die Stadt der schwarzen Vögel oder Achim, die Stadt der Träumer“. Tagträumer in der Bevölkerung mit 100 Ideen und Nachtträumer im Rathaus, die die Ideen und Forderungen der vielen Gutachten umsetzen und endlich einmal nach verfolgenswert und reif für den Papierkorb klassifizieren sollten, gebe es. Geträumt werde zum Beispiel, wieder Autos in die Fußgängerzone fahren zu lassen. Treichel fragte sich, wofür er bei Einkäufen in der Parfümerie, dem Schmuckgeschäft, der Apotheke oder dem Blumenladen in der Achimer Fußgängerzone denn seinen Kofferrraum brauche. Träume sieht er auch auf dem Lieken-Gelände, wo er nicht ein Einkaufscenter und einen Vollsortimenter befürwortet, sondern wieder einen Produktionsbetrieb mit Arbeitsplätzen und Wohnungen an der Bahn. In der Fußgängerzone könnten die Vermieter mit den Mieten runtergehen, um Mieter, Geschäfte und Dienstleister anzuziehen und wieder Menschen in die City zu bringen. Das Rennen gegen Dodenhof, Weserpark und Internet hält er für verloren. Treichels eigener Traum ist ein Hotel für Weserwanderer und Kurzzeitgäste im ehemaligen Knast, das Achim bundesweit ins Gespräch bringen werde.

Für die positiven Töne war an diesem Sonntag eher Geburtstagskind und Landrat Peter Bohlmann zuständig. Er würdigte ebenso wie Bürgermeister Rainer Ditzfeld das Haus Hünenburg, ehemalige Ringwallanlage auf der Höhe des Weserhangs mit weitem Blick zu weit entfernten Kirchtürmen, als Treffpunkt und Schnittstelle der regionalen Wirtschaft. Achims Wirtschaft mit 10 000 Arbeitsplätzen, davon 7500 für Menschen von außerhalb, bei gleichzeitig 8300 Auspendlern mache da als Kleinstadt am Rande einer Großstadt eine hervorragende Figur.

Auf die Geburtsstunde des Vereins Haus Hünenburg ging schließlich Adolf Brockmann ein, der an das erste Treffen des damaligen Kreisdirektors Werner Jahn mit der Grundstückseigentümerin Witwe Krämer erinnerte. Der damalige Kreisdirektor, von einer Hundephobie geplagt, sei damals von den zwei Dobermännern der Frau empfangen worden, die ihre Köpfe auf die Schenkel des Kreisdirektors gelegt hätten, und die Witwe habe gesagt, wen die Hunde so liebten, der müsse ein guter Mensch sein. So ähnlich entstand dann die Verbindung des Landkreises zu dem Anwesen, der die Schaffung eines neuen wirtschaftlichen und kulturellen Treffpunktes in der Idylle im Rahmen einer Stiftung an die Stadt übertrug. Viele Tagungen und Seminare von Firmen und auch des Landes Bremen, Veranstaltungen, Hochzeiten und Clubabende sind seitdem unter den Vorsitzenden Siegfried Nadler und Günter Treichel gelaufen. Prominente wie Gerhard Schröder, Christian Wulff, Philipp Rösler, David McAllister oder Werders Bosse Böhmert, Born und Bode waren hier, und viele andere dürften im kommenden Jahrzehnt des Vereins noch kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israel beschränkt erneut Zugang für Muslime zum Tempelberg

Israel beschränkt erneut Zugang für Muslime zum Tempelberg

„Summer in the City“-Finale auf dem Marktplatz

„Summer in the City“-Finale auf dem Marktplatz

Im Selbstversuch zum Deutschen Sportabzeichen

Im Selbstversuch zum Deutschen Sportabzeichen

Sommerreise: Wanderung am Heiligenberg

Sommerreise: Wanderung am Heiligenberg

Meistgelesene Artikel

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Autobahnpolizei untersucht Lkw: „Liste des Schreckens“

Autobahnpolizei untersucht Lkw: „Liste des Schreckens“

21-Jähriger kündigt beim Finanzamt, um Schauspieler zu werden

21-Jähriger kündigt beim Finanzamt, um Schauspieler zu werden

Kommentare