18. Offene Bühne: Session mit vielseitigem musikalischen Angebot

Howald Dehn Thölen holen die Gunst des Publikums

Der Uphuser Rapper Khäoz.

Achim - Tolle Musik ist die eine Sache, die gut funktionierende Technik dahinter die andere: Mit der Bitte an die Musiker und das Publikum, die Augen und Ohren aufzuhalten, wenn „günstiges“ Bühnenzubehör angeboten wird, begann Tontechniker „Öli“ die 18. Session der Offenen Bühne im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch).

Beginnen durften an diesem Abend Sänger Uwe Wöhlbrandt und Pianist Jannes Waterstrat. Mit einfach schönen Liedern holten beide Musiker das Flair der 30er-Jahre auf die Bühne, darunter Titel wie „On the Street“ und Sinatras „Moonlight Serenade“. Dazu gab es etwas zum Schmunzeln: das Lied vom Triangel oder Peter Igelhoffs zungenbrecherischer Chanson vom „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän“ brachte gute Laune in den Saal.

Mit lauterem und vor allem schnellerem Beat übernahm der Uphuser Rapper Khäoz die Bühne. Seine selbst geschriebenen Tracks seien ausschließlich Ausdruck seiner Emotionen, sagt er. Die kritische Auseinandersetzung mit allem, was das Leben so bietet und seinen eigenen musikalischen Stil brachte der 16-jährigen Rapper überzeugend auf die Bühne und erhielt dafür viel Applaus.

Das Trio „Howald Dehn Thölen“ (v.l.: Nils Dehn, Marno Howald, Tjark Thölen) erhielt den meisten Applaus und durfte daher bei der 18. Offenen Bühne die Zugabe spielen.

Rockigen Pop, minimal instrumentert, dafür mit sehr schönen Stimmen, bot das Bremer Duo „The Small Machine“. Sängerin Gisi Prieser und Gitarrist Mario Eybe stellten einige Titel aus der jüngst erschienen CD vor. Mit gefälligen Klängen und nachdenklichen, selbst geschriebenen Texten über Liebe, Leid und Sehnsucht, hinterließen sie eine beeindruckende Bühnenpräsenz, was auch beim Publikum viel Anerkennung fand. Prieser verriet dann Backstage, dass es ihr zweiter öffentlicher Auftritt war.

Dann kamen Howald Dehn Thölen. Nils Dehn, Tjark Thölen und Marno Howald spielen „aus Lebenslust nur, was ihnen gefällt, ehrlich und selbst gemacht ist“. Einen musikalischen Stil haben sie nach eigener Aussage nicht. „Dafür sagen unsere Texte alles“, so Tjark Thölen. Mit deutschen Rocksongs, die ein Lebensgefühl beschreiben, aber dabei auch so einiges in Frage stellen, hielten die Musiker dem Publikum mal kritisch, mal humorvoll den Spiegel vor. Dabei lieferten sie einen rasanten, schwungvollen Auftritt.

Dass sie damit den Nerv des Publikums getroffen hatten, zeigte die Abstimmung mit dem Applausometer. „Den lautesten Durchschnittsapplaus über sieben Sekunden erhielt die Band Howald Dehn Thölen“, verkündete Jan Tucholke und bat die Musiker um eine Zugabe. Ihrem Motto „Unsere Texte sagen alles“ treu bleibend, spielten Marno Howald und Tjark Thölen als Zugabe „Hübsch, aber Doof“, wobei sie Heidi Klum und Frauke Petry spontan eine Strophe widmeten. Mit ihrem letzten Titel „Europa Ballade“, der sich mit Europa und den Flüchtlingen auseinandersetzt und den Altmeister Bob Dylan nicht besser hätte schreiben können, ernteten sie begeisterte Zustimmung. - hem

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